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Covid-19-Pandemie Greta Thunberg sagt Klima-Aktivisten was jetzt zu tun ist

Greta_Thunberg_Videokonferenz

Greta Thunberg empfiehlt aufgrund der Covid-19-Pandemie Streiks für den Klimaschutz ins Internet zu verlegen. 

Stockholm/Berlin – Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg die Anhänger der Fridays-for-Future-Bewegung zu Klimaschutzaktionen im Internet aufgerufen.

Die 17-Jährige forderte am Mittwoch (11. März 2020) auf Twitter, den Empfehlungen von Gesundheitsexperten zu folgen und große Menschenansammlungen zu meiden. „Wir jungen Leute sind am wenigsten betroffen von diesem Virus, aber es ist wichtig, dass wir uns solidarisch mit den gefährdetsten Menschen verhalten und im besten Interesse für unsere Gesellschaft handeln.“

Wegen Coronavirus: Klima-Bewegung streikt im Internet

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Greta Thunberg schrieb weiter auf Twitter: „Deshalb empfehle ich persönlich, dass wir das machen, was die Experten sagen. Besonders in Hochrisikogebieten.“

Stand jetzt bedeute das, dass die Bewegung neue Wege ohne größere Menschenmassen finden müsse, um auf die Klimakrise hinzuweisen, etwa durch Online-Aktionen. 

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Aber: Was für die Klimakrise gelte, gelte auch für andere Krisen, betont Thunberg. „Wir können eine Krise nicht lösen, ohne sie als eine Krise zu behandeln, und wir müssen uns hinter Experten und die Wissenschaft stellen. Das gilt selbstverständlich für alle Krisen.“

Greta Thunberg: Klimakrise ist die „größte Krise“ für die Menschheit

Es sei besonders wichtig, dass die Klimabewegung im besten Interesse der Gesellschaft handle. „Deshalb haltet eure Zahlen niedrig, aber eure Stimmung hoch. Und lasst uns das eine Woche nach der anderen angehen.“ 

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Die Klimakrise sei die „größte Krise“ für die Menschheit, betonte die Initiatorin der weltweiten Klimaschutzbewegung Fridays for Future. Angesichts der Coronavirus-Pandemie sei es aber nun an der Zeit, „neue Wege“ zu finden, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Klima-Aktivistin Greta Thunberg ruft zu Internet-Aktionen auf

Die Aktivistin rief ihre Anhänger deshalb auf, in sozialen Netzwerken den Hashtag #DigitalStrike zu nutzen und Streikfotos hochzuladen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte Fridays for Future in Deutschland mehrere für Freitag geplante große Demonstrationen vor den Kommunalwahlen in Bayern abgesagt. Die Organisatoren riefen bereits am Dienstagabend (10. März 2020) dazu auf, den Streik ins Internet zu verlegen. 

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Statt auf den Straßen wolle man online „umso lauter“ protestieren, hatte die Bewegung am Dienstag verkündet. Es werde aber kleinere Proteste und „verschiedene kreative Aktionen“ geben.

„Fridays for Future” plant wegen Coronavirus kleinere Demos 

Nach Angaben von Aktivistin Luisa Neubauer geht es bei den Absagen vor allem um Veranstaltungen mit deutlich mehr als 1000 Menschen.

Luisa Neubauer

Luisa Neubauer ist die in Deutschland wohl bekannteste Klima-Aktivistin der „Fridays for Future”-Bewegung.

In Städten wie Berlin und Hamburg werde es Solidaritätsveranstaltungen vor der Wahl in Bayern geben, die aber kleiner seien, sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur. In Hamburg würden zum Beispiel 400 Teilnehmer erwartet.

Umweltbundesamt: Covid-19-Pandemie kann Klimaschutz helfen

Könnte der Coronavirus am Ende vielleicht sogar dem Klima helfen? Mehr Menschen bleiben zu Hause, Flüge werden gestrichen, die Produktion wird  zurückgefahren. Nach Einschätzung des Umweltbundesamts könnte die Covid-19-Pandemie dem Klimaschutz in der Tat helfen, sicher sei das aber nicht.

„Es kann die Emissionen sicher drücken, wenn weniger produziert und gereist wird, aber genau kann man das noch nicht einschätzen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Auch gegenläufige Effekte seien möglich, wenn Menschen etwa das Auto nähmen statt öffentlicher Verkehrsmittel.

„Vielleicht steigen aber auch mehr auf das Rad, um so den Viren aus dem Weg zu gehen. Das sind aber alles nur Mutmaßungen und es gibt keine Empirik dazu.“

Zeit nach Coronavirus könnte Klima noch mehr schaden

Erfahrungen etwa mit dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull zeigten, dass sogenannte Shut-downs nach Katastrophen und Epidemien keine geordnete Klimapolitik oder den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft ersetzten, erklärte der Sprecher weiter.

„Und wenn man die Wirtschaftskrisen ansieht, dann kam es nach den Einbrüchen mit niedrigen Emissionen danach zu einem noch stärkeren Anziehen der Konjunktur und höheren Emissionen.“ Der Konsum sei teils aufgeschoben und dann nachgeholt worden. (afp/dpa/jba)

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