Neue Regeln, neue Farben Chaosstadt Köln: Diese Dame soll Ordnung reinbringen

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Franka Schinkel ist Kölns Stadtraummanagerin. Das Beispiel Maastrichter Straße zeigt: nach der Umgestaltung hat z.B. das Bürgersteigpflaster einen hochwertigen Charakter. An jeder Ecke ist ein Fahrradabstellplatz: Aber es wirkt aufgeräumt.

Köln – Köln, seien wir mal ehrlich: Du bist toll, aber keine Schönheit. Schmuddelig und chaotisch: Häufig sieht es in der Stadt aus wie Kraut und Rüben. Muss das sein? Es gibt was dagegen!

Die Architektin und Stadtraummanagerin der Stadt, Franka Schinkel, ist die Frau, die Ordnung reinbringen will in den öffentlichen Raum.  

Kölner Gestaltungshandbuch bestimmt die Aufräumregeln

Dafür braucht es neue Regeln. Die stehen in einem offiziellen, April 2018 veröffentlichten Gestaltungshandbuch. Und die Umsetzung macht sich immer bemerkbarer.

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Wichtig dabei: die Farben. Neu eingeführt wurde „RAL 7024“ (mattes anthrazit), das ist die Farbe der Werbetafeln, Litfaßsäulen, Stromkästen. Auch an städtischen Baustellen soll diese Farbe benutzt werden. Zum Beispiel für Bauzäune.

Zweite Farbe: „DB 703“ (dunkelgrau, mit Eisenschimmer) für Ampelmasten, Verkehrsschilder, Fahrradständer und Poller.

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Grau Litfaß

Elegantes Grau: Laterne mit Stadtwappen (Farbe RAL 7024) und eine moderne Werbesäule (Farbe DB 703).

„Die Farben sind zurückhaltend“, erklärt Franka Schinkel, „dadurch treten die Stadtmöbel in den Hintergrund und der Stadtraum wird beruhigt.“

Verteilerkästen modern..

Verteilerkästen im neuen Grau (Neven DuMont-Straße)

Über 5000 Verkehrsschilder, Ampelmasten und Straßenbeleuchtungsmasten sind so seit 2018 „ergraut“, das Stadtmobiliar erscheint gepflegter. Derzeit wird geprüft, ob auch die städtischen Mülleimer (verzinkt, Edelstahl) im dunkleren grau gestrichen werden.

Weitere konkrete Maßnahmen:

 - Gastronomen sind angehalten, für ihre Terrassenmöbel hochwertiges Material zu verwenden. Billige Plastikstühle sind auf dem Index, Sonnenschirme mit greller Werbung ebenso tabu.

 - Die Modellanzahl der Stadtmöbel wird verringert (laut Schinkel wurden sogar in den verschiedenen Bezirken verschiedene Modelle eingesetzt). Zum Beispiel gibt es jetzt nur noch zwei Poller-Modelle, eins für den historischen Bereich, eins für Neubaubereiche.  

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Die Zeitungskästen in Köln wie hier ein EXPRESS-Kasten am Rudolfplatz werden mit einer Stange im Boden verankert.

Es geht auch um fast unmerkliche Details, zum Beispiel bei den Zeitungskästen in der Innenstadt: an ausgewählten Orten werden sie jetzt an einer extra angebrachten Stange verankert, so dass sie von Chaoten nicht verrückt werden können.

Baum

Filigran: Dieses „Möbelstück“ suchte die Stadt als Umfassung für Straßenbäume aus (Maastrichter Straße).

Gut gelungen ist die Umsetzung der Vorgaben auf der Maastrichter Straße. Hier wurde eine eindeutige Möblierungszone baulich hergestellt, in der alle Elemente untergebracht wurden: Fahrradständer, Autoparkflächen, Bäume, Außengastronomie etc.  „Auf diese Weise erhalten wir einen hindernisfreien Gehweg, der breit und barrierefrei ist. Wir möchten die Stadt wieder für den Fußgänger attraktiv machen.“, erklärt Franka Schinkel.

..und im alten Stil

Schmuddelig: Verteilerkästen im alten Grau (hinter der Hohe Straße)

So wie auch im Bereich des Hohenzollernrings zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße, der als Pilotprojekt diente. Das nächste Großprojekt wäre die Umgestaltung der Neusser Straße in Nippes. Die wird lange erwartet, wird aber wohl erst um 2025 beginnen. Das gaben Vertreter des Amts für Straßen und Verkehrsentwicklung zuletzt bekannt.

Bei der Umgestaltung sollen unter anderem breitere Fußwege entstehen, 21 Bäume gepflanzt und 92 neue Rad-Abstellmöglichkeiten installiert werden. Ebenfalls 92 Pkw-Stellplätze fallen weg. 

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