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Arm und reichIn dieser NRW-Stadt wohnen die meisten Millionäre

Bio-Markt im Dorf Lank-Latum in Meerbusch (Archivbild).

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Bio-Markt im Dorf Lank-Latum in Meerbusch (Archivbild).

Wo leben Armutsgefährdete in NRW, wo leben die Reichen?

In Nordrhein-Westfalen ist es für viele spürbar: Während manche im Überfluss leben, fehlt es anderen am Nötigsten. Dass die Wohlstandsverteilung als unfair wahrgenommen wird, belegt eine Erhebung des WDR: Ganze vier von fünf Deutschen teilen diese Ansicht. Das Risiko, in Armut zu geraten, ist gerade in NRW besonders groß. So waren im Jahr 2024 hierzulande 17,8 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht, da ihr Einkommen unter 60 Prozent des Durchschnitts lag.

Im Ruhrgebiet zeigt sich die Lage in einigen Städten besonders dramatisch. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von lediglich 18.522 Euro war Gelsenkirchen 2022 das bundesweite Schlusslicht. Kaum besser sah es in Duisburg aus, wo es rund 19.325 Euro waren. Im deutschlandweiten Ranking finden sich etliche Kreise aus NRW auf den unteren Rängen wieder.

In Düsseldorf lebten die meisten Reichen

Ganz anders das Bild in den Metropolen: Der Wohlstand konzentriert sich in den Städten Düsseldorf und Köln, aber auch exklusive Gemeinden wie Meerbusch und Herdecke ziehen Vermögende an. Oberhausen bildet dazu einen extremen Kontrast, denn dort leben nur sehr wenige Millionäre. Die Analyse der Statistiker fokussiert sich auf die Einkommensmillionäre unter den etwa 18 Millionen Einwohnern des Bundeslandes.

Die Zahlen für 2020 belegen das: In Düsseldorf lebten die meisten Reichen (637), knapp dahinter folgte Köln mit 597. Essen (211) gehört ebenfalls zu den Spitzenreitern. Das komplette Gegenteil bei den Großstädten ist Oberhausen mit seinen lediglich 17 Einkommensmillionären.

Die Ungleichheit wird noch krasser, wenn man die Millionärsdichte betrachtet. Unangefochtener Spitzenreiter ist Meerbusch: Hier kommen 18,4 Millionäre auf 10.000 Menschen. Herdecke (11) und Düsseldorf (10,3) sind ebenfalls weit oben mit dabei. Ganz unten rangieren Kommunen, darunter Oberhausen und Alsdorf, wo die Quote bei mageren 0,8 liegt.

NRWs reichste Köpfe

Aber es gibt eine noch höhere Liga des Reichtums, wie die „Forbes“-Liste der Superreichen für 2026 zeigt. Von den weltweit 3.428 Milliardären stammen einige direkt aus Nordrhein-Westfalen. Ganz vorn mit dabei: Karl Albrecht Jr. aus Essen. Der Sohn des Aldi Süd-Gründers besitzt ein Vermögen, das auf mehr als 19,1 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.

Seine Schwester Beate Heister zählt ebenfalls zu den Milliardärinnen. Der Erbe von Aldi Nord, sein Cousin Theo Albrecht Jr., kommt auf eine Summe von mehr als 18 Milliarden US-Dollar und ist als einziges Familienmitglied noch im Unternehmen tätig.

Dr. Thomas Strüngmann, Gründer von Hexal

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Dr. Thomas Strüngmann, Gründer von Hexal

Die Brüder Thomas und Andreas Strüngmann, die aus Mülheim an der Ruhr stammen, sind weitere Namen auf der Liste. Nach dem Verkauf ihrer Pharmafirma Hexal im Jahr 2005 stiegen sie frühzeitig beim Impfstoff-Hersteller Biontech ein. Ihr gemeinsames Vermögen beziffert „Forbes“ heute auf 12 Milliarden US-Dollar. Biontech-Mitgründer Uğur Şahin, der in Köln aufwuchs, besitzt laut der Liste etwa 4,7 Milliarden US-Dollar.

Christian Haub, Chef der Tengelmann-Gruppe (bekannt für Obi und Kik), stammt auch aus Mülheim an der Ruhr und soll ein Vermögen von über 3,5 Milliarden US-Dollar haben. Aus Bielefeld kommen die Erben von August Oetker: Seine drei Urenkel Alfred, Carl Ferdinand und Julia besitzen zusammen 5,6 Milliarden Euro.

Christoph Henkel aus Düsseldorf, ein Erbe des Henkel-Imperiums, wird auf rund zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. Doch die Liste hält eine echte Überraschung bereit: Unter den Superreichen aus NRW findet sich auch ein Kölner Künstler. Gerhard Richter, der berühmte Maler, dessen Kunstwerke weltweit Rekordpreise erzielen, gehört laut „Forbes“ ebenfalls zu den Reichsten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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