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Schockierender AnblickAlarm bei A1-Abriss – überall Kunststoff-Splitter

Sorge in Leverkusen: Landet giftiger Müll in der Natur?

Ein schockierender Anblick in der Dhünnaue hat nicht nur einen Wiesdorfer Pfarrer alarmiert.

Bei einer Fahrradtour bemerkte er, dass bei den Abrissarbeiten an der Autobahnbrücke massenhaft Farbe und Metallschrott in die Umgebung fliegen. Er wandte sich daraufhin an die Redaktion des „Leverkusener Anzeiger“.

Brückenabriss in Leverkusen: Stahlkonstruktion wird zerlegt

Die Szenerie ist tatsächlich beeindruckend und beunruhigend zugleich. Seit Dezember 2025 ist die alte Hochstraße A außer Betrieb, der Verkehr der A1 rollt bereits über eine neue Brücke. Nun wird die alte Stahlkonstruktion zerlegt.

Dabei zeigen sich nach wenigen Tagen schon riesige Lücken. Ein Bagger mit einer gigantischen Blechschere zerteilt die Brücke. Das Problem: Die Beschichtung der alten Brücke platzt ab und der Wind verteilt die unzähligen Teile in der gesamten Dhünnaue. Es handelt sich um kleine Farbbröckchen, aber auch um handtellergroße, dicke Plättchen.

Die meisten Splitter sind grün, manche rot. Obwohl die Abbruchfirma ein Schutzgerüst über der Dhünn errichtet hat, damit keine Trümmer in den Fluss fallen, liegen die Kunststoffplättchen überall auf dem Boden. Es ist kaum vorstellbar, dass der Wind die leichten Teile nicht auch in die Dhünn geweht hat.

Bis Freitag wurden so zweifellos große Mengen Mikroplastik in der Dhünnaue verteilt. Ob der grüne Anstrich der alten Hochstraße A giftig ist, ist unklar. Das Umweltamt, das durch eine Presseanfrage von der Verschmutzung erfuhr, geht der Sache nun nach. Laut einer Stadtsprecherin wurden die Autobahn GmbH kontaktiert und Unterlagen angefordert. Ein Termin vor Ort ist für die kommende Woche geplant.

A1 Abbruch der Hochstraße A über der Dhünn.

Copyright: Ralf Krieger

Ein Schutzdach soll die Dhünn vor herabfallenden Trümmern schützen.

Von der Autobahn GmbH gab es auf Anfrage keine Auskunft. Die Analyseergebnisse zum Schutzanstrich sollten eigentlich in den Ausschreibungsunterlagen für den Abriss stehen, doch diese sind nicht mehr öffentlich zugänglich.

Arbeiter müssen Kunststoffteilchen von Hand aufsammeln

Auf ihrer Webseite verspricht die von Hochtief beauftragte Abbruchfirma höchste Sicherheits- und Umweltstandards, gerade in der „sensiblen Umgebung, einschließlich der Flusslandschaft der Dhünn, mit geschützten Arten, der benachbarten Hauptversorgungstrasse für Ferngas sowie der Nähe zum Chempark Leverkusen“. Man sichere den fachgerechten Ausbau und die Entsorgung aller Materialien zu.

Abgeblätterter Schutzanstrich der Hochstraße A liegt überall herum.

Copyright: Ralf Krieger

Überall liegen die abgeblätterten Teile des Schutzanstrichs herum.

Der durch die schnelle Abbruchmethode verteilte Kunststoffmüll scheint aber auch intern als Problem erkannt worden zu sein. Am Donnerstag und Freitag wurden zwei Arbeiter und Arbeiterinnen damit beauftragt, die Kunststoffteilchen einzusammeln. Eine Sisyphusarbeit, denn die Splitter restlos aufzuheben, scheint unmöglich.

Arbeiter sammeln Kunststoffteilchen ein.

Copyright: Ralf Krieger

In mühsamer Handarbeit versuchen Arbeiter und Arbeiterinnen, die Kunststoffteilchen einzusammeln.

Beim Abriss der etwa zeitgleich gebauten Leverkusener Rheinbrücke galten deutlich strengere Umweltauflagen. Damals wurde der Anstrich in einem Schutzzelt mit einem Sandstrahler entfernt. In der Ausschreibung hieß es damals: „Bei der Entsorgung der Stahlbauteile der Bestandsbrücke ist zu beachten, dass alle Korrosionsschutzanstriche mit Bleimennigen ausgeführt sind.“ Das bedeutet: hochgiftig. Ob dies auch bei der Hochstraße A der Fall ist, bleibt vorerst unklar.

Autobahn GmbH lädt zum Info-Termin – aber ohne Presse

Für Samstag, den 21. Februar, hat die Autobahn GmbH einige Anwohnende von 13 bis 15 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Erholungshaus eingeladen. Es scheint sich um einen exklusiven Kreis zu handeln: Weder die Bezirksbürgermeisterin Michaela di Padova noch andere Politiker und Politikerinnen aus dem Bezirk oder die Presse erhielten eine Einladung. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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