The BossHoss spielten auf dem Bonner KunstRasen. Die große Party blieb dabei aber aus. Da half auch der Besuch mitten im Publikum nicht wirklich.
The BossHoss in BonnDie Cowboys kommen in die Jahre

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Action auf der Bühne: Sascha Vollmer, Malcom Arison und Alec Voelkl (v.l.) geben auf dem Bonner KunstRasen mit The BossHoss ihr Bestes.

Wer das Vergnügen hatte, die Herren Alec Völkel (alias Boss Burns) und Sascha Vollmer (alias Hoss Power) mit ihrer Band The BossHoss einmal live auf der Bühne gesehen zu haben, weiß, was da abgeht. Wer wissen möchte, was vor der Bühne abgehen konnte, muss schon früher mal einem Konzert der Herren Völkel und Vollmer beigewohnt haben.
Schauen wir daher mal nach Köln ins Jahr 2006 und ins Theater am Tanzbrunnen. Die zwei Jahre zuvor gegründete Cowboy-Band kam erst gegen 23 Uhr auf die Bühne und tobte sich aus. Vor der Bühne wurde geschubst, gerangelt und bisweilen wurde sich auch gekloppt. Zurück blieben ein zerrissenes T-Shirt und Erinnerungen an eine krachend bierselige Nacht.
The BossHoss: 3000 Fans beim Konzert auf dem KunstRasen
Ein Jahr später der Auftritt im Kölner E‑Werk. Schon weitaus gesitteter, auch weil der Auftritt für eine Live-DVD gefilmt wurde. Boss und Hoss warfen sich in Pose, das Publikum mischte mit. Ein paar Jahre später wurde es am Tanzbrunnen dann skurril, als ein Zuschauer sich bedrängt fühlte, nur weil im Gedränge mal ein wenig getanzt wurde.
Die wilden Zeiten schienen irgendwann vorbei. Boss und Hoss waren zwischen 2011 und 2013 Trainer bei „The Voice of Germany“, bevor sie dann auch bei der Sendung „Sing meinen Song“ mitmachten. Das Duo war angekommen im deutschen Musik-Tempel und in deutschen Wohnzimmern.
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Am Sonntag (23. August 2026) gastierten The BossHoss auf dem Bonner KunstRasen, und, nun ja, die einzigen Funken, die richtig übersprangen, waren die Pyro-Fontänen. Boss fegte im Unterhemd wie eh und je über die Bühne und über die Boxen. Hoss saß wie eh und je auf seinem Barhocker. Die Choreo der beiden 54-Jährigen war somit wie immer, zündend war das Ganze aber nicht.
Selbst dann nicht, als das Duo sich inmitten der 3000 Zuschauer auf einem Podest aufbaute, ein paar Songs spielte, ihr neues Album („Back to the Boots“) anpries und Spontan-Käufern die Cover unterschrieb. Die teils in Cowboy-Outfits gesteckten Fans wippten sanft mit und filmten lieber. Gehüpft wurde nur, wenn dazu aufgefordert wurde. Vielleicht mag es am Mangel der eingängigen Gassenhauer gelegen haben, die die Band früher abfeuerte. Oder auch am Mangel der stimmlichen Qualität der Sänger, die bei einigen Liedern nicht richtig durchdrangen.

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Boss und Hoss inmitten der Fans auf dem Bonner KunstRasen.
So überzeugten hauptsächlich die musikalischen Mitstreiter der Herren Völkel und Vollmer, die von Trompete bis Gitarre in altbewährter Manier den Ton bis zur letzten Zugabe „Word up“ trafen. Und wer weiß, ob The BossHoss nach ihrem vierten Auftritt in Bonn ihr Versprechen einlösen werden, das sie an diesem Abend formulierten: „Das ist hier eins der besten organisierten Sommer-Festivals. Ab jetzt kommen wir jedes Jahr wieder!“
Noch einmal zurück ins Jahr 2006, als sich Boss und Hoss nach dem Auftritt unters Publikum mischten. „Und, wie fandet ihr uns?“, fragten sie. Ein Fan antwortete: „Geht so.“ Rückfrage: „Wen fandest du denn schon besser?“ Antwort: „The Pogues!“ Ein besseres Lob gab es nicht. Damals zumindest.

