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Discounter wird zur KneipeSupermarkt eröffnet eigenes Pub wegen kurioser Gesetzeslücke

Discounter Lidl

Copyright: Hendrik Schmidt/dpa

Lidl baut ein Pub in Nordirland. (Archivbild)

Erst der Einkauf, dann ein Pint? Lidl macht's möglich.

Irre Lidl-Idee in Nordirland: Discounter eröffnet jetzt sein erstes eigenes Pub. Erst die Einkäufe, dann direkt mit den vollen Tüten in die Kneipe nebenan? Was total verrückt klingt, soll in einem Vorort von Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, schon bald Wirklichkeit werden. In Dundonald in der Grafschaft Down hat der Discounter Lidl ein ungewöhnliches Vorhaben gestartet und beginnt mit der Errichtung eines eigenen Pubs.

Wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt, entsteht das Lokal als eigenständiges Gebäude neben einem bereits vorhandenen Lidl-Markt. Dort sollen laut den Plänen bis zu 60 Besucher ihr Bier genießen können, die Inbetriebnahme ist für den Sommer vorgesehen. Das Sortiment soll eine Vielfalt an Bieren, Weinen und Spirituosen umfassen, mit einem Schwerpunkt auf Produzenten aus der Region. Laut einer Mitteilung sagte Gordon Cruikshanks, der Regionalgeschäftsführer für Lidl in Nordirland, dass das Vorhaben über sechs Jahre geplant wurde.

Behörden-Irrsinn als Auslöser für die Pub-Idee

Hinter der Errichtung des allerersten Lidl-Pubs verbergen sich jedoch merkwürdige Umstände, wie die BBC meldet. Die ganze Sache kam durch die rigiden Vorschriften in Nordirland für den Ausschank von Alkohol in Geschäften ins Rollen. Dort müssen Handelsketten, die alkoholische Getränke anbieten möchten, eine Genehmigung von einem anderen Unternehmen kaufen, die «abgetreten» wird. Außerdem ist der Nachweis erforderlich, dass in der Gegend nicht ausreichend lizenzierte Geschäfte zur Deckung des Bedarfs der Bevölkerung existieren.

Letzteres konnte Lidl für eine gewöhnliche Genehmigung nicht belegen – für eine Kneipe allerdings schon, weil laut Angaben in den vergangenen Jahren zwei Bars in der Nähe ihren Betrieb einstellten. Mit dem juristischen Status als Gastronomiebetrieb ist dann auch ein Bereich für den Straßenverkauf gestattet. Weitere Kneipen von Lidl sind wegen dieser besonderen Gegebenheiten jedoch nicht zu erwarten.

Bier in englischem Pub

Copyright: Benedikt von Imhoff/dpa

In Dundonald kann das klassische Pint schon bald neben einer Lidl-Filiale genossen werden. (Archivbild)

Wettbewerber schäumen vor Wut – und scheitern vor Gericht

Wettbewerber legten gegen das Projekt eine Beschwerde beim High Court ein, hatten damit aber keinen Erfolg. Sie machten dem Discounter den Vorwurf, eine nicht erlaubte Gesetzeslücke auszunutzen. Diese Klage wurde im Januar 2025 zurückgewiesen. Einem Unternehmen, das einen neuen Weg gehen möchte, stehe das Gesetz nicht entgegen, so das Urteil des Richters laut BBC.

Billiganbieter wie Aldi und Lidl konnten ihre Position im britischen Markt in der jüngeren Vergangenheit erheblich verstärken. In den kommenden zwölf Monaten beabsichtigt Lidl, in Großbritannien über 50 zusätzliche Standorte zu eröffnen, wie der Konzern am Donnerstag verlauten ließ. Die Kette steckt dafür mehr als 600 Millionen Pfund (entspricht circa 689 Mio Euro) in die Erweiterung ihres Filialnetzes. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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