Rassismus-Vorwürfe Bochumer Kult-Büdchen stellt neues Gericht vor, Kunden rasten aus

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In Bochum hat das neue Gericht des Bratwursthauses für heftige Rassismus-Vorwürfe gesorgt. Unser Symbolfoto ist im März 2017 in Thüringen entstanden. 

Bochum  – Rassismus-Vorwürfe um das Bratwursthaus in Bochum: Das Büdchen im Bermudadreieck muss für seine neue kulinarische Kreation ordentlich Kritik einstecken. 

  • Bratwursthaus Bochum: Rassismus-Kritik wegen neuem Gericht
  • Bratwursthaus stellt neuen Zigeunerteller vor
  • Kunden reagieren zwiegespalten auf Zigeunerteller

Am Mittwoch (25. November 2020) hat das Team der Würstchenbude, die sich auf der Bochumer Feiermeile befindet, seinen Kunden ein neues Gericht vorgestellt: den „Zigeuner-Teller”. Das neue Gericht mit „100-Prozent-Suchtpotenzial” sei „ein echter Klassiker”, wie das Bratwursthaus-Team bei Facebook schreibt.

Bratwursthaus Bochum: Neues Gericht heißt „Zigeunerteller”

Während die einen sich mächtig über die neue kulinarische Kreation freuen, sorgt der Ausdruck bei anderen für Kritik und Wut: Das Wort „Zigeuner” sei rassistisch und werte Sinti und Roma ab, finden viele.

Laut Karim Fereidooni, Juniorprofessor für Didaktik an der Ruhr-Universität Bochum, wurde der Begriff Zigeuner „erschaffen, um Sinti und Roma zu dehumanisieren.” Der Wissenschaftler erklärt im Gespräch mit der „Westdeutsche Allgemeine Zeitung”: „Der Begriff ist rassistisch und sollte nicht verwendet werden.“

Einige Kunden des Bratwursthauses sehen das offenbar ähnlich. Unter dem Facebook-Post, in dem das Team der Bratwurstbude sein neues Gericht vorstellt, hagelt es Kritik.

„Wer im Jahr 2020 immer noch den Begriff 'Zigeuner' benutzt, der hat echt nichts gelernt. Sorry, aber solange das bei euch so heißt, kaufe ich ab sofort halt woanders”, schreibt etwa ein User.

Bratwursthaus-Kunden sauer: Begriff „Zigeuner” ist rassistisch

„Müsst ihr das nötig haben, so einen rassistischen Begriff zu verwenden? Wohl um ein ganz bestimmtes Klientel anzusprechen!”, meint eine andere Userin.

Ein dritter User schreibt: „Dass es Menschen gibt, die sich durch diesen Begriff verletzt fühlen, interessiert euch nicht, Hauptsache ein paar mehr Würstchen verkaufen. Das ist perfide und rassistisch.”

Doch warum entschied sich das Team des Bratwursthauses überhaupt für diesen Begriff „Zigeunerteller”– wohl wissend, dass dieser seit einiger Zeit in der Kritik steht?

„Der Kerngedanke dahinter war, dass ein unheimlich großer Anteil unserer Kunden die klassischen Gerichte mag. Also das, was man von früher kennt”, erklärte Inhaber Ronald Gottwald der Lokalzeitung.

Diese hätten immer wieder gefragt, wann denn endlich „die Zigeunersauce” kommt.

Bochumer Bratwursthaus-Inhaber: „Wollen niemanden diskriminieren”

Diskriminieren wolle man beim Bratwursthaus niemanden: „Wir glauben auch nicht, dass sich jemand beleidigt fühlt”, so der Inhaber weiter. 

Viele Kunden des Bratwursthauses seien selbst Sinti und Roma. „Die haben oft nachgefragt, wann endlich eine 'Zigi'- oder 'Zigeunersauce' kommt.” Auf Nachfrage hätten die Kunden bestätigt, sich nicht diskriminiert zu fühlen. 

Auch bei Kunden scheint es einige Befürworter der „Zigeunersauce” zu geben. Ein Bratwurst-Fan schreibt etwa bei Facebook: „Hört sich lecker an! Toll, dass es bei euch weiter so heißt. Blödsinnige 'political correctness'-Debatte.”

Rassismus-Debatte um Zigeunersauce: Knorr benennt Produkt um

Ein anderer meint: „Gott sei Dank ist der Name geblieben, nicht so wie andere einfach die Zigeunersauce umbenennen... ich hoffe der Name bleibt auch so!”

Die Mitarbeiter des Bratwursthauses sind nicht die ersten, die mit Rassismus-Vorwürfen wegen des Begriffs Zigeunersoße konfrontiert werden. Erst wenige Monate zuvor hatte Knorr seine beliebte Zigeunersoße wegen ähnlicher Vorwürfe umbenannt. (ta)

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