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VergabestreitSchausteller hoffen wieder auf Deutzer Kirmes – „überlebenswichtig“

Die Herbstkirmes 2024 in Köln-Deutz. Vor zwei Jahren fand sie zuletzt statt.

Copyright: Uwe Weiser

Die Herbstkirmes 2024 in Köln-Deutz. Vor zwei Jahren fand sie zuletzt statt.

Kirmes-Wende in Köln! Nach einem Gerichtsurteil könnte das Volksfest in Deutz doch noch diesen Herbst stattfinden.

Nach drei Absagen und einem erbitterten Zoff keimt neue Hoffnung für die Deutzer Kirmes auf. Ein Gericht hat entschieden, ein Bewerber ist raus. Jetzt könnte alles ganz schnell gehen.

Endlich wieder Lichterglanz und Mandelduft am Deutzer Rheinufer? Die Chancen stehen gut! Die Deutzer Kirmes, die seit über 50 Jahren Tradition hat, aber zuletzt dreimal wegen eines heftigen Vergabestreits ausfallen musste, steht vor einem Comeback. Und das womöglich noch diesen Herbst unter der Leitung von Wilfried Hoffmann.

Gerichtsurteil mit Folgen

Dabei hatte die Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS) die Ausschreibung für die Jahre 2025 bis 2029 eigentlich schon im Frühjahr 2025 für sich entschieden. Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) warf die GKS Anfang dieses Monats in einer dramatischen Entscheidung aus dem Rennen.

Die Stadt Köln teilte daraufhin mit, das Vergabeverfahren werde „unter Beachtung der Hinweise des OLG fortgeführt“.

Im Klartext: Da nur noch Wilfried Hoffmann als Bewerber übrig ist, dürfte er den Zuschlag bekommen. Seine Anwältin Stefanie Beyer bestätigte am Donnerstag: Kommt die Zusage bald, findet die Herbstkirmes statt.

Der K.o.-Grund für die GKS: Eine brisante Sprachnachricht von Vorstandsmitglied Otto Weber aus dem Januar 2024. Das Gericht wertete diese als Aufruf zum Boykott einer Kirmes unter Hoffmanns Regie – ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Zwar rügte die Richterin auch Fehler der Stadt (15 statt 11 Kommissionsmitglieder), doch entscheidend war der Ausschluss der GKS.

Schausteller in Not: „Für uns ist das überlebenswichtig“

Während die Juristen stritten, bangten die Schausteller um ihre Existenz. In einem offenen Brief forderten 31 von ihnen diese Woche von der Stadt, die Herbstkirmes auf jeden Fall zu ermöglichen. Die Einnahmen seien nach den Ausfällen „überlebenswichtig“. Ein Schausteller sagt es deutlich: „Wer die Kirmes ausrichtet, ist am Ende irrelevant, Hauptsache die Schausteller werden wieder versorgt.“

Eine komplette Neuauflage des Verfahrens hätte die Herbstkirmes gefährdet. Die GKS-Aufsichtsratsvorsitzende Tanja Hoffmann wollte sich zu dem Debakel auf Anfrage nicht äußern. Die Stadt will die Öffentlichkeit erst nach Abschluss über „das Ergebnis“ informieren. (red)

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