Der beliebte Rotter See ist vorsorglich gesperrt worden. Zahlreiche Wasservögel sind dort verendet. Warum, ist noch unklar.
Nach Schock-FundenBeliebter Badesee nahe Köln gesperrt

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Der Rotter See in Troisdorf ist gerade im Sommer ein beliebtes Ziel (Archivfoto). Jetzt wurde er vorsorglich gesperrt.
Gerade bei hohen Temperaturen suchen viele in seinem Wasser Erfrischung, umso fieser jetzt die Nachricht: Die Stadt Troisdorf hat den beliebten Rotter See vorsorglich gesperrt – Grund ist der Fund zahlreicher Tierkadaver.
Wie die Stadt am Samstag (18. Juli) mitteilte, sind im Uferbereich des Sees rund 20 Wasservögel verendet.
Auch Kölner Tierretter am Rotter See im Einsatz
Die verendeten Tiere werden jetzt untersucht, um die Ursache für ihren Tod zu klären. Ebenso wird die Wasserqualität überprüft, heißt es. Bei der letzten Untersuchung vor etwa zehn Tagen sei die Qualität noch unbedenklich gewesen.
Am Freitag dann der Schock: Durch Feuerwehr, DLRG, Ordnungsdienst und Tierrettung wurden verendete und erkrankte Wasservögel geborgen beziehungsweise gesichert. Insgesamt 17 tote Enten! Zwei Jungschwäne und eine Ente konnten lebend in eine Auffangstation gebracht werden.
Einer der jungen Schwäne war schnell vom „Team für Tiere Köln“ gesichert worden – „dank eines aufmerksamen Schwimmers“, wie Sprecher Jordan Wieland schilderte. „Er hatte außerdem bereits mehrere tote Wasservögel auf einer Insel entdeckt. Mitten auf dem See befand sich zudem ein weiterer, deutlich geschwächter Jungschwan.“ Diesen habe man gemeinsam mit der Feuerwehr und der DLRG sichern können.
Zu der geretteten Ente hat der Tierretter leider keine gute Nachricht. „Ihr Zustand war so schlecht, dass sie in der Nacht eingeschläfert werden musste“, so Wieland. Das „Team für Tiere Köln“ war insgesamt rund sechs Stunden am Rotter See im Einsatz.

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Am Rotter See wurden zahlreiche tote Wasservögel geborgen, andere Tiere sind erkrankt.
„Nach Einschätzung der Tierrettung besteht der Verdacht auf Botulismus“, erklärte Stadtsprecher Marc Eickelmann bereits am Freitag. Da hieß es aber noch, dass Badegäste lediglich Vorsicht walten lassen und kein Wasser schlucken sollen. Auch sollten sie die Bereiche meiden, in denen die Tierkadaver gefunden worden waren. Am Samstag dann die vorsorgliche Sperrung des Sees nach Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde.
Vogelbotulismus ist eine tödliche Nervenlähmung, ausgelöst durch das Gift des Bakteriums Clostridium botulinum. Es tritt besonders im Sommer auf. Langanhaltende Hitzeperioden, niedrige Wasserstände und ein hoher Nährstoffgehalt (oft durch Brot- und Essensreste gefördert) schaffen ideale Bedingungen. Die Bakterien vermehren sich dann massenhaft in toten Tieren oder organischem Material, bilden dort das Gift. Vögel nehmen dieses dann beim „Gründeln“ (Wühlen im Schlamm) auf.
Die Stadt Troisdorf appelliert: Bitte gehen Sie vorsorglich nicht in den Rotter See, bitte halten Sie Ihre Hunde vom Wasser fern! Mit den Ergebnissen der Wasseruntersuchung werde nicht vor Montag gerechnet. (iri)
