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Gesicht des KriegesDas wurde aus der Frau, deren Foto die Welt schockte

Copyright: IMAGO / Zoonar

Kriegssymbol: Raketen und ukrainische Flagge.

Ihr von Blut bedecktes Gesicht ist zu einem Wahrzeichen des Ukraine-Konflikts geworden.

Eine Fotografie, die global bekannt wurde und das Grauen des Konflikts in einem Gesicht verdichtete. Olena Kurylo, die heute 56 Jahre alt ist, avancierte am 24. Februar 2022 wider Willen zu einem Sinnbild der grausamen russischen Invasion in der Ukraine. Ihr blutgetränktes, verbundenes Gesicht, das ein Pressefotograf ablichtete, machte das Elend der initialen Opfer des Krieges für alle sichtbar. Das Foto entstand, kurz nachdem in ihrer Heimat Tschuhujiw, die weniger als 50 Kilometer von Russland entfernt liegt, eine der ersten Raketen einschlug.

An einem frühen Morgen durchbrach eine heftige Detonation die Ruhe und traf ein Wohnhaus. Dieser Augenblick wurde für Olena Kurylo zu einer schrecklichen Erfahrung. Fenster zerbarsten, und Glassplitter schossen wie Projektile umher. Die Splitter drangen in ihr Gesicht und ihren Rücken ein. Völlig geschockt und mit Blut bedeckt, wurde sie von einem Fotografen entdeckt. Sie erfuhr erst am Folgetag, dass ihre Aufnahme zu einem weltweiten Symbol des Konflikts geworden war. Das berichtet „t-online“.

Selbst nach Jahren ist der Schrecken allgegenwärtig. Für die Bewohner ihrer Stadt ist der Konflikt zu einem aufreibenden Alltag geworden. Die permanente Nervosität und der Alarm der Sirenen, der manchmal 22 Stunden andauert, zehren an den Nerven. Es gibt fast keinen Moment der Ruhe. Die Leute werden gleichgültiger, sie blenden die Detonationen aus, weil ein Leben nur im Keller unmöglich ist. Die permanente Todesgefahr beschreibt sie mit den Worten: „Es ist wie eine Lotterie“.

Die Bilder des Angriffs haben sich tief in ihr Gedächtnis gegraben. Als die Detonation erfolgte, saß sie gerade auf ihrem Bett. Noch heute sieht sie die Szene der herannahenden Splitter wie ein eingefrorenes Bild vor sich. Ihr einziger Gedanke in diesem Augenblick war: „Ich will noch nicht sterben.“ Mit einer Bluse um den Kopf gewickelt, rannte sie ins Freie, wo Rettungskräfte eine Erstversorgung ihrer Verletzungen vornahmen. Ein großer Glassplitter befand sich unmittelbar über ihrem rechten Auge.

Die Folgen der Verletzungen haben ihr Leben nachhaltig geprägt. Sie büßte auf dem rechten Auge beinahe die Sehkraft ein und hat heute nur noch eine Sicht von circa 30 Prozent. Auch ihre Zähne verlor sie. Operationen in Polen und Großbritannien waren nur durch Spenden möglich. Ihr gesamtes weiteres Leben wird von Eingriffen und Therapien bestimmt sein. Obwohl zahlreiche körperliche Narben abgeheilt sind, bleiben die psychischen Verletzungen bestehen.

Sie hat den Glauben an ein schnelles Kriegsende verloren. „Nein, da habe ich keine Hoffnungen mehr“, äußert sie sich entmutigt und meint, Wladimir Putin würde nur Zeit schinden. Obwohl sie die Option hatte, im sicheren Ausland zu leben, ging sie wieder in die Ukraine. Der Grund dafür ist simpel und berührend: Dort sind ihre Tochter und ihre Heimat. Sie schätzt die Unterstützung aus Europa, hofft aber auf mehr entschiedenes Handeln, damit die Ukraine den Konflikt für sich entscheiden kann – und nicht bloß existiert. Der Konflikt hat auch familiäre Beziehungen zerstört; sie hat keinen Kontakt mehr zu ihrem Bruder, da dieser der russischen Propaganda erlegen sei. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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