Ein Umwelt-Skandal, der fassungslos macht. Ein 63-jähriger Mann aus Unna steht im Zentrum von Ermittlungen, die das ganze Ausmaß einer mutmaßlichen Giftmüll-Verschiebung aufdecken. Es geht um Tausende Tonnen Dreck und einen Schaden in Millionenhöhe.
RIESEN-SAUEREI IN NRWUnternehmer soll Giftmüll illegal entsorgt haben – Anklage!

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Erste Anklage erhoben wegen mutmaßlich illegaler Verklappung belasteter Böden. (Archivbild)
Die Staatsanwaltschaft in Dortmund hat nun einen entscheidenden Schritt gemacht und einen 63-jährigen Mann angeklagt, wie die dpa berichtet. Der Unternehmer aus Unna wurde bereits im vergangenen Oktober in Untersuchungshaft genommen. Laut Mitteilung der Justizbehörde ist er kein unbeschriebenes Blatt und hat bereits Vorstrafen wegen Umweltvergehen.
Die Ermittler zeichnen das Bild einer dreisten Masche: Mit seiner Speditions- und Entsorgungsfirma soll der Mann Aufträge für die Beseitigung von kontaminierten Böden und riskanten Abfallstoffen angenommen haben. Doch die Leistung, für die er bezahlt wurde, soll er nie wie vereinbart ausgeführt haben.
Das sind die schweren Vorwürfe
Ihm werden mehrere Delikte zur Last gelegt: illegaler Umgang mit Abfall, der Betrieb von genehmigungspflichtigen Anlagen ohne die dafür nötige Lizenz sowie Betrug in banden- und gewerbsmäßiger Form.
Der Trick war perfide: Kontaminierte Erde und anderer Müll wurden angeblich einfach neu deklariert. Anschließend soll das gefährliche Material mit sauberer Erde vermengt und an Orten entsorgt worden sein, die dafür keine Zulassung besaßen, etwa am Niederrhein in den Gemeinden Selfkant und Kamp-Lintfort. Seinen Kunden und den zuständigen Ämtern wurde dabei eine vorschriftsmäßige Beseitigung nur vorgespielt.
Hunderte Lkw-Ladungen illegal bewegt
Die Dimensionen des Falls sind gewaltig. Wie die Ermittlungen ergaben, sind auf einem Firmengelände in der Stadt Bottrop über 700 Lkw-Fuhren mit Erdmaterial bewegt worden. Das alles geschah, bevor für die dortige Anlage überhaupt eine offizielle Genehmigung erteilt war.
Unfassbare 23.000 Tonnen verseuchter Erde sollen ohne jegliche Erlaubnis auf einem Grundstück in Selfkant (Kreis Heinsberg) gelandet sein. Die Kosten für die Sanierung dieser vermutlich hochgradig kontaminierten Stoffe werden von der Anklagebehörde auf eine Summe von wenigstens 1,3 Millionen Euro geschätzt.
Doch damit nicht genug. Zusätzlich sollen rund 24.000 Tonnen kontaminierter Aushub in die Tagebaue von Kamp-Lintfort geschafft worden sein. Der hierdurch entstandene, vermutete finanzielle Schaden beläuft sich auf über 360.000 Euro.
Geld und Gold im Kofferraum
Bei einer Razzia im Oktober 2025 machten die Fahnder einen spektakulären Fund. Im Kofferraum eines Fahrzeugs, das der Angeklagte benutzte, entdeckten sie über 120.000 Euro in bar, circa 200 Gramm pures Gold und diverse andere Wertsachen. Die Anklagebehörde hat die Beschlagnahmung dieser Vermögenswerte beantragt.
Jetzt liegt der Ball beim Landgericht in Dortmund, das darüber befinden muss, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird. Für den Beschuldigten gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.
(red)
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