Mehr als 550 Baustellen und dichter Berufsverkehr gilt es laut ADAC schon innerhalb von NRW zu beachten.
Achtung „Nervenprobe“Hier drohen Staus zum NRW-Ferienbeginn

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Auf den Straßen in NRW wird es voll zum Ferienstart. Es gibt viele Baustellen.
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Die Fahrt in den Urlaub könnte zur Geduldsprobe werden: Unmittelbar nach dem Start der NRW-Sommerferien am Freitag (17. Juli) ist die Staugefahr in Nordrhein-Westfalen besonders hoch laut einer Stauprognose des ADAC. So sei auch der Freitag zu Ferienbeginn 2025 mit 615 Staustunden einer der staureichsten Tage der Sommerferien gewesen.
Wie voll ist es außerhalb von NRW?
In Kombination mit starkem Berufsverkehr am Freitagnachmittag und vielen Baustellen in NRW „wird der Ferienbeginn auf der Autobahn zur Nervenprobe“, macht ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold deutlich. Auch am Samstag und Sonntag sei mit mehr Verkehr auf den typischen Reiserouten zu rechnen.
NRW ist mit den Sommerferien in diesem Jahr vergleichsweise spät dran. Der 20. Juli als erster offizieller Ferientag ist das späteste Datum in der NRW-Sommerferienregelung für 2025 bis 2030. Bis auf NRW, Baden-Württemberg und Bayern haben alle anderen Bundesländer bereits Sommerferien.
Auch in allen deutschen Nachbarländern sowie in Norwegen, Schweden und Finnland sind laut der ADAC-Übersicht bereits Schulferien. Autofahrer, die in die Niederlande reisen, müssten sich darauf einstellen, dass auch jenseits der Grenze die Autobahnen in Richtung Küste von Stau betroffen sind.
Auf welchen Reiserouten kann es dick kommen?
Ein „Stauchaos“ ist laut ADAC an den Wochenenden nicht zu befürchten, weil der Berufsverkehr fehle. Außerhalb Nordrhein-Westfalens sei die Staugefahr auf den Hauptreiserouten Richtung Küste über die Großräume Bremen, Hamburg oder in den Süden über die A8 München - Salzburg teilweise deutlich größer.
Welche staureichen Strecken gibt es in NRW?
In Richtung Nord- und Ostseeküste, in die Niederlande und auf dem Weg in den Süden rechnet der ADAC in NRW wieder mit viel Stau und stockendem Verkehr. Gerade auf dem Kölner Autobahnring, im Bereich der voll gesperrten Bonner Nordbrücke sowie im Raum Oberhausen/Duisburg (Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen müssten Reisende mit Zeitverlust rechnen.
Ein hohes Staupotential sieht der ADAC auf der A1 (Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg), der A2 (Oberhausen - Dortmund - Hannover) und A3 (Emmerich - Oberhausen - Köln - Frankfurt) sowie auf der A4 (Olpe - Köln - Aachen).
Die A40 (Dortmund - Essen - Duisburg - Straelen - Venlo), A42 (Dortmund - Oberhausen - Kamp-Lintfort), A43 (Wuppertal - Recklinghausen - Münster), A44 (Dortmund - Kassel) und A45 (Dortmund - Hagen - Gießen) sind dabei.
Auch auf der A46 (Düsseldorf - Wuppertal), A52 (Düsseldorf - Essen), A57 (Köln - Krefeld - Nimwegen) und A59 (Köln - Bonn) müssten Reisende der Stauprognose des ADAC zufolge ebenfalls mit mehr Zeitbedarf rechnen.
Gibt es viele Baustellen in NRW?
Für Behinderungen und Zeitverlust sorgen laut ADAC vor allem die 550 bis 600 baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf den Autobahnen in NRW. Das ist den Angaben zufolge derzeit mehr als die Hälfte der bundesweit etwa 1.000 Einschränkungen durch Baustellen. Insbesondere wenn die Zahl der Fahrstreifen reduziert ist, könne sich der Verkehr in diesen Bereichen stauen.
Wann sollte ich am besten losfahren?
Urlauber sollten nach Möglichkeit den Montag oder Dienstag als Anreisetag wählen, rät der ADAC. Und auch dann außerhalb der Stoßzeiten losfahren. Wer frühmorgens oder am Abend starte, umgehe dann auch die Mittagshitze.
Bei Stau abfahren oder lieber doch nicht?
Die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Ausweichstrecken seien schnell verstopft und an Ampeln gebe es lange Staus. Navigationssysteme böten zwar Alternativrouten an. Der prognostizierte Zeitgewinn betrage aber meist nur wenige Minuten und die Lage auf der Alternativstrecke verschlechtere sich innerhalb kürzester Zeit.
„Die Ausweichstrecken sind für massenweise Zusatzverkehr meist gar nicht ausgelegt. In Ortschaften bilden sich an Ampeln und Kreisverkehren lange Rückstaus. Dann braucht man unter dem Strich noch länger“, erklärt Suthold. In der Regel mache es deshalb erst ab Staus von mehr als zehn Kilometern Länge oder bei einer Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren, sagt er.
Wer in den Urlaub fährt, sollte das Auto vor der Abreise mittags um kurz vor 12 Uhr volltanken, empfiehlt der ADAC. Dann seien die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Wer unterwegs nachtanken müsse, sollte die Autobahn verlassen. Laut einem ADAC-Vergleich seien im Schnitt Super E10 und Diesel je nach Bundesland an Tankstellen auf der Autobahn zwischen 16 und 43 Cent pro Liter teurer als an Straßentankstellen abseits der Fernstraßen. (dpa)
