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Wertvolle Dokumente Stadtarchiv überflutet: Köln schickt Helfer nach Stolberg

Ein Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) läuft durch das überflutete Stadtarchiv.

Ein Helfer des Technischen Hilfswerk ist am 18. Juli im überfluteten Stadtarchiv von Stolberg unterwegs.

Die Unwetter-Katastrophe und ihre verheerenden Folgen: In Stolberg sind wertvolle historische Dokumente im überfluteten Stadtarchiv in Gefahr. Köln schickte jetzt unter anderem einen Kulturgutschutz-Container. 

Köln/Stolberg. Wertvolle historische Dokumente des Stadtarchivs Stolberg sind in Gefahr. In der Unwetterkatastrophe hatten Wassermassen den Keller überflutet, Urkunden und andere Schriften drohen zu verschimmeln.

„Unsere komplette Stadtgeschichte ist abgesoffen, das ganze Archivmaterial stand im Wasser“, sagte Stolbergs Bürgermeister Patrick Haas (SPD) am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Jetzt muss man versuchen zu retten, was zu retten ist.“ Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

Es gebe zahlreiche Helfer vor Ort, zudem habe das Kölner Stadtarchiv Experten zur Unterstützung geschickt - die Domstadt hat nach dem Einsturz ihres Stadtarchivs im Jahr 2009 Erfahrung mit der Sicherung von Materialien unter widrigen Bedingungen.

Köln schickt speziellen Container nach Stolberg

Aus Köln wurde am Montagnachmittag ein Kulturgutschutz-Container erwartet, den die Domstadt im vergangenen Jahr gekauft hatte. In ihm sollen Dokumente gesäubert und sichergestellt werden. Die Dokumente müssen schockgefroren werden, damit kein Zersetzungsprozess beginnt. Es gehe unter anderem um Urkunden aus dem Mittelalter, aber auch um normale Bauanträge - letztere seien wichtig, etwa um zukünftig Ausbauten zu genehmigen, erklärte der Bürgermeister.

Der Kommunalpolitiker betonte die Bedeutung des Archivs für seine Stadt. „Die historischen Wurzeln sind den Menschen sehr wichtig“, sagte er. „Wir haben eine lange Stadtgeschichte und gerade noch über den Bau eines Historicums nachgedacht, um den Menschen moderne Archivräume und Ausstellungen bieten zu können.“

Solche Pläne seien nun vorerst vom Tisch. „Jetzt denken wir darüber nach, ob wir in Zukunft überhaupt noch Archivmaterial und damit Zeugnisse unserer Stadthistorie haben werden, die wir zeigen können.“ (dpa)