Großeinsatz der Polizei im Kreis Ahrweiler, rund 65 Kilometer von Köln entfernt.
Geiselnahme in BankSEK stürmt Gebäude – Polizei sucht Mann in Imkeranzug
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Die Geiselnahme in einer Volksbankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig ist beendet! Das teilte die Polizei am frühen Freitagnachmittag mit. Der Zugriff erfolgte um 14.25 Uhr. Allerdings: Von dem oder den Tätern fehlt offenbar jede Spur.
Am späten Freitagnachmittag veröffentlichte die Polizei eine vorläufige Täterbeschreibung – die klingt so kurios wie der Fall.
SEK stürmt Bank – aber keine Spur von den Tätern
„Zum derzeitigen Stand kann davon ausgegangen werden, dass mindestens ein männlicher Täter, ca. 1,80 Meter groß, bekleidet mit einem weißen Overall (ähnlich einem ‚Imkeranzug‘), gegen 9 Uhr den Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens abgepasst und diesem ein mitgeführtes Behältnis mit Bargeld entwendet hat“, teilt die Polizei mit.
Zwei Personen, bei denen es sich wohl um Opfer handele, seien unverletzt angetroffen worden, weitere Personen seien nicht gefunden worden, sagte ein Sprecher. Die Fahndung nach den Tatverdächtigen laufe. Bislang ist unklar, ob sie mit Beute geflüchtet sind. Man gehe davon aus, dass von dem Täter oder den Tätern keine Gefahr ausgehe.
Auch am Samstagmorgen gab es noch keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittler gehen weiterhin von mindestens einem Verdächtigen aus, der den Mitarbeiter einer Geldtransportfirma abgepasst und ihm einen Bargeldbehälter abgenommen haben soll. Die Fahndung nach ihm und möglichen Komplizen steht bei der Aufklärung des aufsehenerregenden Falls nun im Vordergrund. Bis zum Morgen wurden keine neuen Entwicklungen bekannt.
Zugriff durch das SEK
Der Zugriff erfolgte durch Kräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK). Die zwei Personen, auf die sie stießen, seien in einem Raum eingeschlossen gewesen. Die Polizei ging zunächst davon aus, dass die beiden Personen im Tresorraum eingeschlossen wurden. Der oder die Täter hätten laut dieser Annahme auf noch unbekanntem Weg den Tatort verlassen.
Die Polizei ging zuvor von mehreren Tätern und Geiseln aus. Bei einer Geisel handele es sich um den Fahrer eines Geldtransporters, teilte die Polizei mit.
Die Einsatzkräfte seien mit einem Großaufgebot im Kreis Ahrweiler vor Ort, hieß es von der Polizei. Es liefen umfangreiche Maßnahmen, in Sinzig gibt es größere Absperrmaßnahmen.
Personen, die in der Absperrung wohnten, sollten die Häuser nicht verlassen, sagte ein Polizeisprecher. Es seien nicht so viele, es handele sich dabei um eine „belebte Straße“.
Sinzig: Offenbar keine Kunden unter den Geiseln
Angaben über die Zahl der Menschen in der Bank wollte der Sprecher nicht machen. Und auch nicht über das weitere Vorgehen der Polizei. Das habe taktische Gründe. Man sei sehr zurückhaltend mit Informationen, auch deswegen, „weil es ja möglicherweise auch jemand mithört“. Man bitte da um Verständnis.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren aber wohl keine Kunden unter den Geiseln. Es gebe auch keine Erkenntnisse über Tote oder Verletzte.

Copyright: EXPRESS-Leser Christopher Eschweiler
EXPRESS-Leser Christopher Eschweiler hat ein Foto von der heiklen Situation in Sinzig geschickt.
Die Polizei äußerte sich nicht dazu, ob Kontakt zu den Geiselnehmern bestand.
Für Bürgerinnen und Bürger, die sich außerhalb der Absperrung befinden, bestand keine Gefahr, hieß es. Die Polizei wurde um 9.00 Uhr über den Vorfall informiert.
Im Pfarrheim St. Peter wurde eine Rettungsstation aufgebaut. Es wurden rollbare Liegen vorbereitet. Vor dem improvisierten Lager stehen Autos des Katastrophenschutzes Ahrweiler und des DRK. Einsatzkräfte bereiten sich auf den Ernstfall vor. Einem Sprecher zufolge handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er sprach von einem Verbands- beziehungsweise Behandlungsplatz. (dpa)
