Sie sollen Bruchbuden für Millionen verkauft und mit der Mafia gedroht haben. Jetzt stehen fünf Angeklagte in Köln vor Gericht.
Knallharte Vorwürfe in Kölner ProzessSchrott-Häuser für Millionen verkauft – Mafia-Drohung inklusive

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Die Angeklagten und ihre Verteidiger am Mittwoch im Kölner Landgericht.
Eine Bande soll mit Bruchbuden in ganz NRW einen Schaden von über 8,5 Millionen Euro angerichtet haben. Seit Mittwoch (19. August) stehen sie in Köln vor dem Richter. Die Vorwürfe sind knallhart.
Vier Männern (35 bis 57) und einer Frau (37) wird systematischer Immobilienbetrug vorgeworfen. Sie sollen sich zu einer Bande zusammengetan haben, um von einer Leverkusener Firma aus ihre krummen Geschäfte in Köln, Essen, Recklinghausen, Krefeld und anderen NRW-Städten zu machen.
Prozess in Köln: Masche der Bande immer gleich
Mit klarer Rollenverteilung haben die mutmaßlichen Mitglieder laut Anklage Vermögen beiseite geschafft und zwischen Januar 2019 und Juli 2025 einen Gesamtschaden von weit über 8,5 Millionen Euro angerichtet.
Fast ein Dutzend Fälle sind angeklagt. Die Vorwürfe wiegen schwer: von Anstiftung zur Untreue über Betrug und Urkundenfälschung bis hin zur Erpressung. Die Masche soll immer die gleiche gewesen sein: Die Bande kaufte extrem sanierungsbedürftige Immobilien. Danach wurden zwar ein paar Bauarbeiten in die Wege geleitet, doch die wirklich wichtigen Reparaturen seien ungenügend oder gar nicht ausgeführt worden. So blieben die Gebäude marode oder ihr Zustand wurde sogar noch schlechter.
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Die Mängelliste in der Anklageschrift ist lang und schockierend. Da ist die Rede von löchrigen Dächern, Feuchtigkeitsschäden, entfernten tragenden Wänden, missachteten Brandschutzauflagen, unbrauchbaren Rettungswegen und einer mangelhaften Statik der Gebäude.
Obwohl sie von all diesen Problemen wussten, sollen die Angeklagten Käufer für die Schrott-Immobilien gesucht haben, so die Anklage. Um Interessenten hinters Licht zu führen, hätten sie falsche Angaben zu Baugenehmigungen, Wohnflächen und Mietverhältnissen gemacht. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Bei Notarterminen legten sie gefälschte Mietverträge vor, um hohe Mieteinnahmen vorzugaukeln. Die Käufer gingen in allen Fällen davon aus, ein Haus in Top-Zustand zu erwerben.
Kölner Immobilie ohne Fensterbänke, Keller voller Schutt
Immer wieder betont die Anklage, dass der tatsächliche Wert der Immobilien weit unter dem gezahlten Kaufpreis lag. Ein Fall betrifft direkt Köln, ein Haus in der Lübecker Straße. Auch hier sollen die Angeklagten von vornherein gewusst haben, dass sie die versprochenen Sanierungen nicht leisten können. Laut Anklage fehlten Fensterbänke, die Fassade war ungedämmt, der Keller voller Schutt und die technischen Anlagen waren marode. Allein hier beziffert die Staatsanwaltschaft den Schaden auf rund 860.000 Euro.
Bei einem Geschäft in Viersen soll es dann besonders dreist zugegangen sein. Nachdem eine Käuferin sich beschwert hatte, soll einer der Angeklagten gedroht haben, Anteile einer Vermittlungsgesellschaft an die Mafia zu verkaufen. So wollte er Druck aufbauen und eine Einigung erzwingen – was ihm offenbar auch gelang.
Für den Prozess vor der 28. Großen Strafkammer sind 14 Verhandlungstage bis Ende Oktober angesetzt. Alle Angeklagten kündigten über ihre Verteidiger an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Ein Beschuldigter, der in U-Haft sitzt, beklagte sich, dass ihm in der JVA der telefonische Kontakt zu seinen Anwälten verwehrt werde. (red)

