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Bei „Rock am Ring“-Rückkehr Carolin Kebekus protestiert mit besonderem Musikfestival in Köln

Eine junge Frau steht beim Auftritt der US-amerikanischen Punkband Rise Against vor der Hauptbühne des Musikfestival Rock am Ring auf den Schultern eines Zuschauers.

Das Musikfestival Rock am Ring kehrt am Freitag (3. Juni 2022) zurück. Das Bild zeigt das ausverkaufte Festival vor vier Jahren am 3. Juni 2018. Carolin Kebekus hat dagegen ein eigenes Festival in Köln auf die Beine gestellt, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

Zehntausende Besucherinnen und Besucher werden am Wochenende bei der Rückkehr von „Rock am Ring“ erwartet. Doch auf den Bühnen sind nur wenige Frauen angekündigt. Carolin Kebekus plant ein besonderes Musikfestival in Köln.

Nach jahrelanger Corona-Zwangspause gehen ab Freitag (3. Juni 2022) wieder die großen Rockfestivals „Rock am Ring“ in der Eifel und „Rock im Park“ in Nürnberg über die Bühne.

Die Veranstalter erwarten insgesamt mehr als 160.000 Fans. Rund 70 Bands wollen ihnen einheizen. Headliner sind Green Day, Muse und Volbeat. Doch wenn wieder lange Mähnen auf den jeweils drei Bühnen geschüttelt werden, stecken darunter nur selten Frauenköpfe.

Wegen „Rock am Ring“: Carolin Kebekus mit besonderem Festival in Köln

Komikerin Carolin Kebekus (42) will gegen den niedrigen Frauenanteil bei zahlreichen Rockspektakeln mit einem rein weiblichen Festival am Pfingstmontag (6. Juni) in Köln protestieren – nur einen Tag nach „Rock am Ring“ und „Rock im Park“.

Alles zum Thema Carolin Kebekus

„Das letzte Line-up, das ich gesehen habe, waren 107 Musiker und zwei Musikerinnen bei ‚Rock am Ring‘. Da fragt sich keiner, warum da fast nur Männer auftreten. Oder: ‚Ist das irgendwie ein Boys-Club oder so?‘“, sagte Kebekus Ende April im EXPRESS.de-Interview.

Doch andersherum höre sie diese Frage zu ihrem „DCKS Festival“ dieser Tage ziemlich oft. Kaum wurde die Idee bekannt, hagelte es förmlich Anfragen von Künstlerinnen, die dabei sein wollten.

DCKS-Festival in Köln: „Rock am Ring“-Chef reagiert

Bei ihrem Kölner Festival am Pfingstmontag (6. Juni 2022) nur mit Künstlerinnen stehen etwa Lea, die No Angels und Mine auf der Bühne. Um die 5000 Besucherinnen und Besucher werden laut dem Sprecher von Kebekus erwartet. Auch Männer seien eingeladen. Es gehe um ein Signal für mehr Sichtbarkeit von Frauen auf Bühnen.

Der Chef der „Rock am Ring“-Veranstalterfirma Dreamhaus, Matt Schwarz, erklärt: „Carolin Kebekus hat da ein wichtiges Thema angesprochen, mit dem wir uns auch beschäftigen.“ Er verweist auf die Produzentinnen und andere Frauen, die das Festival insgesamt erst ermöglichten.

„Wir haben zentrale Bereiche und Führungspositionen bei „Rock am Ring“ weiblich besetzt, von der Veranstaltungs- und Festivalleitung, Ticketing-, Marketing- und PR-Leitung über das komplette Festivalproduktionsbüro, das Akkreditierungsteam und diverse Produktionsleiterinnen der einzelnen Bühnen.“

Schwarz betont: „Wir werden dieses Thema also in Zukunft weiter maßgeblich priorisieren und haben damit in den laufenden Programmplanungen für das kommende Jahr bereits begonnen.“ Klar sei jedoch auch, „dass ein Festival Diversität nicht alleine umsetzen kann“. Nötig sei dafür das strukturelle Handeln aller Mitspieler wie etwa der Plattenfirmen, Bandmanagements und auch der Medien.

Claudia Roth sieht Veranstalterinnen und Veranstalter in der Verantwortung

Kulturstaatsministerin Roth wiederum sieht Veranstalterinnen und Veranstalter in der Verantwortung, „den gewandelten Erwartungen in unserer Gesellschaft gerecht zu werden, indem sie viele spannende und erfolgreiche Künstlerinnen gezielt fördern und ihnen den nötigen Platz im Programm einräumen. An den Fans liegt es jedenfalls nicht.“

Einen Blitzwandel wird es hier wohl nicht geben. Musiksoziologen und Musikpädagogen verweisen auf sehr traditionsreiche Strukturen. Beispielsweise würden kleine Mädchen eher angehalten, Flöte, Geige oder Klavier statt Schlagzeug, E-Gitarre oder E-Bass zu lernen. Bands würden vorwiegend von Jungs gegründet. Und die Rockmusikbranche sei von männlichen Produzenten geprägt. (dpa/mn)

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