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Feuer-Drama im Hohen VennFlammen rücken NRW gefährlich nahe – Monschau teilweise evakuiert

Aktualisiert:

Die Lage in Monschau ist wegen des Großfeuers im Hohen Venn angespannt. Alle Infos hier im Liveblog.

Die Lage spitzt sich zu! Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland wird es auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt.

Der Brand ist nur noch etwa 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Leichtes Aufatmen dagegen in Hürtgenwald im Kreis Düren. Hier gibt es erste Entwarnung.

Wir halten euch in unserem Liveblog auf dem Laufenden:

  1. 23.29 Uhr: Wegen des enormen Waldbrandes im Hohen Venn haben die Behörden eine Evakuierung in Teilen von Monschau angeordnet. „Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof und Geisberg“, teilte die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite mit. Die Häuser seien sofort zu verlassen, hieß es. Eine Notunterkunft sei in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet worden. Betroffen seien 17 Häuser und maximal 30 Menschen.
  2. 22.03 Uhr: Seit Stunden wässern rund 100 Einsatzkräfte aus Stadt und Städteregion Aachen den Waldrand bei Ruitzhof. Mit Wasserwerfern und Wasserfässern versuchen sie, die Feuerlinie aufzuhalten. Für die Wasserversorgung wurde eine kilometerlange Pumpleitung verlegt. Der Einsatz soll voraussichtlich die ganze Nacht andauern.
  3. Weitere Kräfte der Monschauer Feuerwehr stehen in Alarmbereitschaft, falls das Feuer weiter Richtung Deutschland zieht. Laut einer „Firemap“ ist die Brandfront noch etwa einen Kilometer von der deutschen Einsatzstelle entfernt. Auch die belgischen Einsatzkräfte kämpfen in der Nacht weiter gegen die Flammen.
  4. 20.11 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankt den Einsatzkräften und freiwilligen Helfenden für ihren Einsatz gegen die Waldbrände. Die Feuer zeigten, dass Katastrophen nicht an Staatsgrenzen haltmachten. Europa müsse deshalb bei der Brandbekämpfung und im Kampf gegen den Klimawandel zusammenstehen, so Steinmeier. „Mein großer Dank gilt allen Feuerwehrleuten, den Soldaten und den vielen freiwilligen Helfern.“
  5. 18.54 Uhr: Feuerwehrleute aus Stadt und Städteregion Aachen unterstützen inzwischen die Einsatzkräfte auf belgischer Seite. Die Kräfte sammeln sich im Raum Kalterherberg und fahren von dort gemeinsam ins Einsatzgebiet. In Monschau ist aktuell nur wenig bis gar kein Rauch festzustellen. Nach Angaben der Städteregion sind für das Stadtgebiet derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen nötig. Die Feuerwehr Monschau beobachtet die Lage weiter genau.
  6. 17.20 Uhr: Die Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen wappnen sich gegen ein Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. Im Grenzbereich rund um Monschau-Kalterherberg hat die Feuerwehr der Städteregion Aachen mit präventiven Schutzmaßnahmen begonnen. Um eine Ausbreitung des Feuers im Keim zu ersticken, wässern die Einsatzkräfte derzeit gezielt die grenznahen Wald- und Baumbestände.
  7. 16.06 Uhr: Die Feuerwehr Monschau erkundet derzeit die Lage im angrenzenden Waldbrandgebiet. Einsatzkräfte waren dorthin aufgebrochen, um sich vor Ort ein genaueres Bild von der Situation zu machen. Nach ihrer Rückkehr ist für den späten Nachmittag eine weitere Lagebesprechung vorgesehen. Evakuierungen sind nach aktuellem Stand nicht geplant.
  8. 15.11 Uhr: Kurz vor dem Ortsteil Kalterherberg der Stadt Monschau sind weiterhin regelmäßig Löschhubschrauber im Einsatz. Die Maschinen fliegen durch die dichten Rauchwolken zur Brandstelle, kehren anschließend zur Wasseraufnahme zurück und starten wenig später erneut.Anders als die Landwirte können die Hubschrauber derzeit offenbar nicht auf den nahe gelegenen See von Robertville in Belgien zurückgreifen. Nach Angaben von Reportern des belgischen Senders VRT ist die Rauchentwicklung über dem Stausee so stark, dass bislang kein Löschhubschrauber dort Wasser aufnehmen konnte.
  9. 14.17 Uhr: Weil der Wind in der Nacht mehrfach gedreht habe, bleibe die Lage „kompliziert“erklärten die Behörden in Belgien. Die Stadt Monschau geht aber derzeit nicht mehr davon aus, dass die Flammen über die Grenze übergreifen. Aktuell hat sich der Waldbrand etwa anderthalb Kilometer von der deutschen Grenze entfernt im Naturschutzgebiet Hohes Venn ausgebreitet.
  10. 13.23 Uhr: Anwohner und Anwohnerinnen sind weiterhin besorgt. Wie Anwohnerin Anna (68) aus Kalterherberg der BILD sagte, sei ihre Tochter „sicherheitshalber mit dem Enkel nach Köln gefahren, sie hat auch Pferde mitgenommen. Gestern und heute Nacht sah es wirklich dramatisch und bedrohlich aus, der Blick auf den Hohen Venn hat uns wirklich Angst gemacht.“
  11. 13.04 Uhr: Nach derzeitigem Stand sieht die Stadt Monschau keine Notwendigkeit, eine Evakuierung anzuordnen. Die rund 5.000 Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich müssen ihre Häuser nicht verlassen, sagte eine Stadtsprecherin auf dpa-Anfrage.
  12. 12.56 Uhr: Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn befindet sich laut Stadt weniger als zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird“, hieß es auf der Homepage der Stadt.
  1. 12.04 Uhr: Die Gefahrenlage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.“ Außerdem hat sich der Wind gedreht und ist abgeflaut. Aktuell werden die Rauchwolken von Monschau weggetrieben.
  2. 11.41 Uhr: Zusätzliche Hilfe wird am Sonntag erwartet, nachdem Belgien andere EU-Länder um Unterstützung gebeten hat, so RTBF. Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg sowie zwei Hubschrauber aus den Niederlanden sind bereits vor Ort, teilten die lokalen Behörden mit. Nach einer Hitzewelle Anfang der Woche sanken die Temperaturen in Belgien über Nacht.
  1. 11.12 Uhr: Der Waldbrand an der Grenze zu Deutschland weitet sich aus. Einsatzkräfte hoffen, dass Verstärkung aus dem Ausland und kühlere Temperaturen dazu beitragen, das Feuer im Naturschutzgebiet Hohe Venn unter Kontrolle zu bringen. Die Feuerfront erstreckte sich am Sonntagmorgen über einen Kilometer, wie der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete. Das Feuer änderte dem Bericht zufolge in der Nacht wegen wechselnder Winde mehrmals seine Richtung. Unter Kontrolle ist die Feuerfront noch nicht.
  2. 9.58 Uhr: Laut Deutschem Wetterdienst ist in der Region heute nicht mit Regen als Unterstützung zu rechnen. Es werde keinen Niederschlag geben, der Wind werde dort aber schwach bis mäßig - also recht günstig - ausfallen, sagte eine Meteorologin des Wetterdienstes.
  1. 9.14 Uhr: Wie die Provinz Lüttich am Sonntagmorgen mitteilte, waren in der Nacht mehr als 250 Einsatzkräfte aus Belgien und Deutschland im Einsatz, darunter Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz, Militär und Rettungsdienste. Auch zwei Chinook-Hubschrauber aus den Niederlanden sind im Einsatz.
  2. 8.13 Uhr: Polizei und Feuerwehr in Monschau bitten darum, den Notruf nur im Notfall zu wählen. Wer Hilfe benötigt, z.B. aus gesundheitlichen Gründen, kann sich an eine der folgenden Telefonnummern wenden: 02472 81-0, 02472 81-210, 02472 81-209 oder 02472 81-212. Diese Empfehlung gilt zunächst bis 18 Uhr am heutigen Tage.
  1. 8.01 Uhr: Die Stadt Monschau hat im Bürgercasino Imgenbroich eine Anlaufstelle für die Menschen eingerichtet, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können. Diese ist seit 7 Uhr geöffnet.
  2. 7.24 Uhr: Nach Informationen des Gouverneurs der belgischen Provinz Lüttich habe der Waldbrand mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst. Das entspricht umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Menschen stehen auf einer Brücke vor dem so genannten „Roten Haus“. Meteorologen sagen für den heutigen Sonntag und die kommenden Tage viel Sonne und warme Temperaturen voraus.

Copyright: Jonas Güttler/dpa

Menschen stehen auf einer Brücke vor dem so genannten „Roten Haus“. Meteorologen sagen für den heutigen Sonntag und die kommenden Tage viel Sonne und warme Temperaturen voraus.

  1. 6.31 Uhr: Auf ihrer Webseite rief die Stadt Monschau am Morgen erste Bewohner dazu auf, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Dort heißt es: „Da gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch nicht ausgeschlossen werden können, wird den Einwohnerinnen und Einwohnern von Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs dringend empfohlen, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen.“
  2. 6.26 Uhr: Die Feuerfront im Hohen Venn befindet sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien. (red)

Ein Feuerwehrauto fährt an einem Banner mit der Aufschrift „Danke an alle Helfer“ vorbei. Den Waldbrand im Hürtgenwald haben die Einsatzkräfte unter Kontrolle gebracht.
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