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Schon Kadaver gefundenPlötzlich Schüsse am Rhein – Stadt Köln erklärt, was dahintersteckt

Schrotkapseln liegen auf dem Boden am Rhein in Köln-Niehl

Schrotkapseln liegen auf dem Boden am Rhein in Köln-Niehl

Plötzlich laute Schüsse am Rheinufer in Köln-Niehl. Die Stadt erklärt, was der Grund dafür ist.

Auf dem Boden liegen Schrotkapseln – dabei ist das Gebiet am Rhein in Niehl eine der wenigen Freilaufflächen für Hunde in Köln.

Spaziergänger und Spaziergängerinnen sind verunsichert und irritiert. Schon mehrfach habe es hier zuletzt Schüsse gegeben. Rick, der hier regelmäßig mit Hunden unterwegs ist, kann es nicht fassen und zeigt EXPRESS.de zwei leere Patronenhülsen.

Rheinufer in Köln-Niehl ist jetzt Jagdgebiet

„Das sind zwei von circa acht, die ich inzwischen am Rheinstrand gefunden habe. Meine Hunde sind schon so von Silvester traumatisiert und wenn wieder plötzlich geschossen wird, rennen die weg und verkriechen sich“, ist Rick sauer.

Zudem seien hier viele Familien mit Kindern unterwegs, erzählt eine weitere Spaziergängerin, die auch schon Schüsse gehört hat.

EXPRESS.de hakte bei der Stadt nach. Was spielt sich da am Rhein in Höhe des Cranachwäldchens ab? Woher kommen die Schuss-Geräusche?

Die Antwort der Stadt verblüfft...

Das Cranachwäldchen am Rhein in Köln-Niehl

Das Cranachwäldchen am Rhein in Köln-Niehl (Archivfoto)

„Bei dem Rheinabschnitt, einschließlich der Uferseiten, handelt es sich um einen Jagdbezirk“, erklärt eine Sprecherin. Der Jagdbezirk sei vom Eigentümer – hier das Bundeswasserstraßenamt – an Jäger verpachtet worden.

„Der Bezirk war Jahre nicht verpachtet. Es werden hier hauptsächlich Federwild und Nutrias geschossen“, ergänzt die Stadtsprecherin.

„In Jagdrevieren darf der Pächter (Jäger) ohne gesonderte Genehmigung die Jagd ausüben. Die Jagd ist dort also ohne behördliche Genehmigung während der Jagdzeit möglich“, erklärt die Sprecherin den Vorgang.

Hier wurden bereits Vogelkadaver gefunden

Rick berichtet, dass Vogelkadaver bereits am Ufer gefunden wurden. Er wundert sich zudem, dass es keine Beschilderung gibt, die auf die Jagd aufmerksam macht.

Dazu erklärt die Stadt: „Die Polizei wird vor der Jagdausübung vom jagdausübungsberechtigten Pächter informiert. Beschilderung ist nicht vorgeschrieben.“

Nach § 19 Abs. 4 Bundesjagdgesetz besteht ein Nachtjagdverbot auf Federwild, sodass die Bejagung rechtlich am Tag stattfinden muss.

Die Stadtsprecherin weist zudem darauf hin, dass der „Jagdausübungsberechtigte natürlich nur schießen darf, wenn eine sichere Schussabgabe möglich ist. In Deutschland gilt zudem das Reviersystem. Das heißt, jeder Jäger hegt sein Revier in eigener Verantwortung und entscheidet, welche Tiere er bejagt.“ 

Ein Verstoß gegen das Jagdrecht würde demnach nicht vorliegen. „Die Untere Fischerei und Jagdbehörde der Stadt Köln wird aber mit den Jägern Kontakt aufnehmen und dazu auffordern, ihre Schrotkapseln aufzuheben und zu entsorgen“, so die Sprecherin.

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