Abo

Sorge um Familie im IranKölner Comedienne: „Ich erreiche niemanden“

Negah Amiri sorgt sich um ihre Familie im Iran.

Copyright: Aktuelle Stunde/WDR

Negah Amiri sorgt sich um ihre Familie im Iran.

Negah Amiri ist „schön laut“ – und das nicht nur bei ihrem gleichnamigen Soloprogramm. Die Comedienne, die in Köln lebt, verfolgt das Geschehen in ihrer iranischen Heimat mit Sorge und Zuversicht. 

Das Lachen ist ihr Geschäft. Allerdings ist ihr aktuell nur selten danach zumute. Negah Amiri wurde 1993 im Iran geboren, kam als Kind nach Deutschland. Ihre Flucht hat die Stand-up-Comedienne in ihrem Programm verarbeitet. Jetzt schaut die 32-Jährige, die inzwischen in Köln lebt, voller Sorge, aber auch mit Zuversicht auf ihr Heimatland.

Im Studiogespräch mit WDR-Moderator Sven Lorig (54) gab sie in der Aktuellen Stunde am Sonntagabend (1. März 2026) einen Einblick in ihre Gefühlslage.

Negah Amiri hat Hoffnung auf einen Neuanfang

Und da beschäftigt Amiri besonders die Sorge um ihre Familie, zu der der Kontakt seit Kriegsausbruch vollständig abgerissen sei. „Das Netz ist wieder komplett ausgeschaltet. Ich erreiche niemanden. Und so geht es auch vielen anderen“, sagt Negah Amiri, die ihre aktuellen Informationen aus den Nachrichten bezieht.

Die vergangenen Tage sei sie natürlich in großer Sorge um ihre Heimat gewesen. „Als ich herausgefunden habe, dass Chamenei gestorben ist bzw. getötet worden ist, ist eine Erleichterung über meinen gesamten Körper gekommen“, sagt sie und gibt zu: „Also diese Freude konnte ich nicht in Worte fassen. Und ich muss immer noch denken: Bitte zwickt mich und sagt mir, dass es wirklich wahr ist, dass das geschehen ist.“

Auf ein Ende des Mullah-Regimes hoffen nicht nur viele Exil-Iraner und Iranerinnen. Auch Negah Amiri sehnt sich nach einem Neuanfang für den Iran und sagt: „Ja, ja. Ich habe Hoffnung auf einen Neuanfang.“

Die Menschen, die seit Jahren unter dem Regime gelitten haben, wollen einen Neuanfang, ist sie sich sicher, und sie „verdienen es auch“. Zu der Frage, ob es einen Regimewechsel oder nur einen Führungswechsel geben wird, hat die Wahl-Kölnerin eine klare Meinung. „Ja, also es muss definitiv ein Regimewechsel kommen... Es gibt keinen Kompromiss mehr. Die Menschen sind müde, die Menschen sind enttäuscht. Es wurden rund 40.000 Menschen getötet, Familien, Kinder. Und ich glaube, die Menschen, die wollen das Regime nicht mehr.“

Neben der Sorge um die eigene Familie, macht sich Negah Amiri auch Gedanken um die restliche Zivilbevölkerung. „Ja, meine größte Sorge ist natürlich, dass durch den Krieg jetzt unschuldige Menschen umgebracht werden“, so Amiri, die auch die Sorge teilt, „dass dieser Krieg sehr lange dauert“.

Dennoch blickt sie auch mit Zuversicht in die Zukunft: „Meine größte Hoffnung ist es, dass es so schnell wie möglich vorbei ist und der Iran endlich frei ist.“

Polizeiauto in der Nacht. (Symbolfoto)

Dank Zeugenhinweis

Polizei stellt Autoknacker in Köln-Lövenich