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Sie wollte ihm nur „wehtun“Frau (69) ersticht Mann (70) nach Streit um alte Affären

Landgericht Essen

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69-Jährige ersticht Ehemann: Viereinhalb Jahre Haft

Frau (69) ersticht Mann (70) und geht dann einfach schlafen

Ein schreckliches Drama in Gelsenkirchen: Eine 69-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Sie hatte ihren pflegebedürftigen Gatten (70) ums Leben gebracht. In der Silvesternacht attackierte sie ihren Mann mit wenigstens vier Messerstichen in den Unterleib.

Der Grund für die blutige Auseinandersetzung war laut dem Schwurgericht in Essen ein massiver Zoff. Nach beinahe 50 gemeinsamen Ehejahren brachen anscheinend alte Verletzungen wieder auf – im Mittelpunkt standen vergangene Liebschaften des 70-Jährigen.

Nach der Attacke: Sie ging einfach schlafen

Was im Anschluss an die Stiche passierte, ist schier unglaublich: Anstatt den Notruf zu wählen, begab sich die Gattin zur Ruhe und schlief ein. Als sie circa zwei Stunden danach erwachte, war für ihren Partner jede Hilfe bereits zu spät.

Einen Vorsatz zur Tötung sahen die Richter bei der 69-Jährigen allerdings nicht als gegeben an. Ihre Absicht sei es nur gewesen, ihrem Mann „wehtun“ zu wollen, so die Feststellung im Urteil. Die Verurteilung erfolgte deshalb wegen Körperverletzung mit anschließender Todesfolge.

Richter bezeichnet es als „Familientragödie“

Richter Jörg Schmitt nannte den Fall bei der Urteilsverkündung eine „Familientragödie“. Die Eheleute waren beinahe ein halbes Jahrhundert ein Paar, ehe die Lage in dieser Nacht derart entsetzlich aus dem Ruder lief.

Ein Aspekt, der besonders sprachlos macht und das Strafmaß wohl mit beeinflusst hat: Laut ärztlichen Feststellungen wies die Frau zum Tatzeitpunkt einen außergewöhnlich hohen Blutalkoholwert von 3,8 Promille auf. (dpa/red)

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