Kaffee-Krieg eskaliertTchibo zerrt Aldi vor Deutschlands oberstes Gericht!
Der Zoff um Billig-Kaffee zwischen dem Kaffeeröster Tchibo und Aldi Süd spitzt sich zu. Nach zwei juristischen Niederlagen gibt der Hamburger Konzern nicht auf und hat nun beim Bundesgerichtshof Revision eingelegt. Damit müssen sich Deutschlands oberste Richter in Karlsruhe mit der knallharten Frage befassen: Wie billig darf Kaffee wirklich sein?
Der Vorwurf wiegt schwer: Der Discounter soll laut Tchibo seit Ende 2023 Kaffee seiner Eigenmarke Barissimo mehrfach unter den Herstellungskosten verkauft haben. Das Unternehmen sieht darin einen Rechtsbruch und will Aldi Süd dieses Vorgehen gerichtlich verbieten lassen – bislang ohne Erfolg. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wies erst das Landgericht Düsseldorf die Klage ab, im Februar scheiterte auch die Berufung beim Oberlandesgericht. Die Richter sahen kein unfaires Verhalten, gestatteten aber die Revision (Az. VI-6 U 1/25).
In der schriftlichen Urteilsbegründung verwies das Gericht auf eine entscheidende, ungeklärte Rechtsfrage. Es müsse geklärt werden, ob der Verkauf von Lebensmitteln unterhalb der Produktionskosten rechtlich mit dem Verkauf unter dem Einkaufspreis gleichzusetzen sei. Eine Antwort darauf sei zur Fortbildung des Rechts notwendig, hieß es vonseiten des Gerichts.
Tchibo: Alle Verlustverkäufe gleich behandeln
Arndt Liedtke, Sprecher von Tchibo, machte den Standpunkt klar: Verkäufe mit Verlust unter Einstandspreisen seien nach geltendem Recht verboten. «Das muss auch für Verlustverkäufe unter Herstellungskosten gelten.» Für Wettbewerb und Verbraucher mache es keinen Unterschied, ob Kaffee fertig eingekauft oder im Konzern selbst geröstet werde. «Daher sollten alle Verlustverkäufe gleich behandelt werden», so Liedtke. Aldi Süd äußerte sich auf Nachfrage nicht.
Nach Angaben des Kaffeerösters hat der Discounter bestimmte Kaffeesorten zeitweise mit massiven Verlusten verkauft. Es ist von zwei Euro pro Kilo und sogar mehr die Rede. Hergestellt wird der umstrittene Kaffee von New Coffee, einer Tochtergesellschaft von Aldi.
Dieser Streit fällt in eine Zeit, in der die Kaffeepreise ohnehin stark anziehen; auch Tchibo hat sie kürzlich wieder angehoben. Verbraucher in Deutschland müssen für das beliebte Heißgetränk tiefer in die Tasche greifen. Laut Statistischem Bundesamt war Bohnenkaffee im Januar im Schnitt 58 Prozent teurer als 2020. Die Entscheidung aus Karlsruhe könnte die Preise im Handel nachhaltig beeinflussen. (red)
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