Kommunalwahl Bonn Schwarz gegen Grün: Dörner zwingt OB Sridharan in Stichwahl

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Eine jubelnde grüne Spitzenkandidatin: Katja Dörner (vorne) zwingt OB Ashok Sridharan in die Stichwahl. 

Bonn – Die Bundesstadt hat gewählt. Stadtoberhaupt Bezirksvertretungen und Stadtrat. Die Ergebnisse gleichen einem kleinen Erdrutsch und der ist grün.

Und: Von Amtsbonus keine Spur – Oberbürgermeister Ashok Sridharan muss den Weg in die Stichwahl am 27. September gehen. Seine Gegenkandidatin: natürlich grün. Katja Dörner fordert in zwei Wochen den Amtsinhaber heraus.

Mit gemischten Gefühlen sind die Bonner Parteien und Kandidaten in diese Kommunalwahl gegangen. Eine Wahl, die so ganz anders war als sonst. Ein Wahlkampf, der so ganz anders war als sonst. Die Wahlschlacht wurde von den Plätzen und  Haustüren en gros in die sozialen Netzwerke verlegt.

Schwarz gegen Grün: Dörner fordert Sridharan heraus

Sofern die Kandidaten zuvor einen Blick auf die Umfragen geworfen haben, konnten nicht alle mit Glücksgefühlen auf diesen Sonntag schauen. Auch wenn man Umfragen gerne nur als Umfragen abtut, so haben sie in diesem Bonner Wahlkampf doch gepasst und die Richtung schon einmal vorgegeben.

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Ashok Sridharan ist seit 2015 Bonner Stadtoberhaupt. 

Oberbürgermeister Ashok Sridharan muss in die Stichwahl am 27. September. Gewann er vor fünf Jahren im ersten Urnengang noch hauchdünn, reicht es 2020 so gar nicht.

34,5 Prozent sprechen eine deutliche Sprache und die Zahlen von Herausforderin Katja Dörner (27,6 Prozent) sind eine gute Ausgangsposition für das Duell mit dem Stadtoberhaupt.

Schwarz gegen Grün: Ratsmehrheit bringt grünen Schub für Stichwahl

„Das ist wirklich ein fulminantes Ergebnis und eine ausgezeichnete Ausgangsposition für in zwei Wochen. Jetzt können wir nochmal deutlich machen, dass Bonn den Wechsel braucht. Auch mit unserem historischen Ergebnis im Rat“, so Dörner zum EXPRESS.

Auf dem ungeliebten dritten Platz landet Sozialdemokratin Lissi von Bülow mit 20,2 Prozent. Der Traum von der Stichwahl ist wie eine Seifenblase zerplatzt. Noch vor den etablierten und in der Stadt bekannten Gesichtern erzielt Christoph Manka vom Bürgerbund Bund (BBB) mit 6,18 Prozent ein respektables Ergebnis. Er kann Michael Faber von der Linken (5 Prozent) und Werner Hümmrich von der FDP (3,45 Prozent) hinter sich lassen.

Schwarz gegen Grün: Grüne siegen vor CDU im Stadtrat

Spannend wird es im Bonner Stadtrat, denn der Trend ist klar abzusehen.

Die Grünen sind mit 27,9 Prozent stärkste Kraft in der Stadt und müssen sich nun einen Koalitionspartner im Stadtrat suchen. Eine Zusammenarbeit mit der jetzt kleineren CDU (25,7 Prozent) hätte eine satte Mehrheit – ob ein Linksbündnis mit SPD (15,6 Prozent) und Linken (6,2 Prozent) reicht, ist noch offen.

Mit ins Boot nehmen könnte man noch die gut abgeschnittenen Pro-Europäer der Volt-Partei. Sie starteten bei ihrer ersten Kommunalwahl mit einem grandiosen Ergebnis (5,1 Prozent) und wird somit drei Mandate stellen.

Die Wahlbeteiligung liegt in Bonn bei 57,07 Prozent.

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