Abo

Mord-Schädel im GartenTV-Legende Attenborough wird 100 – eine seiner irren Anekdoten

Sir David Attenborough

Copyright: Aaron Chown/PA Wire/dpa

Der britische Naturforscher und Dokumentarfilmer David Attenborough feiert seinen 100. Geburtstag. (Archivbild)

Attenborough wird 100: Ein Schädel im Garten & sein Leben.

Ein Fundstück aus grauer Vorzeit hat alles verändert. David Attenborough entdeckte als kleiner Junge ein Fossil, die versteinerten Reste eines Meereslebewesens. Dieser Moment entfachte in ihm eine Leidenschaft für die Natur, die ihn sein ganzes Leben nicht mehr losließ.

Längst ist Attenborough eine wahre Legende des britischen TV. An diesem Tag wird der Brite 100 Jahre alt. Er kann auf eine beispiellose Laufbahn als Naturforscher sowie als Dokumentarfilmer zurückschauen.

Seine Stimme kennt in England jeder

Der Sohn eines Uni-Rektors meistert es wie kaum ein Zweiter, atemberaubende Tieraufnahmen einem riesigen Publikum vorzustellen. In Großbritannien hat seine gelassene Stimme einen gewaltigen Wiedererkennungswert.

Seine Stimme wird oft für Memes und in der Comedy genutzt. Vor allem, wenn man sich über Politiker lustig machen will. Dann hört man unter den Bildern eine Stimme, die Attenborough nachahmt: „Hier sieht man ein seltenes Exemplar der Gattung soundso“. Ein Gag, den auf der Insel wirklich jeder kapiert.

Ritterschlag von der Queen – und das gleich doppelt

Aufgewachsen ist Attenborough an der Seite von zwei Brüdern. Seine Eltern nahmen zudem zwei jüdische Mädchen als Pflegekinder auf, die vor den Nazis aus Deutschland geflohen waren. Sein älterer Bruder Richard, der schon 2014 starb, wurde ein bekannter Schauspieler und Regisseur. Unvergessen ist er als Park-Chef John Hammond im Film „Jurassic Park“.

David Attenborough und die britischen Royals: Da war nicht nur das gleiche Geburtsjahr wie bei der 2022 verstorbenen Queen Elizabeth II., sondern auch die große Liebe zur Natur. Insbesondere der Thronfolger Prinz William (43) entwickelte eine besondere Verbindung zu ihm und gewann ihn für sein Projekt Earthshot. Die Queen erhob Attenborough sogar zweimal in den Adelsstand, zahlreiche Pflanzen- und Tierarten tragen heute seinen Namen.

Horror im Garten: Schädel eines Mordopfers aufgetaucht

Eine der vielen Geschichten, die sein Leben schrieb, ist besonders schaurig: In seinem Garten in London tauchte der Schädel einer Frau auf, die 1879 umgebracht wurde. Dieser Fall, als „Barnes Mystery“ in die Geschichte eingegangen, zählt zu den spektakulärsten Verbrechen im London der viktorianischen Ära. Julia Martha Thomas, damals um die 50, wurde durch ihre Hausangestellte Kate Webster getötet. Webster soll die Leiche ihres Opfers zerkocht und die Teile in die Themse versenkt haben. Allein der Kopf war unauffindbar – bis zum Jahr 2010, als Attenborough Bauarbeiter für seinen Garten engagierte.

Attenborough startete seine TV-Laufbahn bereits Anfang der 50er. Doch der große Erfolg als Filmemacher für Naturdokus gelang ihm erst Ende der 70er-Jahre. Mit der Serie „Life on Earth“ definierte er das Genre komplett neu.

Neue Maßstäbe für Natur-Dokus

„Wir sind von der Natur abhängig für jeden Bissen Nahrung, den wir zu uns nehmen, und für jeden Atemzug“, mit diesen Worten fasste Attenborough einmal die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt zusammen. Genau das wollte er dem Publikum in all seinen Filmen vermitteln.

Gemeinsam mit der BBC trieb er dafür die Entwicklung neuester Kameratechnologien voran, filmte in 3D und setzte Drohnen ein. Die Reihe „Planet Earth II“, die als Gemeinschaftsproduktion von BBC und ZDF entstand, wurde sogar in extrem hoher Auflösung mit 4K-Technik sowie Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt.

Aber seine Weste war nicht komplett weiß: Das Boulevardblatt „Mirror“ enthüllte im Jahr 2011, dass eine rührende Szene mit einer Eisbärin und ihrem Nachwuchs für die Serie „Eisige Welten“ in einem Tierpark gedreht wurde. Der Filmemacher rechtfertigte diesen Schritt. Eine Offenlegung hätte „die Freude der Zuschauer und die Atmosphäre“ kaputtgemacht. Seinem Ansehen hat die Sache aber nicht geschadet.

Heute redet darüber kaum noch jemand. Die BBC ehrt ihre TV-Ikone Attenborough mit vielen neuen und alten Formaten. In der Sendung „Secret Garden“ entdeckt er die Fauna in britischen Gärten. Und mit „David Attenborough's 100 Years on Planet Earth“ kann das ganze Land seinen beliebtesten Natur-Experten feiern, wie es ihn am liebsten mag: gemütlich von der Couch aus. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Buchfink

Warnung an Vogelfreunde

Parasit tötet Finken – wann Sie die Fütterung stoppen sollten