Eine neue Untersuchung zeigt schockierende Zusammenhänge.
Alarmierende StudieÜbergewicht erhöht Infektionsrisiko dramatisch

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Fettleibigkeit in alten Holzbuchstaben.
Eine gewaltige Untersuchung mit mehr als 500.000 Teilnehmenden deckt auf: Starkes Übergewicht steigert die Gefahr, bei Infektionskrankheiten einen schweren Verlauf zu erleiden oder daran zu versterben, massiv. Dieser Zusammenhang betrifft nicht allein Covid-19, was sich in der Pandemiezeit zeigte. Er erstreckt sich ebenso auf viele weitere Leiden, darunter die Grippe, Lungenentzündung, Magen-Darm-Beschwerden und auch Infektionen der Harnwege.
Die Datenlage ist echt alarmierend. Wer an Adipositas leidet, also einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher aufweist, trägt ein um 70 Prozent gesteigertes Risiko, wegen einer Infektionskrankheit im Krankenhaus zu landen oder zu sterben, verglichen mit Menschen mit gesundem BMI. Die Wissenschaftler stellten zudem fest, dass die Gefahr mit zunehmendem Körpergewicht weiter anwächst. Laut Hochrechnungen könnten von den 5,4 Millionen Todesfällen durch Infektionskrankheiten pro Jahr schon heute bis zu 600.000 auf das Konto von starkem Übergewicht gehen. Das berichtet „the Guardian“.
Die Erstautorin der Studie, Dr. Solja Nyberg von der Universität Helsinki, schlägt Alarm: Das Problem könnte sich zuspitzen, weil die Adipositas-Zahlen global nach oben klettern. Sie pocht auf schnelle politische Schritte, um die Bevölkerung dabei zu unterstützen, gesund zu leben. Dazu gehören der Zugang zu bezahlbarer gesunder Nahrung und mehr Gelegenheiten für sportliche Aktivitäten. In der Zwischenzeit sei es für Personen mit Übergewicht „besonders wichtig“, den eigenen Impfstatus aktuell zu halten.
Der leitende Studienautor, Professor Mika Kivimäki vom UCL, geht davon aus, dass hier umfassende biologische Prozesse im Spiel sind. „Es ist plausibel, dass Fettleibigkeit die Fähigkeit des Immunsystems schwächt, sich gegen die infektiösen Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze zu verteidigen, was zu schwereren Erkrankungen führt“, so seine Einschätzung. Zu diesem Bild passen laut ihm auch die Erkenntnisse über die neuen Abnehmspritzen. Denn eine Gewichtsreduktion scheint ebenfalls die Gefahr von schweren Infektionen zu verringern. Für die im Fachjournal „The Lancet“ publizierte Studie wurden die Daten von 67.000 Erwachsenen in Finnland sowie 470.000 aus der UK Biobank ausgewertet. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich über 13 bis 14 Jahre.
Das Sterberisiko bei einer Infektionskrankheit unterscheidet sich von Land zu Land. In Großbritannien wurde Adipositas mit etwa jedem sechsten Todesfall durch eine Infektion in Verbindung gebracht, in den USA war es sogar jeder vierte. Den geringsten Anteil verzeichnete Vietnam mit 1,2 Prozent. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass ihre Untersuchung auf Beobachtungsdaten basiert und somit keinen zweifelsfreien kausalen Zusammenhang belegen kann. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

