In Gießen ist ein Mann in eine Bushaltestelle gefahren. Es gibt mehrere Verletzte.
Mehrere Verletzte in GießenMann fährt in Bushaltestelle – erste Vermutungen zur Ursache
Aktualisiert
In der Gießener Innenstadt ist ein Mann mit seinem Auto in eine Bushaltestelle gefahren und hat dabei nach Polizeiangaben vier Menschen zum Teil schwer verletzt.
Ob es sich um einen Unfall handelt oder möglicherweise Absicht dahintersteckt, konnte die Polizei am Montag noch nicht sagen. Inzwischen gibt es erster Vermutungen zur Unfallursache: Grund könnte eine Erkrankung des Fahrers gewesen sein.
In der Nacht zum Dienstag (23. Dezember) wurde intensiv ermittelt und für den Mittag ein offizielles Pressestatement zu dem Fall angekündigt.
Landeskriminalamt Hessen hat Ermittlungen übernommen
Die Beamten suchen Bilder und Videos von Zeugen, die vielleicht neue Erkenntnisse zum Hergang geben können. Weitere Angaben zu den Verletzten gab es zunächst nicht.
Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt, der Mann sei mit seinem Auto in eine Bushaltestelle gefahren. Später präzisierten die Ermittler den Ablauf.
Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde eine Frau, die sich in der Nähe aufhielt, schwer verletzt. Drei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen, darunter auch der Fahrer selbst. Wie genau die Verletzten zu Schaden kamen, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
War der Fahrer krank?
Der Fahrer, ein 32-jähriger, in Gießen lebender Mann aus Aserbaidschan, wurde vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben weiterhin „in alle Richtungen“. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte am späten Montagabend erklärt, ein politisches oder gar terroristisches Motiv sei nach dem derzeitigen Stand eher unwahrscheinlich.
Es erscheine möglich, dass eine Erkrankung Ursache für das Verhalten des Fahrers gewesen sein könnte. Die schwere Verletzung sei nach bisherigen Erkenntnissen nicht durch ein gezieltes Zufahren, sondern durch die Kollision mit einem anderen Fahrzeug entstanden.
Nach ersten Ermittlungen soll der 32-Jährige mit seinem Auto an einer Ampel gegen zwei Fahrzeuge geprallt sein. Er habe seine Fahrt fortgesetzt und sei dann gegen die Bushaltestelle gefahren. Danach sei der Mann weitergefahren und habe seinen Wagen später gestoppt, hieß es. Der 32-Jährige wurde von der Polizei festgenommen.
Der Polizeisprecher wollten sich zunächst nicht zu der Frage äußern, ob die Ermittler von einem Unfall oder einem zielgerichteten Verhalten des Fahrers ausgehen. „Die genaueren Umstände des Sachverhalts sind derzeit nicht bekannt und Gegenstand der Ermittlungen“, sagte ein Sprecher.
Wie üblich in solchen Fällen werde auch untersucht, ob der Fahrer unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, teilte eine Polizeisprecherin mit.
Betrieb auf nahem Weihnachtsmarkt läuft weiter
Die Polizei sicherte den Unfallbereich ab und errichtete mobile Sichtschutzwände. Vom nahen Weihnachtsmarkt drang am Abend Musik bis zu der Stelle des Zwischenfalls.
Der Betrieb auf dem gut besuchten Weihnachtsmarkt lief weiter. Die Menschen tranken Glühwein und standen in Gruppen beisammen. Eine Person berichtete, sie habe einen Knall gehört, sich aber nichts weiter dabei gedacht.

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Einsatzkräfte der Polizei haben einen Bereich in der Innenstadt Gießens gesperrt.
Zwei junge Männer erklärten, sie sähen keinen Grund, wegen des Zwischenfalls den Weihnachtsmarkt zu verlassen. Sie fühlten sich zwischen den Buden nicht unwohl, sagten sie. Andere Besucherinnen und Besucher wiederum erzählten, sie hätten von dem ganzen Vorfall überhaupt nichts mitbekommen. Vom Rand des Weihnachtsmarktes konnte man an wenigen Stellen und in einiger Entfernung erkennen, dass ein Polizeieinsatz lief.
Wegen der Absperrung konnten einige Passanten nicht zu ihren in der Nähe des Anlagenrings geparkten Autos gelangen. Sie wurden von der Polizei gebeten, ihre Fahrzeuge stehenzulassen und sie am nächsten Morgen abzuholen. (dpa)

