3955 Kinder getestet Corona-Studie in Düsseldorfer Kitas liefert eindeutiges Ergebnis

Kita Dusseldorf

Vier Wochen lang werden in Düsseldorfer Kitas 40.000 Speichelproben für die Virus-Studie genommen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Düsseldorf – Es war ein Projekt, das bundesweit mit Spannung erwartet wurde. Die große Corona-Studie in Düsseldorfer Kitas. Sie sollte klären, welches Infektionsrisiko von den Kleinsten ausgeht.

Jetzt ist die Untersuchung von SARS-CoV-2 Infektionen in den Tageseinrichtungen der NRW-Landeshauptstadt abgeschlossen und die Virus-Experten der Uniklinik stellen die Ergebnisse vor. Und die sind eindeutig.

  • Düsseldorfer Uniklinik analysierte fast 35.000 Corona-Tests
  • Nur ein Kind infizierte sich in der vier Wochen langen Untersuchung
  • NRW-Familienminister Stamp zufrieden mit der Studie aus Düsseldorf

Corona in Düsseldorf: Kita-Studie spürte nur ein infiziertes Kind unter fast 4000 auf

Insgesamt hat das Institut für Virologie der Heinrich-Heine-Uni seit Anfang Juni insgesamt 5210 Personen, 3955 Kinder und 1255 Betreuer in 115 Düsseldorfer Kitas auf das Coronavirus untersucht. Jeder wurde zweimal pro Woche getestet –  vier Wochen lang. Dabei wurde allerdings bei nur einem einzigen Kind eine Infektion festgestellt.

Laut Gesundheitsamt gab es in den teilnehmenden Kitas in dieser Zeit aber zehn weitere Neuinfektionen. Acht beim Personal und zwei bei Kindern, die allerdings allesamt nicht für die Studie untersucht wurden.

Ziel der Studie war, zu klären, ob es in den Kita-Gruppen zu neuen Infektionsfällen kommt, die für weitere Infektionsketten sorgen könnten.

Corona in Düsseldorf: Keine großen Virus-Ausbrüche nach den Kita-Öffnungen

„Glücklicherweise haben wir insgesamt sehr wenig Fälle in den Kitas gefunden. Die Auswertung zeigt, dass im Studienzeitraum die Häufigkeit von Neuinfektionen in Düsseldorfer Kitas auf dem gleichen Niveau wie für die Stadt Düsseldorf insgesamt lag. Nach der Öffnung der Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb ist das Infektionsgeschehen nach diesen Erkenntnissen nicht überproportional angestiegen“, erklärte Prof. Dr. Jörg Timm, Chef des Instituts für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf.

Für NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), dessen Ministerium die Studie in Auftrag gegeben hatte, schätzt die Lage so ein: „Die bisherigen Studienergebnisse geben keinen Anlass davon auszugehen, dass von Kita-Kindern ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht oder im Umfeld Infektionsketten ausgelöst werden, obwohl das geltende Abstandsgebot in der Kindertagesbetreuung nicht eingehalten werden kann.“

Corona in Düsseldorf: Labor in der Uniklinik analysierte fast 35.000 Virustests

Nur in einem Fall gab es Hinweise darauf, dass es in einer Kita zu einer Corona-Übertragung auf ein weiteres Kind und von dort aus auf weitere Familienmitglieder kam. „Auf dieser Grundlage von erfreulich wenigen Infektionen ist eine klare Aussage dazu, welche Bedeutung Kinder als Infektionsquelle haben, leider nicht möglich“, machte Timm deutlich.

Insgesamt wurden in der Studie durch das Labor der Uniklinik fast 35.000 Proben analysiert. (jme)

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