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Kölner Queer MarchLuftflotte setzt Zeichen – auch Kebekus dabei

Unter dem Motto „Leb doch, wie du willst – lieb doch, wen du willst“ setzten die Karnevalisten zusammen mit Ken Reise alias Julie Voyage ein kleines, aber feines Zeichen für Respekt und ein friedliches Miteinander. Ganz ohne große Inszenierung, sondern einfach aus Überzeugung.

Copyright: Daniela Decker

Unter dem Motto „Leb doch, wie du willst – lieb doch, wen du willst“ setzten die Karnevalisten zusammen mit Ken Reise alias Julie Voyage ein kleines, aber feines Zeichen für Respekt und ein friedliches Miteinander. Ganz ohne große Inszenierung, sondern einfach aus Überzeugung.

Mit einem besonderen Zeichen für Vielfalt und Solidarität hat die KG Sr. Tollität Luftflotte kurz vor dem Kölner Queer March Haltung gezeigt.

Noch bevor am Sonntag (9. August) der große Kölner Queer March unter dem Motto „Köln zeigt Solidarität, Köln zeigt Haltung“ an der Deutzer Werft um 14 Uhr startet, setzte die KG Sr. Tollität Luftflotte am Freitagabend ein Zeichen für die queere Szene.

Zwei Wochen nach dem islamistischen und queerfeindlichen Anschlag auf den CSD in Berlin demonstrierte die traditionelle Karnevalsgesellschaft Sr. Tollität Luftflotte, die gerade erst ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hatte, dass Haltung notwendiger denn je ist.

Kölner Queer March: Für Toleranz, Herz und Integration

Jeden ersten Freitag im Monat trifft sich die Gesellschaft rund um ihren Präsidenten Harald Kloiber zum traditionellen Stammtisch. Organisiert wird dieser seit Jahren von Andrei Nutesch, der zugleich Pressesprecher der KG ist. „Die Luftflotte und mich haben die schrecklichen Ereignisse in Berlin sehr bewegt. Da wäre ein normaler Stammtisch einfach nicht passend gewesen. Vielmehr ist es uns als Gesellschaft, die für Integrität pur steht, ein Bedürfnis, ein kleines Zeichen – ohne erhobenen Zeigefinger – für Toleranz, Herz und Integration zu setzen“, betont Nutesch im Gespräch mit EXPRESS.de.

„Der Karneval eilt uns zwar in Deutschland immer voraus, aber der Marsch ist kein Aufruf, eine Party zu feiern, sondern ein Zeichen nach außen, dass wir uns unser Lebensgefühl von niemandem nehmen lassen. Das ist ein feiner, aber deutlicher Unterschied. Daher lautet unser Appell an die gesamte Karnevalsgemeinschaft, sich an der Demonstration zu beteiligen – egal, ob man selbst zur queeren Community gehört oder nicht. Dieser Anschlag ist ein Angriff auf unsere Werte und auf die Art und Weise, wie wir leben wollen“, unterstreicht Nutesch im Namen der Luftflotte.

Zusammen mit Ken Reise alias Julie Voyage waren am Freitagabend mehr als 70 Mitglieder der Luftflotte sowie zahlreiche Mitglieder befreundeter Gesellschaften in die KunstKaschämm am Alter Markt gekommen. Unter dem Motto „Leb doch, wie du willst – lieb doch, wen du willst“ setzten sie ein kleines, aber feines Zeichen für Respekt und ein friedliches Miteinander – ganz ohne große Inszenierung, sondern einfach aus Überzeugung.

„Das ist es, was wir Kölner können: Wenn es darauf ankommt, stehen wir zusammen“, betonte Julie Voyage im Gespräch mit Express.de. „Das zeigt die Luftflotte heute Abend deutlich, indem sie ihren schönen Gesellschaftsabend unter ein solch wichtiges Thema stellt. Man kann Köln und dem Karneval viel nachsagen, aber nicht, dass wir keine Haltung und keinen Respekt haben, wenn es darauf ankommt.“

Julie Voyage (r.) und Andrei Nutesch, der Organisator der Stammtische und gleichzeitig der Pressesprecher der KG Sr. Tollität Luftflotte

Copyright: Daniela Decker

Julie Voyage (r.) und Andrei Nutesch, der Organisator der Stammtische und gleichzeitig der Pressesprecher der KG Sr. Tollität Luftflotte

Daher ist es Ken Reise alias Julie Voyage sehr wichtig, dass am Sonntag nicht nur die Szene am Marsch teilnimmt, sondern die gesamte Stadtgesellschaft. „Mit den Karnevalisten, aber auch mit den Familien Schmitz, Müller und Meier.“ Sein ganz persönlicher Aufruf: „Wir haben 1.000 Themen in der Gesellschaft und im Miteinander, die besser laufen könnten. Aber die wichtigste Sache ist: Lasst uns doch erst einmal lieb zueinander sein. Wenn wir das schaffen, dann schaffen wir auch peu à peu die anderen Dinge miteinander.“

Kölner Queer March: Carolin Kebekus dabei

Wenn Köln am Sonntag einmal mehr ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzt, wird der queere Demozug von vielen Prominenten wie Carolin Kebekus unterstützt. Für sie ist der Marsch „die rheinische Antwort auf den islamistischen und queerfeindlichen Terroranschlag auf den CSD in Berlin“.

So sieht es auch der Moderator und Schauspieler Lukas Sauer: „Der Kölner Queer March ist wichtig, denn nach dem Anschlag auf den Berliner CSD sollten wir nicht so weitermachen, als wäre nichts gewesen. Wenn Menschen Angst haben, auf den CSD zu gehen oder die Hand ihres Partners zu halten, dann ist es etwas, was nicht nur die queere Community etwas angeht, sondern uns alle.“

Kabarettist Fatih Çevikkollu ist ebenfalls als Supporter dabei, „weil Gesellschaft die Gleichzeitigkeit von Unterschiedlichkeiten ist. Wir stehen zusammen.“ Sängerin Marcella Rockefeller kommt extra aus Berlin und performt unter anderem den Song „Liebe ist alles“.

Das Reiterkorps Jan von Werth auf der Bühne der Lachenden Kölnarena.
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