In Verschlägen im Keller gehalten Paderborn: Polizei stellt 18 Hunde sicher

Ein Hundewelpe sitzt verängstigt in einer Transportkiste.

Die Polizei Paderborn ermittelt gegen zwei mutmaßliche illegale Tierhändler. Das Symbolbild stammt aus dem Jahr 2013.

Die Polizei hat in zwei Paderborner Wohnungen 18 Hunde verschiedener Rassen gefunden, die vermutlich illegal verkauft werden sollten.

Paderborn. Die Polizei ermittelt gegen einen 44-jährigen Mann aus Bad Lippspringe und eine 25-jährige Frau aus Paderborn wegen Verdacht des Betruges beim Handel mit Hundewelpen und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Fahnder 18 Hunde verschiedener Rassen sicher.

Paderborn: Hundewelpen im Internet angeboten

Eine Ebay-Kleinanzeige in der süße kleine Malteser-Hundewelpen angeboten wurden, machte Beamte der Paderborner Kripo letzte Woche stutzig. Das Inserat sah einer Verkaufsanzeige sehr ähnlich, die bereits Mitte Juni zu Ermittlungen im Umfeld von dubiosen Tierhändlern geführt hatte, die mit viel zu jungen und todkranken Malteserwelpen Geschäfte machten.

Auch dem Veterinäramt des Kreises Paderborn und anderen Hundebesitzern war die neue Annonce aufgefallen. Alle vermuteten, dass auch hinter diesem Inserat kriminelle Interessen stecken könnten. Nach kurzer Rücksprache mit der Paderborner Staatsanwaltschaft plante die Polizei eine Kontrolle an der ermittelten Anschrift in Bad Lippspringe.

Paderborn: Polizei findet 18 Hunde im Keller

Wie die Polizei am Dienstag mitteile, überraschten Kripobeamte bereits am Freitag die Bewohner des Hauses. Darunter eine 25-jährige Frau und ein 44-jähriger Mann, die als Initiatoren des Hundehandels gelten. In verschiedenen Räumen von zwei Wohnungen und im Keller entdeckten die Beamten insgesamt 18 Hunde verschiedener Rassen. Einige sehr junge Malteser-Welpen, die vermutlich deutlich zu früh vom Muttertier getrennt wurden und teilweise krank erschienen, wurden in Käfigen und Verschlägen gehalten. Die Räume waren teils mit Kot und Urin verdreckt.

Aufgrund der schlechten Haltungszustände zog die Polizei das Veterinäramt hinzu. Alle Tiere wurden sichergestellt und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Tierheimes Paderborn abgeholt. Einer der kranken Welpen ist mittlerweile verstorben. Weitere müssen noch behandelt werden.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Tatverdächtigen bei ihren Ebay-Accounts mit falschen Personalien agierten. Es besteht der Verdacht, dass die angebotenen Tiere mit erschlichenen Impfausweisen ausgestattet als gesund verkauft werden sollten. Laut erster Erkenntnisse sollen bereits über ein Dutzend Tiere verkauft worden sein.

Paderborn: Nicht der erste Fall

Bei den ersten Ermittlungen im Juni war ein anderes Händlerpärchen (19/19) aufgefallen, das in Paderborn und Marienloh Wohnungen angemietet hatte und aus diesen per Ebay mit kranken Welpen handelte.

Geschädigte aus Niedersachsen, deren Hund kurz nach dem Kauf verendet war, hatten sich bei der Polizei in Paderborn gemeldet und Anzeige erstattet. Sie hatten selbst einen neuen Welpen-Kauf initiiert, bei dem Paderborn Fahnder dann dabei waren. So konnten die Tatverdächtigen dingfest gemacht werden. Zwei Welpen und ein Muttertier hatte die Polizei bei dem Zugriff sichergestellt. Beide Welpen waren todkrank und starben kurz darauf im Tierheim.

Die Ermittlungen sind in beiden Fällen noch nicht abgeschlossen. Möglicherwiese gibt es weitere Geschädigte, deren Hundewelpen kurz nach dem Kauf gestorben sind. (dpa)

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