Stadtrand-Frontmann Roman Lob hat im Frühjahr öffentlich gemacht, dass er an einer Depression erkrankt sei und nun Hilfe benötige. Nach seinem Comeback-Auftritt sprach der Sänger über diese Zeit.
Comeback nach DepressionKölner Sänger Roman Lob hat „echt gezittert vor dem Auftritt“

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Endlich wieder auf der Bühne. Roman Lob feierte am Samstag (11. Juli 2026) sein Bühnen-Comeback mit seiner Band Stadtrand.
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Es war eine Nachricht, die viele Fans und Kollegen in der kölschen Musikszene sehr bewegt hat. Vor drei Monaten teilte Roman Lob (36) mit, dass er eine Auszeit von der Band Stadtrand nehmen müsse.
Der Sänger, der durch die Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“ und seinen achten Platz beim Eurovision Song Contest 2012 einem bundesweiten Publikum bekannt wurde, kämpfte mit einer Depression.
Stadtrand: Sänger Roman Lob fiebert Konzert im E-Werk entgegen
Musik sei für den charismatischen Frontmann immer ein Ventil gewesen. Seit 2014 begeistert die Band mit Hits wie „Orjenal“, „En kölsches Leed“ sowie Party-Krachern wie „Papajei“ und „Ahle Kess“ das Publikum. Aber jetzt benötige er Zeit, um wieder gesund zu werden, sagte er.
Jens Gilles vertrat ihn in den vergangenen Wochen am Mikrofon. Beim Familienfest „Niehler Lichter“ feierte Roman Lob am Samstag (11. Juli 2026) nach zwölf Wochen Pause sein umjubeltes Bühnencomeback. Im exklusiven EXPRESS.de-Interview sprach der Sänger über seine Erkrankung und die damit verbundenen Gefühle.
Wie fühlte es sich an, nach zwölf Wochen erstmals wieder auf der Bühne zu stehen?
Roman Lob: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich sehr, sehr aufgeregt war. Ich hab’ echt gezittert vor dem Auftritt. Ich wusste nicht, wie die Leute es annehmen würden, wenn ich zurück auf die Bühne komme. Umso geiler war der Moment, als die Leute mich lautstark begrüßt haben. Das gibt zu 100 Prozent wieder Kraft.

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Die Jungs von Stadtrand freuen sich, dass ihr Frontmann Roman Lob (M.) wieder mit an Bord ist.
Wie geht es jetzt weiter mit dem Comeback?
Roman Lob: Wir machen gewissermaßen ein kleines Hamburger Modell. Ich komme zunächst nur für die letzten drei Songs auf die Bühne und singe diese dann zusammen mit Jens Gilles. Er ist ein großartiger Typ, der sofort bereit war, für mich ins kalte Wasser zu springen. Schließlich hatte er überhaupt keine Kölsch-Kenntnisse. Wer weiß, was sonst mit der Band passiert wäre, wenn wir alle Auftritte hätten absagen müssen? Mein Dank geht aber auch an die großartigen Jungs meiner Band, die in dieser sehr emotionalen und schwierigen Zeit hinter mir gestanden und mich wochenlang unterstützt haben. Das ist einfach eine tolle Truppe und sie sind ganz tolle Kumpels.
Wie hat sich die Erkrankung bemerkbar gemacht?
Roman Lob: Mir war alles zu viel und mir fehlte der Spaß am Leben. Ich konnte nicht mehr glücklich sein, obwohl ich alles hatte. Ich kam schlecht aus dem Bett und wurde immer träger. Es war, als ob ich durch einen Tunnel durchs Leben gehen würde. Sogar unsere Auftritte, die ich normalerweise über alles liebe, waren mir zu viel. Ganz besonders habe ich das in der letzten Session gemerkt. Es fehlte einfach der Spaß, obwohl ich das immer mit Leidenschaft gemacht habe. Das war der Punkt, wo ich für mich entschieden habe, die Reißleine zu ziehen.

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Roman Lob (l.) zusammen mit Jens Gilles im Duett. Der Sänger hatte ihn in den vergangenen Wochen vertreten.
Es gab viel Lob dafür, die Krankheit öffentlich zu machen.
Roman Lob: Ich habe mich ehrlicherweise am Anfang nicht getraut, es öffentlich zu machen. Ich hatte Angst davor, wie die Leute reagieren würden. Es war mir sehr peinlich, dass ich in solch einer Situation bin, dass es mir nicht gut geht und ich nicht weiß, wohin mit mir. Eines Tages wurde mir aber bewusst, dass es einfach wichtig ist, über solch ein wichtiges Thema zu sprechen. Damit kann man auch anderen Betroffenen Mut machen, ebenfalls über ihre Erkrankung zu sprechen und sich professionelle Hilfe zu suchen und eben nicht zu denken, sie wären bekloppt.
Wie sah die Hilfe aus?
Roman Lob: Ich habe immer gedacht, dass ich selbst mit meinen Problemen klarkomme und es schon wieder wird. Es wurde aber eher immer schlimmer. Ich war acht Wochen in der Klinik und das war die beste Entscheidung, die ich in dieser Situation treffen konnte.

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Roman Lob (2.v.r.) will jetzt wieder mit seiner Band Stadtrand durchstarten. Im September steht das große Konzert im E-Werk an.
Wann kam der Wunsch auf, endlich wieder auf die Bühne zu gehen?
Roman Lob: In den vergangenen zwei Wochen wurde dieser Wunsch immer größer. Die Musik ist meine Leidenschaft. Ich habe mir genau die Zeit genommen, die ich benötigte, um wieder stark genug zu sein, um den Schritt auf die Bühne zu machen. Jetzt habe ich wieder die Kraft, die ich vor meiner Erkrankung hatte. Trotz der vielen Dinge, die in meinem Leben passiert sind, will ich, dass es weitergeht. Ich weiß jetzt, dass ich ein wenig herunterfahren muss, wenn es zu viel wird. Ich musste erst lernen, auf mich zu achten, denn Gesundheit ist das Allerwichtigste. Da habe ich wortwörtlich in den vergangenen Jahren ein wenig draufgeschissen.
Welche Ziele stehen nun im Fokus?
Roman Lob: Für mich waren der Auftritt und die herzliche Begrüßung des Publikums in Niehl ein Riesen-Geschenk. Der Blick geht jetzt natürlich zu unserem Auftritt am 19. September im E-Werk. Das wird das bisher größte Konzert in der Geschichte von Stadtrand. Ein absolut großer Schritt für uns. Ansonsten freue ich mich auf die nächste Session und die vielen Jecken.
