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Nach Inferno in der SchweizWirt bricht Schweigen: „Geht uns allen sehr schlecht“

Aktualisiert

Nach dem schrecklichen Inferno in Crans-Montana äußert sich nun erstmals auch der Betreiber des betroffenen Lokals „Le Constellation“.

Nachlässiger Umgang mit Feuerwerk hat die verheerende Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht ausgelöst.

Laut Zeugenaussagen und der Auswertung von Videos deute „alles darauf hin, dass das Feuer ausgegangen ist von Tischfeuerwerken, von Sprühfontänen, die auf Champagnerflaschen aufgesetzt wurden und zu nah an die Decke gekommen sind“, sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Bei dem Brand waren mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen, mindestens 80 weitere wurden lebensgefährlich verletzt.

„Wir können weder schlafen noch essen“

Ingesamt wurden 119 Menschen bei dem Unglück verletzt; viele erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen.

Den Ermittlern vorliegenden Videoaufnahmen zufolge hätten die Feuerwerksfontänen die Deckenverkleidung in Brand gesetzt, der sich dann rasend schnell ausgebreitet habe, sagte Generalstaatsanwältin Pilloud. Die Betreiber der von dem Feuer in der Silvesternacht verwüsteten Bar „Le Constellation“, ein französisches Paar, wurden inzwischen von der Polizei befragt.

Nun hat sich der Wirt im Schweizer Portal „20 Minuten“ erstmals selbst zu Wort gemeldet. Er versichert eine volle Zusammenarbeit mit den Behörden. „Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht“, wird der Mann zitiert, der sichtlich gezeichnet sein soll von den Ereignissen. „Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären. Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert.“

Er führte das Lokal zusammen mit seiner Frau, auch sie war beim Unglück vor Ort, erlitt eine Brandwunde am Arm. Sie wurde aber bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Gegenüber dem „Tribune de Genève“ versicherte der Wirt zudem, dass der Betrieb in den letzten zehn Jahren „dreimal kontrolliert“ worden sei und dass „alles vorschriftsgemäss“ abgelaufen sei.

Das korsische Ehepaar hat 2015 das Le Constellation übernommen. Es führt zudem ein Restaurant in Lens und ein Burgerrestaurant in Montana. Eine Strafuntersuchung wurde von der Walliser Staatsanwaltschaft eingeleitet, um die Ursachen des tragischen Unfalls zu ergründen, wie Béatrice Pilloud betonte. (mg/dpa)