Brutale Polizei-Verwechslung in Heinsberg: Unschuldiger Mann schwer traumatisiert
Gesicht auf den AsphaltSEK verhaftet Unschuldigen bei Mörder-Jagd in Heinsberg

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In Heinsberg geriet ein Unschuldiger ins Visier einer Spezialeinheit. (Symbolbild)
Ein junger Mann erlebt in Heinsberg den Horror: Ein Sondereinsatzkommando wirft ihn brutal zu Boden. Sie haben den Falschen. Jetzt ermittelt die Justiz gegen die Elite-Polizisten aus NRW.
Die Staatsanwaltschaft in Aachen hat eine vorläufige Untersuchung aufgenommen wegen möglicher Körperverletzungs- und Amtsdelikte. Eine Sprecherin bekräftigte dies in Düsseldorf gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Grundlage für die Ermittlungen ist ein Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Der Anlass war ein Zugriff im Februar am Busbahnhof von Heinsberg (Regierungsbezirk Köln). An der Aktion waren Elite-Einheiten aus NRW, die Kripo und spanische Beamte beteiligt. Dabei wurde jedoch irrtümlich ein völlig unbeteiligter Mann in Gewahrsam genommen, als man den mutmaßlichen Mörder des ukrainischen Politikers Andrij Portnow suchte.
Unbeteiligter kämpft bis heute mit den Folgen
Der Betroffene schilderte der „Zeit“, wie sein Kopf brutal zu Boden gedrückt wurde. Man habe ihm eine Maske übergestülpt und ihn mit Kabelbindern am Boden fixiert. Er erlitt dabei Verletzungen und leidet bis heute unter den seelischen Folgen des Erlebnisses.
Die Darstellungen des Mannes decken sich laut dem Zeitungsbericht mit Aussagen von Zeugen und auch mit Videoaufnahmen. Nachdem der folgenschwere Irrtum bemerkt wurde, ließen die Beamten den Unschuldigen gehen. Eine Entschuldigung oder ein Angebot zur Entschädigung gab es nicht.
Die Aachener Anklagebehörde machte zunächst keine weiteren Angaben zu dem Vorfall oder der Person des unmittelbar Betroffenen.
Tödliche Schüsse im Mai 2025
Portnow selbst war am 21. Mai 2025 in einem Madrider Vorort auf der Straße erschossen worden. Zwischen 2010 und 2014 arbeitete er in der Ukraine als Berater und Vizechef im Präsidialamt unter Viktor Janukowitsch, dem damaligen russlandfreundlichen Präsidenten.
Zuvor war Portnow mehrere Jahre als Jurist und Parlamentsabgeordneter für die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko aktiv. Nach dem Sturz von Janukowitsch im Jahr 2014 lebte er anfangs im Exil in Russland. Er kehrte 2019, kurz vor dem Wahlsieg von Wolodymyr Selenskyj, in die Ukraine heim.
Nach dem russischen Einmarsch 2022 verließ der mehrfache Familienvater das Land erneut – diesmal in Richtung Westen. In den Monaten vor seinem Tod hatte er in der Ukraine vor allem durch erfolgreiche Klagen gegen Medien für Aufsehen gesorgt, die ihn mit dem Label „prorussisch“ versahen. Die USA hatten 2021 Sanktionen gegen ihn verhängt. Sanktionen der EU mussten hingegen nach siegreichen Klagen wieder aufgehoben werden. (red)
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