Das Röggelchen-Aus bei Früh geht in die nächste Runde – jetzt melden sich Gaffel und Schreckenskammer.
Röggelchen-SkandalKölsch-Konkurrent mit Spitze gegen Früh

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Im Brauhaus Früh am Dom wird der Halve Hahn jetzt nicht mehr mit einem Röggelchen, sondern mit mit Brotscheiben serviert
Kaum hat Früh das Röggelchen beim Halven Hahn verbannt, kontert Kölsch-Konkurrent Gaffel.
Auf Instagram postet die Brauerei ein Video mit einem Köbes, der einen Halven Hahn mit Röggelchen (!) und Kölsch auf dem Tresen serviert. Dazu der Hinweis: „Falls ihr noch nicht wisst, was ihr am Wochenende essen wollt: Wie wär’s mit nem Halve Hahn im Gaffel am Dom?“ Eine ziemlich deutliche Spitze gegen das Früh.
Auch Schreckenskammer reagiert: „Was ist denn das für ein Quatsch“
Auch die Schreckenskammer hat sich bereits zum Röggelchen-Skandal geäußert. Köbes Torsten „Totti“ Dahmen: „Was ist denn das für ein Quatsch. Bei uns bleibt das schön mit nem Röggelchen. Wir behalten die Tradition bei.“
Auslöser der ganzen Diskussion: Leserreporter Frank Wolsbeck (66) hatte EXPRESS.de von seinem Besuch im Früh-Brauhaus „Em Golde Kappes“ berichtet: Er und sein gleichaltriger Mann Uwe, seit 1998 in Nippes zuhause und Stammgäste an Tisch 13, bekamen den Halven Hahn plötzlich ohne Röggelchen vorgesetzt – stattdessen mit „zwiebackgroßen Brotscheiben“.
„Das ist Etikettenschwindel, mindestens jedoch eine Geschmacklosigkeit! Wir finden es einfach skandalös und inakzeptabel, das immer noch als Halven Hahn zu bezeichnen“, beschwert sich Wolsbeck fassungslos. Sein Mann habe seitdem schon die Konsequenzen gezogen: „Bevor wir im Brauhaus unser Kölsch trinken, isst er jetzt eben vorher ein Schnittchen zu Hause.“
Marketing-Managerin Sophie Longerich bestätigte gegenüber EXPRESS.de, dass die Umstellung alle eigengeführten Früh-Gastronomiebetriebe betrifft. Das neue Brauhausbrot sei gemeinsam mit der Bäckerei Voosen entwickelt worden. Longerich verwies zudem auf ein historisches Gemälde im Wappensaal des Stammhauses Früh am Dom, das den Halven Hahn mit einem Stück Brot statt Röggelchen zeige – ein Beleg dafür, dass sich die Darreichungsform im Lauf der Zeit schon einmal verändert habe.
Tags darauf, nachdem zahlreiche Leser einen Verdacht geäußert hatten – Brot sei schlicht billiger als Röggelchen und müsse nicht immer frisch sein, einige vermuteten gar Gewinnmaximierung –, hakte EXPRESS.de bei Früh erneut nach.
Longerich erklärte, ursprünglich sei geplant gewesen, das Röggelchen nur als Beilage zu den Suppen durch das neue Brauhausbrot zu ersetzen. Schon bei der ersten Verkostung hätten Geschmack und Qualität des Brotes aber so überzeugt, dass man sich entschieden habe, es im gesamten gastronomischen Angebot einzuführen. Wirtschaftliche Faktoren würden bei solchen Entscheidungen zwar grundsätzlich eine Rolle spielen, seien für diese Umstellung aber nicht ausschlaggebend gewesen, betonte sie.
Ein weiterer Grund sei der hohe Stromverbrauch beim Aufbacken der Röggelchen gewesen – aus Sicht von Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit habe das nicht mehr zum eigenen Anspruch gepasst. Dass das Röggelchen „fest zur kölschen Esskultur gehört“, räumt Longerich ein – Tradition verstehe man bei Früh aber als „etwas Lebendiges“, das sich mit neuen Ideen weiterentwickeln könne. (mt/iri)
