Kölns ältester Kiosk, die Schmitzebud, eröffnet wieder mit neuem Konzept. Entertainer Linus hat den Traditionstreffpunkt übernommen und verspricht eine gemütliche Gastronomie mit leckeren Speisen.
„Hab’ mich darin verliebt“Entertainer erweckt Kölns ältesten Kiosk wieder zum Leben
Die Flammkuchen tragen Namen wie „Pappnas“, „Feuerteufel“, „Nordlicht“ und „Grüner Daumen“. Die Snackteller heißen „Dicke Dinger Deluxe“. In der Schmitzebud auf der Schäl Sick am Rande des Königsforstes in Rath-Heumar geht wieder das Licht an.
Kölns ältestes Büdchen startet am 14. Mai 2026 ab 10 Uhr in eine neue Ära. Entertainer Michael Büttgen (66), allen besser bekannt als Linus, ist der neue Pächter des Traditionstreffpunkts, das Platz für bis zu 60 Gäste bietet.
Schmitzebud in Rath-Heumar: Eröffnung am 14. Mai ab 10 Uhr
„Wir wollen die Tradition und die Philosophie dieses Gebäudes fortsetzen. Es wird einfache, aber frisch zubereitete Speisen geben“, sagt der Hausherr zu EXPRESS.de. „Kaffee, Kuchen, Getränke, Popcorn – es wird so bunt, wie auch mein Leben ist. Nachhaltigkeit ist uns auch ganz wichtig. Wir sammeln die Kronkorken, um sie zu verkaufen und die Erlöse zu spenden.“
Noch laufen die letzten Arbeiten, doch pünktlich zur Eröffnung soll die Schmitzebud im neuen Glanz erstrahlen. Donnerstags bis sonntags wird das Lokal am Rather Mauspfad von 10 bis 22 Uhr eine gemütliche Anlaufstelle für Radfahrer, Wanderer und alle anderen Gäste sein.
„Die Radsport-Tradition möchten wir aufrechterhalten“, sagt Linus. Signierte Trikots an den Wänden werden daran erinnern. Bei Veranstaltungen sollen auch Filme von alten Radsport-Events gezeigt werden. „Ich mag alte Traditionen. Deshalb freut mich auch, dass es in diesem Jahr am 11. September wieder eine Talentprobe im Tanzbrunnen gibt.“

Copyright: Daniela Decker
Der Hausherr legt noch einmal Hand an. Doch am 14. Mai soll alles fertig sein. Dann will Linus die Eröffnung der Schmitzebud mit seinen Gästen feiern.
Hinter Linus liegen nervenaufreibende Monate. Seit Wochen hielt der Entertainer EXPRESS.de auf dem Laufenden, wie groß seine Probleme auf dem Weg zur eigenen Gastronomie sind. „Wenn ich gewusst hätte, wie kompliziert es ist, eine Tasse Kaffee zu verkaufen, hätte ich es nicht gemacht. Die Hürden sind unfassbar“, stöhnte er bereits Anfang April. Nach zwei Monaten harter Arbeit kann es nun endlich losgehen.
Immer wieder traten neue Probleme beim Programmieren des Kassensystems oder mit der Kaffee- und Spülmaschine auf. „Das ist komplizierter als ein Medizinstudium.“ Doch jetzt ist endlich alles geklärt. „Wir wollen eine gemütliche Gastlichkeit bieten, wo Alt und Jung sitzen bleiben können. Natürlich werde ich auch regelmäßig vor Ort sein, um das zu erleben.“
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Die Schmitzebud geht auf ein hölzernes Büdchen zurück, aus dem ab 1898 Eis und Getränke an die Ausflügler verkauft wurden. Seit den 1930er Jahren ist der Kiosk Treffpunkt von Hobbyfahrern und Profis, die eine Trainingsfahrt ins Bergische Land unternehmen. Ihren Namen verdankt sie der Familie Schmitz, die den Kiosk nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen hatte.

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Dass die Schmitzebud in der Radsport-Szene einen wichtigen Stellenwert hat, wird beim Blick in das Lokal sofort deutlich.
Nachdem 2007 die damalige Inhaberin Marita Wimmer nach 25 Jahren aus gesundheitlichen Gründen schließen musste, sollte das Gebäude eigentlich abgerissen werden. Eine Bürgerinitiative setzte sich damals für den Erhalt ein. 2009 konnte das Büdchen mit neuer Besitzerin wieder öffnen. Danach wechselten mehrfach die Betreiber. Zuletzt hatte der ehemalige Leiter des Kölner Rosenmontagszuges und Präsident von Viktoria Köln, Holger Kirsch, die Gastronomie übernommen.
„Für mich schließt sich der Kreis. Ich bin hier schon als Sechsjähriger vorbeigelaufen, weil hier der Eingang zum Königsforst ist, in dem meine Eltern früher oft spazieren waren. Seit 13 Jahren wohne ich in Rath. In diese Location habe ich mich von Anfang an verliebt“, sagt der Moderator.

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Der Wintergarten der Schmitzebud lädt zum gemütlichen Beisammensitzen ein.
Der Entertainer hat Erfahrungen in der Gastronomie. „Ich hab’ 1985 in der Kölner Südstadt das Linus eröffnet. Da gab es im Umkreis von 300 Metern 16 Kneipen.“ Seine Liebe zu Antiquitäten, die er in seinen Geschäften Königslust verkauft, wird auch sichtbar. Eine Schaufensterpuppe fungiert als Lampe, ein HB-Männchen erinnert an alte Werbezeiten, Chesterfield-Sofas laden zum Entspannen ein. Kinder können auf 70er-Jahre-Stühlchen sitzen, Audrey Hepburn lächelt von der Wand. „Wir werden hier aber nichts verkaufen“, sagt er.
Der neue Betreiber wird seinen Gästen sicher auch mal das eine oder andere Liedchen singen. Für Konzerte fehlt vorerst die Genehmigung. Zunächst mal sollen sich die Abläufe im Betrieb einspielen. Am 17. Mai steht mit „Rund um Köln“ direkt ein Radfahrer-Höhepunkt für die Schmitzebud an.
