Held der Unwetterkatastrophe Baggerfahrer rettet mit selbstloser Aktion das Leben hunderter Menschen

Blick auf den kaputten Damm der Steinbachtalsperre. Die Dämme der Talsperre drohten wegen dem Hochwasser tagelang zu brechen.

Nach den Unwettern drohte der Damm der Steinbachtalsperre zu brechen. Das hätte unter Umständen hunderte Menschenleben kosten können. 

Er ist der Held der Unwetter in Euskirchen. Tiefbauer Hubert Schilles hat mit seinem Bagger den Abfluss der Steinbachtalsperre freigeschaufelt und so möglicherweise das Leben hunderter Menschen gerettet.

Euskirchen. Mehrere Politiker heben seinen Baggereinsatz in der Flutkatastrophe als beispielhafte Zivilcourage hervor, doch der Eifeler Tiefbauer Hubert Schilles bleibt bescheiden. „Das war keine Heldentat. Das hätte jeder andere auch gemacht“, sagte der 67-jährige Schilles der Deutschen Presse-Agentur.

Der Inhaber einer Tiefbaufirma aus der Region hatte sich am vergangenen Donnerstag, 15. Juli 2021, ohne zu zögern bereit erklärt, den mit Boden und Geröll zugeschwemmten Abfluss der Steinbachtalsperre in Euskirchen freizubaggern. Dort war befürchtet worden, der Damm könne brechen, wenn es nicht gelänge, Druck von der übervollen Talsperre zu nehmen.

Euskirchener Bauunternehmer handelt selbstlos – es stand viel auf dem Spiel

Er habe ja genau gewusst, was für die Ortschaften unterhalb des Dammes auf dem Spiel stand, sagte Schilles. „Mir war klar. Hier muss sofort Hilfe her. Da kann man nicht mehr lange überlegen“.

Er habe einen 30-Tonnen-Tieflader angefordert und sei „da reingefahren“: „Ich bin ein gläubiger Menschen: Ich habe mich zweimal gesegnet, bevor ich da runter bin“, sagte Schilles. 18 Meter unter dem Wasserspiegel arbeitete er dann sechs Stunden lang auf der anderen Seite des akut gefährdeten Dammes und schaufelte den Ablauf frei.

Euskirchener Hubert Schilles: „Ich hatte keine Angst“

Dass er sich selbst in Lebensgefahr begibt, sei klar gewesen. „Wenn die Wand fliegen gegangen wäre, wäre das hundertprozentig der sichere Tod gewesen. Das war schon eine brisante Situation“, sagte Schilles. „Aber ich hatte keine Angst, weil dahinter stand ja was Großes. Nämlich, dass kein Mensch zu Schaden kommt“, sagte Schilles.

Er halte sein Handeln daher für selbstverständlich. „Man soll nicht die Brust rausdrücken. Ich bin eher der, der im Untergrund arbeitet“, sagte der 67-Jährige. Er und sein Team aus 57 Beschäftigten seien auch nun weiter mit Aufräumarbeiten nach der Katastrophe befasst. Zurzeit fahre er immer wieder Sondermüll zur Deponie.

Ministerpräsident Armin Laschet und NRW-Innenminister Herbert Reul (beide CDU) hatten das Engagement des Mannes am Montag beide als beeindruckend und beispielhaft für Zivilcourage hervorgehoben. „Das ist eine lebensgefährliche Aufgabe“, so Laschet bei einem Treffen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an der Talsperre. Reul hob hervor, dass sich der Baggerunternehmer damit einreihe in eine große Gruppe Menschen, die im Hilfseinsatz Sensationelles bewegt hätten. (dpa)

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