Abschied von Malte C. Hunderte Trauernde reisen nach NRW – auch Behörden setzen Zeichen

„Rest in Pride“ steht auf einem Karton an der Gedenkstätte für Malte C auf den Stufen des historischen Rathauses am Prinzipalmarkt in Münster.

Gedenken an Malte C. in Münster. Das Foto ist am 3. September 2022 an der Gedenkstätte für den verstorbenen Transmann am Prinzipalmarkt aufgenommen worden.

Sein Tod bewegt ganz Deutschland: Der Transmann Malte C. ist nach einem Angriff während des Christopher-Street-Days verstorben. Nun wurde er im großen Rahmen beigesetzt.

Großer Andrang auf dem Waldfriedhof Lauheide östlich von Münster: Mehrere hundert Trauernde sind am Dienstag (4. Oktober 2022) gekommen, um Malte C. das letzte Geleit zu erweisen. 

Der Tod des Transmannes Malte C. hatte vor einigen Wochen bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der 25-Jährige hatte beim Christopher Street-Day in Münster am 27. August Zivilcourage gezeigt – und wurde bei einem Angriff tödlich verletzt.

Christopher-Street-Day: Trauerfeier für Malte C.

Zuvor hatte er einen 20-Jährigen aufgefordert, zwei Frauen nicht länger mit den Sprüchen „Lesbische Hure“ oder „Verpisst euch“ queerfeindlich zu beschimpfen. Daraufhin schlug der Mann mit der Faust zu und verletzte Malte C. schwer. Nach dem Sturz auf den Hinterkopf starb der 25-Jährige wenige Tage später im Krankenhaus.

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Der Tatverdächtige war geflohen und wurde später von einer Ermittlerin der Mordkommission am Hauptbahnhof in Münster entdeckt und festgenommen. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft und äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Der Mann ist polizeibekannt und bereits wegen mehrfacher Körperverletzung vorbestraft.

Die Vereine und Gruppen aus der Queer-Community in Münster, die die Trauerfeier organisiert haben, hatten am Dienstag mit knapp 1.000 Trauernden gerechnet. Auf dem Friedhof hatten sich am Ende aber weniger Personen eingefunden. Zuvor war Malte C. bei einer nicht öffentlichen Beerdigung beigesetzt worden.

Bundesweit hatten am Tag der Beerdigung zahlreiche Behörden an öffentlichen Gebäuden und Geschäftsleute Regenbogenflaggen als Zeichen der Solidarität gehisst und sind damit einem Aufruf zahlreicher Vereine, Kirchengemeinden und Initiativen aus Münster gefolgt.

Münster: Polizeipräsidentin zeigt sich mit Regenbogenflagge

Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf zeigte sich bei Twitter mit Regenbogenfahne im Kreis von Polizistinnen und Polizisten. In Düsseldorf hatte sich das NRW-Familienministerium angeschlossen. Auch das Sozialministerium des Landes Brandenburg in Potsdam hatte die Regenbogenflagge gehisst.

Die Bezirksregierung Münster hisste die „Pride“-Flagge als Trauerbeflaggung und würdigte den Toten in einem Twittereintrag mit den Worten: „Malte C. ist nach einem Gewaltangriff seinen schweren Verletzungen erlegen, nachdem er in einem beispiellosen Maß für die Rechte der LGBTQ+-Community einstand.“

Die englische Abkürzung „LGBTQI+“ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen für weitere Identitäten.

Transmenschen oder Transgender sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. (dpa)

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