Lauterbach fordert: Klimakrise als Notfall einstufen!
Lauterbach schlägt AlarmKlimakrise soll wie Corona zur höchsten Notlage erklärt werden

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Auf einem Klimaprotest machen Plakate auf die eskalierende Krise aufmerksam. (Symbolbild)
Eine Expertenkommission, der auch Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach angehört, schickt einen Weckruf an die Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die Klimakrise soll als gesundheitlicher Notfall von internationaler Bedeutung deklariert werden – ein Schritt, der zuletzt bei der Covid-Pandemie erfolgte.
Der SPD-Politiker Karl Lauterbach machte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) seine Position unmissverständlich klar: „Die WHO muss der Bekämpfung der Klimakrise mehr Aufmerksamkeit widmen. Abwarten im Verlauf der Katastrophe macht keinen Sinn.“ Die Forderung stammt von einer paneuropäischen Kommission, welche die WHO selbst beauftragt hat. Ihr Bericht sollte am Sonntagnachmittag übergeben werden, unmittelbar vor der jährlichen Weltgesundheitsversammlung am Montag.
„Medizinischer Notfall“: Lauterbach nennt erschreckende Zahlen
Die Zahlen, die Lauterbach präsentiert, sind ein Schock: Allein in Europa verursacht die Verbrennung fossiler Brennstoffe jedes Jahr 600.000 Todesfälle. Dazu kommen noch einmal 60.000 Hitzetote. Sein Fazit ist eine dramatische Warnung: „Es wird Zeit, dass wir erkennen, dass wir es mit einem medizinischen Notfall zu tun haben.“
In dem Bericht, von dem zuerst der „Spiegel“ meldete und welcher auch der dpa zur Verfügung steht, fordern die Fachleute die WHO auf, einen zentralen Klima-Informations-Knotenpunkt einzurichten. Dieser soll Faktenchecks und verlässliche Prognosen auf wissenschaftlicher Grundlage bereitstellen.
Regierungen und Gesundheitswesen in der Pflicht
Doch nicht nur die WHO wird adressiert. Die Experten appellieren auch an die Regierungen, den Klimawandel fest in ihrer nationalen Sicherheits- und Gesundheitspolitik zu verankern. Zudem müssten Beschäftigte in Gesundheitsberufen besser geschult und Regionen bei der nötigen Transformation stärker unterstützt werden, etwa durch Frühwarnsysteme für Hitzewellen.
Die WHO hatte den Ausschuss, die „Pan-European Commission on Climate and Health“ (PECCH), letztes Jahr ins Leben gerufen, um auf die steigenden Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel zu reagieren. Geleitet wird die Kommission von der ehemaligen isländischen Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir. (dpa/red)
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