Hier wurden „Lindenstraße“ und „Verbotene Liebe“ gedreht. Nun bereitet der WDR den Verkauf des Geländes vor.
Ehemaliger „Lindenstraße“-DrehortWDR will sein Kölner Gelände verkaufen

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Ein Bild aus frühen „Lindenstraßen“-Tagen. Der frühere Produktionsstandort in Köln-Bocklemünd wird verkauft.
Hier entstand Fernsehgeschichte, unter anderem die Kultserie „Lindenstraße“. Jetzt bereitet der Westdeutsche Rundfunk (WDR) den Verkauf seines Produktionsgeländes in Bocklemünd vor. Gesucht wird derzeit eine Firma, die dafür ein Konzept vorlegt und den Verkauf steuert. Loslegen soll das Unternehmen zwischen Januar und März nächsten Jahres.
Bis wann muss alles geräumt sein? Laut Ausschreibung soll das Grundstück zwischen 2028 und 2035 „freigezogen“ sein. Heißt: Dort arbeiten dann weder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR noch Beschäftigte externer Firmen. Ein Käufer muss darauf aber nicht zwingend warten: „Eine Veräußerung kann grundsätzlich auch vor vollständiger Freiziehung erfolgen.“
Umzug der WDR-Mitarbeiter ab 2028
Ganz neu sind die Pläne nicht. Schon Ende Januar hatte der Sender mitgeteilt, das Areal bis 2035 verkaufen zu wollen, wie berichtet. Den Standort direkt an der A1 zu erhalten, sei angesichts der zunehmenden Digitalisierung „schlichtweg unwirtschaftlich“, sagte WDR-Intendantin Katrin Vernau damals. Die offizielle Begründung des Senders lautet: „Hintergrund ist, dass die Flächen angesichts schlanker und digitaler Produktionsprozesse nicht mehr ausgelastet sind.“
Noch ist auf dem Gelände einiges los. Untergebracht sind dort unter anderem die Bereiche Veranstaltungstechnik und Ateliers, Multimedia und Großproduktion sowie zwei Hallen für Studioproduktionen. Ab 2028 sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann an anderen Standorten arbeiten.
Und was ist der Boden wert? Im offiziellen Portal des Landes NRW ist für das Areal ein sogenannter Bodenrichtwert von 195 Euro je Quadratmeter angegeben. Als Nutzung stehen dort Gewerbe, Industrie und Sondergebiete.
Das gesamte WDR-Gelände umfasst 58 Hektar, umgerechnet also rund 81 Fußballfelder. Laut Ausschreibung erstreckt es sich südlich und nördlich des Freimersdorfer Wegs. Beim südlichen Teil handelt es sich um Ackerland.

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Das Produktionsgelände des Westdeutschen Rundfunks liegt nördlich des Freimersdorfer Weges in Bocklemünd.
Zum Verkauf steht aber nur der nördliche Teil, also genau dort, wo die „Lindenstraße“ gedreht wurde. Wie groß dieser Bereich ist, verriet der Sender auf Anfrage nicht. In der Vergangenheit war von rund 30 Hektar die Rede, das entspräche der Hälfte. Gemessen allein am Boden läge der rein theoretische Richtpreis demnach bei 58,5 Millionen Euro.
Stadt Köln gründet Projektgruppe zum WDR-Gelände
Auch die Kölner Politik hat das Areal im Blick. Wie berichtet, beschäftigte sich der Stadtrat Anfang Februar mit dem Thema. Der Titel: „Verkauf des WDR-Produktionsgeländes in Bocklemünd – Stadt Köln soll zukünftige Nutzung aktiv gestalten“.
Eine Mehrheit im Rat regte an, die Stadt solle prüfen, wie sie die Entwicklung beeinflussen oder das Gelände selbst kaufen kann. Was ist seitdem passiert? Die Verwaltung befasse sich „eingehend“ damit, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage. Man tausche sich mit dem WDR aus, eine Besichtigung habe es auch schon gegeben. Außerdem hat die Verwaltung laut der Sprecherin eine Projektgruppe gegründet.
Greift die finanziell klamme Stadt am Ende selbst zu? Darauf gibt es noch keine Antwort. Die Sprecherin dazu: „Da sich das Verfahren noch im Prozess befindet, sind Aussagen zu einem möglichen Ankauf und zum weiteren Vorgehen aktuell nicht möglich.“ (red)
