Wende im Block-Prozess: Ein Verdächtiger packt jetzt aus.
Wende im Block-ProzessMutmaßlicher Entführer erhält für seine Aussage sicheres Geleit

Copyright: Georg Wendt/dpa-pool/dpa
Nun bekam ein weiterer mutmaßlicher Entführer sicheres Geleit.
Überraschung im Prozess um die Block-Kinder! Ein weiterer Verdächtiger packt jetzt aus. Jonathan C. wird als Zeuge auftreten und erhält dafür eine Garantie, die selbst die Ankläger überrascht.
Die Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigte auf Anfrage, dass der Mann für seine Aussage vor Gericht sicheres Geleit zugesprochen bekam. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Er ist nicht der erste Fall: Drei Männer und eine Frau aus Israel erhielten bereits eine vergleichbare Zusage. Dennoch müssen alle Beteiligten später mit einem eigenen Prozess und einer Anklage rechnen.
Für Jonathan C. bedeutet die Entscheidung jedoch eine komplette Kehrtwende. Bislang hatte die Anklagebehörde stets argumentiert, seine Rolle sei für eine derartige Sonderbehandlung zu unbedeutend.
Gericht entscheidet gegen den Willen der Ankläger
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, das Ermittlungsgericht habe dem Antrag des Beschuldigten stattgegeben. Er bekommt nun für die Dauer seiner Aussage im Verfahren gegen Christina Block und andere vor dem Landgericht Hamburg Schutz vor Haft. „Die Staatsanwaltschaft hatte keinen entsprechenden Antrag gestellt, weil die Voraussetzungen dieser Ausnahmevorschrift aus Ihrer Sicht nicht vorlagen“, betonte die Sprecherin.
Was das im Klartext heißt? Jonathan C. kann nach Deutschland einreisen, ohne eine sofortige Festnahme befürchten zu müssen. Die Strafprozessordnung formuliert es so: „Das sichere Geleit gewährt Befreiung von der Untersuchungshaft.“
Zeuge sprach bereits aus dem Ausland
Der Mann, der als Model tätig war und laut eigenen Aussagen eine lange Zeit in Hamburg verbrachte, hatte sich schon im Frühjahr aus Israel zu Wort gemeldet. In Interviews beteuerte er, man habe ihm versichert, die Rückholaktion der Kinder sei legal. Er wollte demnach nur seine Hilfe anbieten.
Ein brisantes Detail, das andere Verdächtige enthüllten: Jonathan C. wurde offenbar erst sehr kurzfristig für die Aktion rekrutiert. Der Grund soll gewesen sein, dass er gut Deutsch spricht und so mit den Kindern reden konnte.
Worum es im Prozess gegen die Steakhaus-Erbin geht
Angeklagt ist die Unternehmerin Christina Block. Ihr wird vorgeworfen, nach einem langen Sorgerechtsstreit eine Sicherheitsfirma aus Israel engagiert zu haben. Deren Mission: Ihre beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Ex-Mannes in Dänemark nach Deutschland zu verschleppen.
Die Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block weist die Anschuldigungen vehement von sich. In dem Verfahren, das seit Juli 2025 andauert, gibt es sechs weitere Angeklagte. Am heutigen 53. Verhandlungstag wird die Aussage einer mutmaßlichen Komplizin fortgesetzt, die unter dem Decknamen „Olga“ bekannt ist. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
