Streit um Adidas-WerbungModel in Badeanzug sorgt für Aufregung – weil es männlich aussieht

An derFassade des Adidas Stores hängt das Logo des Unternehmens.

Die Vermarktung eines neuen Badeanzugs von Adidas löst in den USA Protest aus. Auch in Deutschland wird diskutiert.

von Eva Gneisinger (eg)

Dass ein Badeanzug die Menschen so auf die Palme bringen kann, ist kaum zu glauben. Doch es geht nicht etwa um das bunte Stück Stoff, das der Sportartikelhersteller Adidas kürzlich auf den Markt brachte – viel mehr geht es um die Person, die es bewirbt.

Auf der Plattform Twitter löst die Vermarktung des Badeanzugs einen regelrechten Shitstorm aus – republikanische Konservative fühlten sich anscheinend auf den Schlips getreten. 

Adidas: Neuer Badeanzug löst Shitstorm aus

Unter dem Motto „Love Unites“ („Liebe verbindet“), welches auf dem Rücken abgedruckt ist, bringt Adidas einen neuen, mit bunten Formen übersäten Badeanzug auf den Markt.

Alles zum Thema Twitter

Beworben wird die Bademode im Adidas-Onlineshop von einem Model, das offenbar mit der Erwartungshaltung vieler Bürgerinnen und Bürger bricht: Der Badeanzug wird von einer, auf den ersten Blick, männlichen Person getragen. Die männlichen Geschlechtsorgane malen sich deutlich unter dem bunten Stoff ab. Welcher Geschlechtsidentität das Model sich selbst zuordnet, ist nicht bekannt. 

Hier sehen Sie die Adidas-Werbung für den Badeanzug in einem Twitter-Beitrag von US-Schwimmerin Riley Gaines:

Die Aufregung ist groß. Auf Twitter machen Boykott-Aufrufe und sich übergebende Emojis die Runde. US-Schwimmerin Riley Gaines wirft in einem Post dem Konzern Adidas vor, mit solchen Fotos die „Frauen ganz auslöschen“ zu wollen. Gaines ist offene Trump-Anhängerin.

Auch die deutschen Twitterblasen erreichte die Protestwelle. In den vergangenen Tagen diskutierten viele auf der Plattform über Männlichkeit und Klischees. Hier sind die Meinungen gemischt: Während die einen zum Boykott aufrufen, feiern andere das queere Statement von Adidas.