Tod nach Sturz: Ein Kölner Heim und die Stadt sind sich uneins über die Schuld.
Nach Tod der SchwesterBruder fordert Konsequenzen für Kölner Heim – „aberwitzige Gefahrenquelle“

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Marita S. ist in ihrem Rollstuhl (Symbolfoto) eine Notausgangstreppe hinuntergefallen. Mit tragischen Folgen.
Ein schrecklicher Vorfall erschüttert das Seniorenzentrum Maternus in Köln-Rodenkirchen: Am 10. Dezember stürzte die an Demenz erkrankte Marita S. mit ihrem Rollstuhl eine Treppe hinunter, die als Notausgang dient. Die 76-Jährige, die seit mehreren Jahren in der Einrichtung lebte, verstarb in der Nacht zu Heiligabend an den Folgen des Sturzes.
Für das Altenheim könnte der Vorfall nun ein juristisches Nachspiel haben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Damit soll die genaue Todesursache festgestellt werden. Abhängig vom Ergebnis könnte ein Ermittlungsverfahren folgen.
Darauf setzt Harald S., der Bruder der Verstorbenen. Seiner Schilderung nach ereignete sich der Unfall an einer für Bewohnerinnen und Bewohner frei zugänglichen Terrasse im ersten Stock. In einem unbeobachteten Augenblick sei Marita S. mit ihrem Rollstuhl die Treppe hinabgestürzt. Diese Treppe, ein Flucht- und Rettungsweg, mündet direkt auf die Straße. Laut Harald S. war der Zugang von der Terrasse aus nicht gesichert.
Stadt Köln widerspricht Darstellung des Seniorenheims
Gegen 13 Uhr habe man seine Schwester am Fuß des oberen Treppenabsatzes gefunden, berichtet er. Es sei unklar, wie lange sie dort hilflos neben ihrem kaputten Rollstuhl gelegen habe. Mit mehreren schweren Knochenbrüchen wurde Marita S. in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie am 23. Dezember verstarb.
Harald S. erstattete bereits kurz nach dem Sturz Anzeige wegen der ungesicherten Treppe. Die Cura-Unternehmensgruppe, die das Heim betreibt, erklärte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Ende Dezember, dass ein zuvor installierter Fallschutz „auf ausdrückliche Anweisung der Feuerwehr“ entfernt werden musste. Begründung: Flucht- und Rettungswege dürften nicht versperrt sein.
Dieser Darstellung widerspricht die Stadt Köln nun vehement. Eine Sprecherin teilte auf Anfrage mit, dass das Gebäude zuletzt 2022 im Rahmen einer Brandverhütungsschau geprüft wurde. „Weder bei dieser noch bei vorhergehenden Besichtigungen wurde ein Entfernen des beschriebenen Gitters gefordert.“
Die Sprecherin betont zudem ausdrücklich, dass es Lösungen gebe. Es sei möglich, „Notausgangstüren oder Schutzgitter so zu gestalten, dass diese gefährdete Personengruppe nur im Beisein von Pflegepersonal geöffnet werden können und so die Belange des vorbeugenden Brandschutzes Berücksichtigung finden.“
Konfrontiert mit den Aussagen der Stadt, wollte sich die Cura-Unternehmensgruppe nicht weiter zu dem Vorfall äußern. Ein Foto, das Harald S. Anfang Januar machte, zeigt allerdings, dass inzwischen ein Pylon den Zugang zur Treppe blockiert. Harald S. fordert, dass die „aberwitzige Gefahrenquelle, die meiner Schwester zum Verhängnis wurde“, wie er es nennt, Konsequenzen für das Altersheim haben wird. Für ein mögliches Verfahren rechnet er sich gute Chancen aus (red).
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