Wie schlimm, wie schön und wie schade war das denn bitte! Die Türkei, die einen Katastrophen-Start in die WM hinlegte und vor dem letzten Gruppenspiel schon als gescheiterte Nation feststand, hat sich mit einem dramatischen 3:2-Sieg gegen Gastgeber USA aus dem Turnier verabschiedet. Mittendrin im Spektakel im Stadion von Los Angeles: EXPRESS-Verkäufer Halil Cetin.
WM-SiegTürkei-Rumms gegen USA: EXPRESS-Halil sticht Brad Pitt aus

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Halil Cetin im Stadion von Los Angeles, in dem die Türkei ihr drittes Vorrundenspiel gegen die USA bestritten und gewonnen hat.

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Der Kerpener und seine Freunde gehörten zu den Millionen Fans, die seit der zweiten Pleite gegen Paraguay – dem wahrscheinlichen nächsten Gegner Deutschlands – durch die Hölle gingen. Das Aus stand fest, aber man hatte noch ein Spiel vor der Brust.
Halil Cetin ist Fußball-Enthusiast und kölscher Jung – und er hat ein großes Herz für den EXPRESS. Der aus der türkischen Schwarzmeerprovinz Kastamonu stammende Halil packt seit vielen Jahren nahezu täglich die frisch gedruckten Zeitungen in Köln-Niehl in sein Auto und startet seine Verkaufstour in der Region.
Ein EXPRESS-Mann seit vielen Jahren
Jetzt aber ging es vor einer Woche mit dem Flieger von Frankfurt nach Los Angeles. Im Gepäck: ein großer WM-Traum und das knallrote EXPRESS-Hemd. Auf dem Handy: zwei digitale Tickets für das zweite (in San Francisco) und das dritte Gruppenspiel der Türkei (in Los Angeles).
Sportlich lief es unglücklich. Nach dem Auftaktschock gegen Australien senste Paraguay die Türken aus dem Turnier. Aber die WM-Touris aus Deutschland ließen die Köpfe nicht hängen, auch wenn es zwischendurch schwer fiel.
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Ihre USA-Reise im Zeichen des Fußballs wurde zu einem echten Roadtrip. Mit ihrem Kia-Mietwagen hat die Reisegruppe 3000 km in fünf Tagen abgerissen und dabei manche Überraschung erlebt. „Dass es etwa zwischen Arizona und Kalifornien einen Zoll gibt, hätte ich nicht gedacht“, erzählt Halil Cetin.
Nach Abstechern zur Golden Gate Bridge, ins berühmte „Death Valley“ (Tal des Todes), zu einem spektakulären Staudamm aus dem Jahr 1931 und auch in die Glitzerwelt von Las Vegas ging es nach Mesa (Bundesstaat Arizona), ins WM-Camp der Türkei, in der Hoffnung, ein Training mitzubekommen. Aber: Die Mannschaft war schon in Richtung Spielort Los Angeles abgereist.

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Türkisches Trio in den USA: Halil und seine Freunde haben ihre Mannschaft unterstützt.
In den letzten 20 Stunden vor dem Anpfiff machten die Männer aus dem Rheinland in L.A. Erinnerungsfotos auf dem berühmten Hollywood-Boulevard der Stars. Vor dem Stern von Box-Legende Muhammad Ali – der auf dessen Wunsch nicht auf dem Boden, sondern an einer Wand angebracht wurde – ballte Halil Cetin die Fäuste. Das passte: Bis hierhin hatte er sich mit seinen Freunden trotz sportlicher Enttäuschung erfolgreich und schadlos durchs WM-Land USA gekämpft.
Blieb die Frage: Kommt es am Ende für das „Team Türkiye“ noch schlimmer als schlimm? Man musste auf das Schlimmste, eine Null-Bilanz (null Tore, null Punkte) gefasst sein.

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Über dieses Bild hat sich Halil Cetin am Ende seiner USA-Reise am meisten gefreut.
Es kam anders, auch wenn die Türkei gegen die bereits für die K.O.-Runde qualifizierte USA erneut rasend schnell zurücklag. Verteidiger Auston Trusty hatte nach drei Minuten aus kurzer Distanz abgezogen. Sturmjubel bei Team USA, das im Land gerade enorm populär ist und im Stadion auch von Superstar Brad Pitt angefeuert wurde.
Aber: Arda Güler glich in der packenden Partie wenige Minuten später aus, Kökcü schoss die Türkei dann sogar in Führung, ehe US-Boy Berhalter in der 49. Minute egalisierte. Dann der Hammer: Kaan Ayhan grätschte nach Vorarbeit von Can Uzun in der 90. + 8 das Super-Last-Minute-Tor rein. Da bebten die gebrochenen türkischen Herzen. „Drei Tore, gewonnen - wenigstens das!“, freute sich Halil nach dem Abpfiff. Das bittersüße Ende einer emotionalen Reise.
Das EXPRESS-Hemd lässt Halil in den Vereinigten Staaten zurück. Er hat es einer USA-Anhängerin als Köln-Souvenir geschenkt.

