Preis-Schock! Fahrten mit Uber & Co. werden bald teurer.
Preishammer für Uber & Co. in Köln„Haben sehr lange dafür gekämpft“

Copyright: Michael Bause
02.07.2025, Köln: An der Deutzer Werft gab es am 2. Juli 2025 eine Protestaktion des Deutschen Taxigewerbe gegen digitale Plattformanbieter, wie Uber und Bolt.
Fahrdienste wie Uber oder Bolt sind für zahlreiche Menschen in Köln eine preiswerte Option im Vergleich zum herkömmlichen Taxi. Diese Ära der günstigen Fahrten könnte aber bald enden. Ein einschneidender Plan der Stadtverwaltung soll dafür sorgen, dass die Kosten für Mietwagenfahrten und Taxifahrten sich kaum noch unterscheiden.
Die Strategie beinhaltet eine neue Gebührenordnung für Taxis, die Köln eventuell zur kostspieligsten Taximetropole der Bundesrepublik aufsteigen lässt. Zugleich wird ein Preis-Korridor etabliert: Taxis können bei Buchungen via App oder Anruf einen Nachlass von bis zu 20 Prozent gewähren. Eine allgemeine Anordnung soll für Mietwagen, darunter die von Uber und Bolt, ein Mindest-Honorar vorschreiben. Dieses muss mindestens 80 Prozent der normalen Taxigebühr betragen. Die Folge: Wer spontan per App bucht, zahlt für ein Taxi und einen Uber-Wagen zukünftig fast dasselbe. Das berichtet „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Nur mit Vorlaufzeit bleibt es günstig
Ein Schlupfloch ist jedoch vorgesehen: Bucht man einen Mietwagen nachweisbar wenigstens eine Stunde vor dem Start der Fahrt, entfällt die Mindestgebühr. „Es soll kein Eingriff bei anderen Mietwagenunternehmen stattfinden, die weiter vorausgeplante Transportfahrten anbieten, etwa Limousinenservice und ähnliche Angebote, beispielsweise Flughafentransfers“, erläuterte ein Sprecher der Stadt. Fahrten für Kranke, für die es Abkommen mit den Kassen gibt, sind ebenfalls von der Regelung ausgenommen. Die Verwaltung hat Kontrollen durch Stichproben, Firmenprüfungen und die Untersuchung von Kundenhinweisen angekündigt.
Bei der Kölner Taxizentrale löst die Initiative große Erleichterung aus. „Wir begrüßen das ausdrücklich, wir haben sehr lange dafür gekämpft“, sagt Vorstand Aleksandar Dragicevic. Er stellt klar: „Für alle taxiähnlichen Dienstleistungen sollten die gleichen Regeln gelten.“ Das Gewerbe erhofft sich nun einen gerechten Konkurrenzkampf, der bislang durch Preisdrückerei und Regelverstöße der Mitbewerber unmöglich gewesen sei.
Inspektionen untermauern diese Vorwürfe offenbar. Die Stadt Köln eröffnete Ende Januar bei Kontrollen von Mietwagen für Uber und Bolt gegen jedes zweite überprüfte Auto ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Bei Razzien in Köln deckte der Zoll außerdem massenhaft Schwarzarbeit sowie Betrug bei Sozialleistungen auf.
Im Unterschied zu Mietwagen gehören Taxis zum öffentlichen Personennahverkehr. Ihre Fahrer unterliegen einer Beförderungspflicht und benötigen einen Schein zur Personenbeförderung. „Das sind Regeln, die dem Verbraucherschutz dienen“, so Dragicevic. Die Fahrpreise bestimmt die Politik, in diesem Fall der Kölner Stadtrat.
Uber-Boss entsetzt: ein künstlicher Preistreiber
Die Ankündigung trifft Uber Deutschland unvorbereitet. „Wir sind überrascht, dass die Stadt Köln vorhat, den Mindestpreis für Mietwagen kurzfristig zu verabschieden“, äußert sich der Chef für Deutschland, Christoph Weigler. Er gibt zu bedenken, Köln sei bereits eine kostspielige Metropole. Die neuen Tarife würden es für die Menschen noch teurer gestalten, eine Fahrt zum Arzt anzutreten oder nach der Spätschicht heimzukehren.
Weigler sendet einen unmissverständlichen Aufruf an die Führung der Stadt: „Wir appellieren an Oberbürgermeister Burmester, die Mobilität in Köln nicht künstlich zu verteuern. Höhere Preise lösen keine Probleme.“ Uber kalkuliert bei einer Umsetzung der Mindesttarife mit einem spürbaren Preisanstieg. Für eine typische Tour von neun Kilometern Länge müssten Kunden zukünftig etwa zwölf Euro zusätzlich bezahlen.
Hau raus!
Werde Leserreporter/in
Der Vorschlag der Verwaltung erhält im Stadtrat viel Zuspruch. Die Fraktionen von Grünen, CDU und SPD befürworten das Vorhaben. „Taxis sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und ihre Anbieter unterliegen strengen Regeln sowie festen Tarifen. Preisdumping durch Mietwagenunternehmen verzerrt den Wettbewerb – dagegen gehen wir mit der Allgemeinverfügung vor“, sagt Manfred Richter (Grüne).
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Petelkau hebt positive Beispiele aus anderen Metropolen hervor, wo eine Preis-Untergrenze den „partiell ruinösen Wettbewerb“ gebremst habe, der häufig mit Verstößen gegen den Mindestlohn verbunden sei. Die SPD äußert sich in eine ähnliche Richtung. Gerrit Krupp, ihr ordnungspolitischer Sprecher, erklärt, die Maßnahme stelle sicher, „dass es keinen Unterbietungswettbewerb auf dem Rücken der Fahrerinnen und Fahrer gibt“.
Einzig die Fraktion von FDP/KSG stellt sich gegen das Projekt. Nach Auskunft der Stadt waren am 31. Dezember 2025 in Köln 1614 Mietwagen registriert, im Vergleich zu 1138 Taxis. Eine Expertise aus dem Jahr 2023 legte eine maximale Anzahl von 1154 Taxis nahe.
Die Mietwagen-Betriebe in Köln wollen sich nicht geschlagen geben und kündigen Widerstand an. Für Montag, den 9. März, hat der Bundesverband Wirfahren zu einer Demonstration unter dem Motto „Stoppt den Preiswahnsinn – Mobilität für alle“ aufgerufen. Der Protestzug setzt sich um 14.30 Uhr an der Deutzer Werft in Bewegung. Die Route führt durch die City bis zum Rathaus, wo um circa 16.30 Uhr die finale Kundgebung stattfinden wird. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

