Mädchen (11) tot: Ein Justizskandal erschüttert Frankreich. Wäre dieses Unglück vermeidbar gewesen?
Schreckliche GewissheitLeiche von Elfjähriger (11) in Silo – Justiz-Skandal droht

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Eine Obduktion muss letzte Gewissheit bringen, ob es sich bei der entdeckten Leiche um die vermisste Elfjährige handelt.
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Eine Nation unter Schock, die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden. Ein totes Kind wurde nach tagelangem Bangen gefunden. Die Geschichte hinter dem verschwundenen Mädchen (11) entwickelt sich zu einer Affäre, die das ganze Land aufwühlt.
Die Hoffnung für eine vermisste Elfjährige ist erloschen, nachdem in der Nähe von Toulouse ein lebloser Körper in einem Kornspeicher gefunden wurde. Staatsanwalt Olivier Naboulet bestätigte, dass die aufgefundene Kinderleiche Bekleidung trug, die der des Mädchens bei ihrem Verschwinden glich. Klarheit über die genaue Todesursache und die Identität des Opfers soll eine Autopsie schaffen.
Minister prangert „völlig inakzeptables“ Versagen an
In der südfranzösischen Ortschaft Fleurance kehrte das Mädchen am Freitagnachmittag der Vorwoche nach dem Unterricht nicht zurück. Eine sofort eingeleitete Suchaktion startete, doch mit jeder verstreichenden Stunde sank die Zuversicht.
Die Ermittlungen konzentrierten sich rasch auf einen 41-jährigen Mann. Videoaufzeichnungen belegten, dass die Elfjährige nachmittags zu ihm ins Fahrzeug gestiegen war. Während des Verhörs behauptete der Verdächtige, er habe das Mädchen auf ihren Wunsch bei einem Schwimmbad aussteigen lassen. Seine Darstellung war jedoch durchweg widersprüchlich.
Was dann ans Licht kam, macht die Sache zu einer Justiz-Affäre: Es existierten schon diverse Anzeigen und Hinweise gegen den Verdächtigen, speziell wegen Vergewaltigung von Minderjährigen. Eine Information, die sprachlos zurücklässt und eine schreckliche Frage in den Raum stellt: Wäre dieses Unglück vermeidbar gewesen?
Für das Handeln der zuständigen Stellen fand Justizminister Gérald Darmanin klare Worte. Die Art und Weise, wie mit den vorherigen Meldungen über den Mann umgegangen wurde, sei „völlig inakzeptabel“. Er bezeichnete es als ein Versäumnis, welches die mangelhafte Struktur im Apparat aufdecke.
„Wir sind alle entsetzt über dieses Versagen“, so Darmanin. Dies belege, „dass wir die Aussagen von Kindern nicht ernst nehmen“. Die Angelegenheit hat aufgrund des vermuteten Behördenfehlers in Frankreich enorme Wellen geschlagen. Premierminister Sébastien Lecornu plant jetzt, ein Krisentreffen mit den Ministern für Justiz und Inneres anzusetzen. (dpa/red)
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