Schockierende Zustände in Tempelhof: Tote, Gewalt und pure Not.
Drama in Berliner FlüchtlingsheimTod und Gewalt in Tempelhof – Mitarbeiter warnen eindringlich

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Flüchtlingsunterkunft, Zäune, Gebäude und Türme
Am Standort des früheren Flughafens Tempelhof, der nun als riesige Flüchtlingsunterkunft dient, gab es im letzten und in diesem Jahr tragische Vorfälle. Es kam zu Todesfällen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Diese schrecklichen Ereignisse wurden vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) auf eine Anfrage des Tagesspiegels hin offiziell gemacht. Die Details sind zutiefst beunruhigend.
Laut LAF-Angaben verstarben im Jahr 2025 drei Personen in den Hangars „in Verbindung mit Intoxikation“. Informationen des Tagesspiegels deuten darauf hin, dass exzessiver Alkoholkonsum hierbei eine Rolle spielte. Ein Sprecher des Amtes teilte zudem mit, dass ein Bewohner außerhalb des Geländes Suizid verübte. Die schreckliche Serie setzt sich fort: Im Jahr 2026 gab es schon zwei Suizidversuche sowie einen vollendeten Suizid, ebenfalls außerhalb der Einrichtung. Hinzu kommen monatlich im Durchschnitt ein Vorfall von körperlicher Gewalt oder Bedrohungen unter den Bewohnern. Das berichtet „FOCUS online“.
Mitarbeiter vor Ort: Zustände haben sich „erheblich verschlechtert“
Menschen, die in der Einrichtung tätig sind, beschreiben eine Lage, die sich im letzten Jahr „erheblich verschlechtert“ hat. Ein Auslöser war die Schließung der riesigen Unterkunft am früheren Flughafen Tegel. Daraufhin hat das LAF zahlreiche Bewohner von dort nach Tempelhof umgesiedelt. Gleichzeitig wurden mehr ukrainische Geflüchtete, die neu ankamen, in Tempelhof aufgenommen als zuvor. Die Einrichtung, die Ende 2022 eröffnet wurde, geriet so zusätzlich unter Druck.
Maria Hummel, eine vor Ort arbeitende Psychotherapeutin, schilderte bei einer Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus die dramatische Situation. Sie sprach von enormen Belastungen für die Menschen: ein hoher Lärmpegel, ständige Ruhestörungen, extreme Enge und das Fehlen privater Sanitäranlagen. Ein weiteres Problem seien die nicht vorhandenen Kochgelegenheiten, da die Verpflegung zentral erfolgt und eigene Mahlzeiten unmöglich sind. Hummel warnt: „Das Stresslevel aller Bewohner:innen ist dauerhaft hoch“. Aus psychologischer Perspektive sei dies ein kritischer Faktor, der psychische Krankheiten verschlimmern und Gefühle wie „Passivität, Hilflosigkeit und Ohnmacht“ begünstigen könne. Dadurch wachse die Gefahr für sich selbst und andere. „Das ist etwas, was wir leider in der Unterkunft in Tempelhof dramatischerweise erlebt haben in den letzten Monaten.“
Unfassbare Enge: Drei Personen auf zwölf Quadratmetern
Juliane Willuhn, Bereichsleitung Geflüchtetenarbeit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Berlin-Mitte, bestätigt die Suchtproblematik. Die Awo betreibt die Einrichtung im Auftrag des LAF. Willuhn zufolge leben aktuell circa 50 Männer mit schwerer Alkoholsucht in Tempelhof. Solche Bedingungen erhöhen das Risiko für Sucht, da sie ein Ausweg sein kann, „wenn keine anderen Bewältigungsmechanismen da sind“. Die Mehrheit der untergebrachten Personen stammt aus der Ukraine, aber auch viele aus Syrien, Afghanistan und der Türkei leben dort. Unter ihnen sind laut Angaben auch ungefähr 45 Familien, was insgesamt 150 Menschen ausmacht.
Die Realität weicht stark von den Plänen ab. Zwar sei die durchschnittliche Verweildauer laut Willuhn auf zwei Monate gesunken, doch das gilt nicht für alle. Besonders alleinstehende Männer müssen oft viel länger bleiben. Ungefähr 150 Männer sind schon über ein Jahr in der Notunterkunft, weitere 50 sogar mehr als zwei Jahre. Geplant ist eigentlich eine maximale Aufenthaltsdauer von drei Monaten, bevor eine Verteilung in reguläre Heime erfolgt. Willuhn fordert von der Politik „die Einhaltung der Qualitätsstandards, die sich die Stadt selbst mal gesetzt hat“. Statt der vorgesehenen zwei Personen auf 15 Quadratmetern, müssen sich meist drei Menschen eine Fläche von nur zwölf Quadratmetern teilen.
Medizinische Versorgung mangelhaft – Politik in der Kritik
Ein weiteres massives Problem ist die unzureichende medizinische Betreuung. Willuhn bemängelt, dass der Weg zu einem Arzt „extrem hochschwellig“ sei. Das Problem ist nicht neu; der Bezirk verlangt seit 2023 eine Lösung. Besonders Menschen mit chronischen Krankheiten seien unterversorgt und müssten oft mit Beschwerden in die Notaufnahme, die eigentlich anderswo behandelt werden sollten. Schon im Oktober vor zweieinhalb Jahren versprach die Gesundheitsverwaltung einen „Med-Punkt“, doch passiert ist bis heute nichts. Zwar soll bald eine Praxis eines Versorgungszentrums auf dem Areal eröffnen, die auch für Anwohner zugänglich wäre. Eine Zulassung liegt laut LAF vor, aber ein genauer Zeitpunkt oder Ort für die Eröffnung ist noch unbekannt.
Willuhn richtet schwere Vorwürfe an die Berliner Regierungskoalition aus CDU und SPD. Sie würden ihre eigenen Zusagen aus dem Koalitionsvertrag missachten. Anstelle der vereinbarten „dezentrale und integrationsfördernde Unterbringung“ passiere „genau das Gegenteil“. Der Baustopp für dezentrale Containerdörfer, auf Druck der CDU beschlossen, verschärfe die Lage. Ihr eindringlicher Appell an die Abgeordneten: „Bitte schaffen Sie für die Leute in Tempelhof eine Perspektive.“ Sie betont, dass selbst normale Containerheime „100 Prozent besser“ wären als die Zustände in Tempelhof. (red)
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