Die Kosten für Kraftstoff klettern am Mittwoch immer höher. Zahlreiche Menschen fahren deshalb zu Zapfsäulen im benachbarten Belgien.
Tank-Flucht aus NRWSpritpreise in Köln immer höher – Sturm auf Tankstellen in Belgien
Aktualisiert
Wegen des Konflikts mit dem Iran sind die Kosten für Benzin und Diesel in Köln und Umgebung, wie auch im Rest von Deutschland, binnen kürzester Zeit explodiert.
Schon am Sonntag (1. März) hatte der Kraftstoff an den Zapfsäulen ein Preisniveau erreicht, das es lange nicht mehr gab. Am Mittwoch kletterten die Kosten dann nochmals spürbar. Unzählige Fahrzeuglenker aus den grenznahen Gebieten von NRW strömen nun zu den Zapfsäulen im Nachbarstaat Belgien.
Kraftstoff wird in NRW immer teurer – endlose Warteschlangen vor belgischen Zapfsäulen
Ein Liter Super Benzin war in Köln am Mittwochmorgen (4. März) durchschnittlich für über 2 Euro zu haben, bei einigen Anbietern schnellten die Kosten sogar auf 2,10 Euro hoch. Auch für einen Liter Diesel musste man mehr als 2 Euro bezahlen. (Stand: Mittwochmorgen, 4. März, 8 Uhr)
Der durchschnittliche Preis lag am Sonntag (1. März) für einen Liter E10 noch bei 1,79 Euro und für Diesel bei 1,75 Euro. Schon am Dienstagmorgen (3. März) kostete der Liter Benzin etwa 1,90 Euro. Die Marke von zwei Euro knackten dann die meisten Tankstellen in der Gegend am Mittwochmorgen.
Wegen der kletternden Kosten fahren viele Menschen aus dem Grenzgebiet in NRW für den Tankvorgang rüber nach Belgien. Bei den Tankstellen unmittelbar nach der Grenze entstanden dadurch enorme Warteschlangen.
Eine Angestellte einer Tankstelle in Eynatten (Belgien) an der Aachener Straße bestätigte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Anfrage, dass seit mehreren Tagen ein regelrechter Run auf die Zapfsäulen stattfindet. Die Kundschaft muss sich auf erhebliche Wartezeiten einstellen. Eine Tatsache, die viele anscheinend akzeptieren.
Ein Beitrag der Aachener „Lokalzeit“ des WDR zeigt Bilder vom Dienstag (3. März), die an der Tankstelle in der Grenzregion entstanden. Der Großteil der Fahrzeuge stammte aus der Gegend um Aachen.
„Jetzt haben wir hier zwar lange Wartezeiten, aber egal“, sagt ein Pkw-Fahrer aus Alsdorf in dem Beitrag. Der Preis pro Liter betrage 1,49 Euro, wohingegen die Preistafel in Alsdorf 1,91 Euro angezeigt habe. „Das is ne Hausnummer. Wir haben ja auch nix zu verschenken“, fügt der Mann hinzu.
Tank-Tourismus an der Grenze: „Deswegen machen wir das so“
Andere Fahrzeuglenker, die an der belgischen Tankstelle in der Schlange standen, äußerten sich ebenfalls schockiert über den abrupten Kostenanstieg in Deutschland. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, gab eine Frau in einem der wartenden Fahrzeuge zu. „Wir sind Rentner, haben wenig Geld, dafür aber viel Zeit. Deswegen machen wir das so“, erläuterte ein Paar aus Aachen. Weitere Personen betonten den Preisvorteil von wenigstens 30 Cent je Liter.
Tatsächlich waren die Kosten pro Liter für Sprit in Belgien am Mittwoch (4. März) erheblich niedriger als in Deutschland. Nach Informationen des ADAC belief sich der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel auf 1,63 Euro, während man für einen Liter Super bleifrei 1,50 Euro zahlte.
Die Kraftstoffpreise in NRW dürften sich laut einer Einschätzung des ADAC vorerst nicht wieder normalisieren. „Es ist zu befürchten, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Tagen noch fortsetzt, wenn der Ölpreis nicht bald wieder nachgibt“, sagte Thomas Müther vom ADAC Nordrhein in einem Gespräch mit unserer Redaktion. (red)
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