Der Ex-Butler von Queen Elizabeth II. (†96) plaudert aus dem royalen Nähkästchen und gibt Einblicke in die Marotten des Hochadels.
Ex-Butler packt aus„So mochte die Queen ihren Drink am liebsten ...“

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Cheerio! Die Queen prostet zum Jahreswechsel 1999/2000 ihrem Gatten Prinz Philip zu. Hinter der Königin: der damalige britische Premierminister Tony Blair (halb hinterm Hut) und seine Frau Cherie.

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Solch einen kuriosen Wunsch hatten die Berufsberater noch nie gehört: „Ich möchte Schauspieler, Butler oder ein Mitglied der Königsfamilie werden“, erklärte Grant Harrold (47) im Teeniealter. Eingeheiratet hat er zwar nicht, Butler war er viele Jahre. Noch heute schwärmt er von Queen Elizabeth II. (96), König Charles III. (77) und Prinz William (43). Nur einer gefiel ihm nicht ...
Einmal Butler, immer Butler. Natürlich würde Grant Harrold niemals ein schlechtes Wort über „seine“ königliche Familie verlieren, obwohl: „Alle waren so nahbar und nett, nur Prinz Andrew nicht. Zwar höflich, aber distanziert, als ob er sich für was Besseres hielt“, vertraute Grant Harrold jüngst dem „Mirror“ an.

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Der Ex-Butler Grant Harrold in jungen Jahren mit der Queen. In seinem neuen Buch „Der Königliche Butler“ (Heyne, 24 Euro) plaudert er aus dem Nähkästchen.
Doch die meisten Manierismen der Adeligen scheinen einfach nur putzig gewesen zu sein.
- Prinzessin Margaret (†71) etwa habe sich schon mal mit Zigarette und Dubonnet-Cocktail in den Aufzug gesetzt, um in Ruhe einen zu heben. „Dieser Cocktail ist übrigens auch das Lieblingsgetränk der Queen“, sagt er. Rezept: Ein Teil Gin, ein Teil Dubonnet – für die Queen vom Dubonnet ruhig etwas mehr – Eiswürfel und Zitronenspalte, fertig.
- Auf Highgrove las er dem heutigen König viele Jahre jeden Wunsch von den Lippen ab, wusste genau, womit man König Charles III. kulinarisch glücklich machen konnte: „Feuerbohnen und Steckrüben.“
- Ein richtiger Kumpeltyp scheint auch Prinz William zu sein, der vom Butler nur mit „William“ angesprochen werden wollte und den er schon mal im Pub antraf.
- Prinz Philips (†99) trockenen Humor lernte er des Öfteren kennen. Nach der irre langen Hochzeitszeremonie von Meghan (44) und seinem Enkel Harry (41) rief er zum Beispiel laut aus: „Gott sei Dank ist der Quatsch endlich vorbei“, plaudert Grant aus dem Nähkästchen. Oder der alte Grantler fuhr einen Gast zu Tisch an: „Essen Sie schneller. Wenn sie (die Queen) fertig ist, werden die Teller sofort abgetragen.“ Muss man erst mal wissen, auch als Butler.
Und was sonst noch? „Ein Butler sagt niemals nur schlicht Ja oder Nein, sondern nutzt stets prägnante Antworten“, erklärt Grant Harrold. Er hat schnell gelernt, dass man immer exakt dreimal anklopft, die Arme leicht gekrümmt zur Seite hält, die königliche Butler-Uniform bei Dads in der Bond Street bestellt wird, die Royals beim ersten Mal mit „Your Royal Highness“ – „Ihre Königliche Hoheit“ – angesprochen werden, anschließend mit „Sir“ oder „Maam“ und dezentem Kopfnicken.
Ist ihm selbst nie ein Fauxpas passiert? Anfangs habe er mal die Weingläser für Gäste so randvoll gegossen, dass sie sich tief über den Tisch beugen mussten, um überhaupt trinken zu können. Oder er habe aus Versehen seinem Dienstherrn die Hosenträger so verkehrt angelegt, dass sich unter dem Sakko ein fetter Knoten abzeichnete. Aber am schlimmsten war es wohl, als er auf die Idee gekommen war, sich eine Bräunungsdusche zu genehmigen. „Ich durfte tagelang das Essen nicht servieren, weil ich gestunken hatte.“