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„Der Fernseher wird schwarz“Neues NRW-Gesetz zur EM 2024: Darum sind Kölner Kneipen jetzt richtig sauer

Deutschland-Fans fiebern in einer Kölner Kneipe mit.

Beim neuen NRW-Gesetz zur EM 2024 schlägt die Kölner Gastronomie die Hände über dem Kopf zusammen. Das Foto zeigt Deutschland-Fans in der Kölner Kneipe „Gottes Grüne Wiese“ am 26. Juli 2022 während der EM der Frauen.

Die Landesregierung NRW plant eine Gesetzes-Änderung: Es geht um die Spielübertragungen bei der EM 2024. Jetzt sind die Kölner Kneipen richtig sauer ...

von Gianluca Reucher (gr)

EM-Wut bei den Kneipen in Köln!

Eigentlich sollte die Vorfreude auf das Fußball-Spektakel in Deutschland immer weiter steigen, steht das große Heim-Turnier doch schon in knapp drei Monaten unmittelbar vor der Haustür. Eine geplante Gesetztes-Änderung in NRW sorgt nun allerdings für Fassungslosigkeit in der Gastronomie ...

EM 2024 in Köln: Kneipen schauen bei Spiel-Übertragungen in die Röhre

So hat die schwarz-grüne Landesregierung am 21. Februar 2024 dafür gestimmt, die Nachtruhe in NRW aufzulockern. Am 28. Februar soll eine entsprechende Änderung des Lärmschutz-Gesetzes beschlossen werden. Was Fußball-Fans zunächst aufhorchen lassen dürfte, lässt die Gastronomie in Köln nur kopfschüttelnd zurück – aus einem guten Grund!

Alles zum Thema EM 2024

„Stell dir vor, du und deine Freunde und Freundinnen sitzen an einem Sommerabend 2024 in der tiefstehenden Abendsonne vor „Gottes Grüne Wiese“. Auf euren Wangen schwarz-rot-gold gemalt, in der Hand ein kaltes Kölsch und im Fernseher auf der Terrasse Deutschland gegen Schottland. Die zweite Halbzeit läuft, die Spannung steigt, Gnabry setzt zum Schuss an, der Fernseher wird schwarz“, schaut die IG Kölner Gastro in einem Facebook-Beitrag vom 26. Februar in die Zukunft.

Hier den Facebook-Beitrag der IG Kölner Gastro lesen:

„Es ist 22 Uhr und leider muss die Übertragung in der Gastro abgebrochen werden, schließlich gibt es ja Gesetze zum Lärmschutz der Anwohnenden. Fassungslos starrt ihr euch an, während ihr das Gelärme vom Public Viewing rüberschallen hört“, malt die Interessengemeinschaft weiter aus und ergänzt: „So könnte der Sommer in Köln aussehen.“

Denn das Gesetz zum Lärmschutz verbietet in NRW grundsätzlich alles, was ab 22 Uhr die Nachtruhe stören könnte. Zumindest eigentlich. Für die EM 2024 soll die Nachtruhe jetzt nämlich auf 1 Uhr nach hinten verschoben werden, wie der neue Gesetzentwurf vorsieht. Das Problem: Die Gastronomie soll von dieser Regelung ausgenommen sein.

So sollen Spiel-Übertragungen bei Groß-Veranstaltungen wie Public Viewing dank der geplanten Änderung bis 1 Uhr nachts gestattet sein, solange hierfür ein Lärmschutzkonzept erstellt wurde. Damit soll verhindert werden, dass die Partien, die erst um 21 Uhr angepfiffen werden, nicht mitten in der Übertragung abgebrochen werden müssen. „Ausgenommen von diesen Lockerungen wird explizit die Gastronomie“, ärgert sich die IG Kölner Gastro.

„Den Anwohnerinnen und Anwohnern wird zugetraut, aufgrund des besonderen Erlebnisses der Europameisterschaft im eigenen Land Einbußen ihrer Ruhe hinzunehmen – wo aber sitzen denn Bürgerinnen und Bürger und schauen Fußball, wenn nicht in ihrer Veedelskneipe?“, fragt die Interessengemeinschaft, welche die Gastronomie als wichtige Säule der Fußball-Kultur ansieht.

Hier bei unserer EXPRESS.de-Umfrage abstimmen:

Für die IG Kölner Gastro entsprechen die geplanten Lockerungen einer „Ungleichbehandlung“. Während die Stadt Köln jetzt sogar im Tanzbrunnen Public-Viewing-Events für die EM bis in die Nacht hinein plant, obwohl hier sonst bei Konzerten immer streng 22 Uhr Schluss sein muss, heißt es in Kölner Kneipen und Bars parallel: Fernseher ausschalten.

Vom 14. Juni bis zum 14. Juli findet die EM 2024 in Deutschland statt, 20 der insgesamt 51 Spiele werden in Nordrhein-Westfalen ausgetragen – in Düsseldorf, Gelsenkirchen, Dortmund und auch in Köln. Die Änderungen des Lärmschutz-Gesetzes sollen bis zum 31. Juli gelten. Dann heißt es bei den Spielen, die nach 22 Uhr noch laufen: Ja zu Public Viewing, nein zum Mitfiebern in Kölner Kneipen und Bars.