Luisa Neubauer Abrechnung mit Angela Merkel: Das wirft sie der Kanzlerin vor

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer sitzt während einer Pressekonferenz des Bündnisses Fridays for Future am 23.07.2021 vor dem Symbol eines Tornados.

Klima-Aktivistin und „Fridays for Future“-Mit-Organisatorin Luisa Neubauer hat gegen Kanzlerin Angela Merkel massive Vorwürfe erhoben.

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer hat massive Vorwürfe gegen Kanzlerin Angela Merkel erhoben. Sie warf der Bundeskanzlerin vor, sich immer wieder gegen ökologische Rechte entschieden zu haben.

Osnabrück. Sie ist für ihre provokanten und harten Aussagen bekannt. Jetzt hat Klima-Aktivistin Luisa Neubauer (25) massive Vorwürfe gegen Kanzlerin Angela Merkel erhoben: „Für mich bleibt eine bedrückende Feststellung: Angela Merkel (67) hat - unter dem Strich - immer wieder Prioritäten gegen unsere Lebensgrundlagen, gegen ökologische Rechte und die Chancen künftiger Generationen gesetzt“, sagte Neubauer im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

„Große Weichenstellungen, Umbrüche hat sie oft gegen ihre Partei, gegen die Fraktion durchgesetzt. Beim Klimaschutz hat sie das selten getan“, sagte Neubauer.

Mit Blick auf den Wahlkampf forderte die Organisatorin von Fridays for Future ein gemeinsames Vorgehen aller Parteien. „Deutschland wird seinen Beitrag nicht leisten, wenn sich nicht alle für Klimagerechtigkeit einsetzen. Die Herausforderung ist so gewaltig, dass dafür ein überparteilicher Konsens notwendig ist“, sagte die 25-jährige Aktivistin der „NOZ“. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wozu die Menschen bereit sind, wenn man ihnen die Dramatik unmissverständlich aufzeigt. Es ist möglich, der Bevölkerung etwas zuzumuten, wenn die Politik ehrlich ist.“

Luisa Neubauer: Keine ernsthaften Versuche beim Klimaschutz 

Beim Klimaschutz habe aber „bislang niemand einen ernsthaften Versuch unternommen, das zu tun, was getan werden müsste“, sagte sie. Die Behauptung, das gehe alles nicht, weil die Menschen nicht mitmachten, sei bis heute unbelegt. „Natürlich gibt es immer Opposition und Widerstand. Wäre das immer als Ausrede fürs Nichtstun genommen worden, hätte es weder das Frauenwahlrecht oder den Mindestlohn noch den Kohle- oder den Atomausstieg je gegeben.“

Bund und Ländern warf  Luisa Neubauer mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen Ignoranz vor: Wegen der Delta-Variante sei „absehbar, dass viele Menschen krank werden“, sagte sie im Interview. „Es schmerzt mich deswegen enorm, mitzuerleben, dass nun zum vierten Mal Virologen warnen und die Politik zum Handeln aufrufen, und zum vierten Mal setzt sich die Politik über die Warnungen hinweg und lässt die nächste Welle anrollen, obwohl gerade viele jüngere Menschen noch nicht geimpft sind.“

Es sei wie beim Klimaschutz: „Man hört ab und zu auf die Wissenschaft, aber viel zu oft lässt man große Unglücke passieren, um dann zu sagen: ‚Hätten wir die Warnungen mal ernst genommen.‘“

Die Bewegung Fridays for Future werde sich aber von Corona nicht ausbremsen lassen. „Wir werden auf die Straße gehen, soweit wir das verantworten können. Unsere Corona-Schutzkonzepte sind niet-, nagel- und virusfest, sodass wir in allen Ecken des Landes mobilisieren“, sagte Neubauer. „Wir sind als Bewegung längst pandemiesicher.“ (dpa)

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