„Wer möchte da noch wohnen?“ Bewohner von Erftstadt machen ihrem Ärger Luft

Bewohner von Erftstadt sitzen nach dem Unwetter vor mehr als zwei Wochen bei einer Infoveranstaltung.

Nach dem Unwetter vor mehr als zwei Wochen kam es in Erftstadt nun zu einer Infoveranstaltung für die Bürger.

Zwei Wochen nach dem Unwetter in NRW können zahlreiche Bewohner aus Erftstadt-Blessem noch immer nicht zu ihren Häusern. Diese liegen weiter im Sperrgebiet. Auf einer Infoveranstaltung machten sie ihrem Ärger Luft.

Erftstadt. Vor zwei Wochen brach die Hölle über die Bewohner von Erftstadt-Blessem herein. Und noch immer können zahlreiche Bürger der  nicht in ihre vom Unwetter zwerstörten Häuser zurück. Einige Wohngegenden befinden sich weiterhin in einer Sperrzone. Auf einer Infoveranstaltung machten sie nun ihrem Ärger Luft.

Blessem: Einige Häuser immer noch nicht bewohnbar

In dem vom Hochwasser stark betroffenen Erftstadt können viele Bewohner des Stadtteils Blessem auch mehr als zwei Wochen nach der Katastrophe nicht zu ihren Häusern zurück. Das bestätigte Roland Strauß vom Geologischen Dienst NRW bei einer Infoveranstaltung der Stadt am Donnerstagabend (29. Juli). Häuser in der Radmacherstraße in der Nähe der Kiesgrube befinden sich noch im Sperrgebiet - unterteilt in einen komplett gesperrten roten Bereich und einen gelben Bereich, der nur zeitlich begrenzt und mit Genehmigung betreten werden darf.

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„Anfang nächster Woche können wir vermutlich einen Großteil der Häuser in der gelben Zone in die weiße Zone schieben“, sagte Strauß. Die weiße Zone markiert den Bereich außerhalb des Sperrgebiets. Einige Häuser im roten Bereich sind hingegen nicht mehr zu retten. „Einige mussten abgerissen werden“, sagte Strauß. Die Lage in der Zone werde täglich neu bewertet. An der Abbruchkante seien aktuell „keine signifikanten Bodenverformungen“ mehr gemessen worden.

Nach Hochwasser: Einwohner von Blessem voller Sorge und Ärger

Viele Anwohner der Radmacherstraße machten ihren Sorgen und ihrem Ärger am Donnerstagabend Luft. „Wer möchte denn da noch wohnen?“, fragte ein Mann, dessen Haus in der gelben Zone steht, in Richtung der Bürgermeisterin Carolin Weitzel (CDU). „Da kann man sich doch nicht mehr sicher fühlen. Wollen Sie da wohnen?“ Die Bürgerinnen und Bürger äußerten zudem Zweifel an der Sicherheit der Kiesgrube und kritisierten die Kommunikation der Stadt. „Ich telefoniere den ganzen Tag“, sagte eine Anwohnerin. „Ich habe keinen direkten Ansprechpartner.“

1600 Anträge zur Soforthilfe in Erftstadt eingegangen

Währenddessen sind nach Angaben der Stadt bereits 1600 Anträge zur Soforthilfe in Erftstadt eingegangen, 1300 davon seien bearbeitet worden. Demnach seien bisher 3,3 Millionen Euro ausgezahlt worden. Über die Verteilung der eingegangenen Spenden werde derzeit beraten. Ein Konzept dazu soll laut Bürgermeisterin Weitzel in der nächsten Ratssitzung am 24. August besprochen werden.

Ein Erdrutsch hatte in Erftstadt-Blessem bei Hochwasserkatastrophe vor zwei Wochen einige Gebäude mitgerissen. Einige betroffene Bewohner konnten in den vergangenen Tagen kurz in ihre Wohnungen. Direkt an der Abrisskante ist das aber noch zu gefährlich. (dpa)

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