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Inklusive „Katastrophen-Leuchttürmen“Bei Blackout wie in Berlin: Stadt Köln hält Notfallplan bereit

Einsatzkräfte der Polizei stehen an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal. Nach dem Brand einer Kabelbrücke ist im Südwesten Berlins für 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe der Strom ausgefallen.

Einsatzkräfte der Polizei stehen an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal. Nach dem Brand einer Kabelbrücke ist im Südwesten Berlins für 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe der Strom ausgefallen.

Aktualisiert

Nach dem Blackout in Berlin fragen sich Kölner und Kölnerinnen: Kann das auch bei uns passieren und was ist dann zu tun? Die Stadt Köln ist vorbereitet.

Es ist der Mega-Gau. Tausende Haushalte in Berlin sind nach einem Anschlag seit Tagen ohne Strom.

Die Stadt Köln sieht sich für den Fall eines flächendeckenden Stromausfalls vorbereitet. Sie informiert die Bürger und Bürgerinnen über entsprechende Maßnahmen.

Bei Blackout werden in Köln Katastrophen-Leuchttürme aktiviert

Dabei müsse zunächst zwischen einem lokalen Stromausfall und einem Blackout unterschieden werden. Bei ersterem kommt es zu lokalen Störungen, die meist innerhalb weniger Stunden behoben werden können.

Bei einem Blackout liegt eine massive Störung von Infrastruktur vor, durch die deutschland- oder europaweit der Strom ausfällt. In diesem Fall – oder in Fällen, in denen größere, lokale Störungen nicht kurzfristig behoben werden können, wie aktuell in Berlin – werden in den betroffenen Stadtgebieten sogenannte Katastrophen-Leuchttürme aktiviert.

Sie sind als Anlaufstelle für die Bürger und Bürgerinnen gedacht, an denen Hilfe angeboten wird, Trinkwasser und Lebensmittel ausgegeben werden, Energie gewonnen wird und kleinere medizinische Versorgungen vorgenommen werden können.

In den betroffenen Stadtgebieten steigen beleuchtete Ballons auf, die die Anlaufstellen für Hilfesuchenden über weite Entfernungen sichtbar machen. Alle Leuchttürme im Stadtgebiet sind dann einsehbar auf einer interaktiven Karte: Leuchttürme – Stadt Köln

Diese Checkliste sollte angelegt werden

Die Verwaltung bittet außerdem, Ruhe zu bewahren. Für den Notfall empfiehlt die Stadt allen, diese Checkliste zu beachten.

Darin enthalten sein sollten:

  1. Lebensmittel- und Trinkwasservorräte für bis zu zehn Tage
  2. Bargeld
  3. Medikamente und ein Erste-Hilfe-Kasten
  4. Kerzen, Feuerzeug und Feuerlöscher
  5. Taschenlampe
  6. Radio
  7. Ladeakkus und Batterien

Es wird zudem empfohlen, sich entsprechende Warn-Apps auf die digitalen Geräte herunterzuladen. Hierüber sind weitergehende Verhaltenshinweise abrufbar. Powerbanks verlängern die Möglichkeiten, diese Informationswege zu nutzen.

Alle wichtigen Informationen sind zusätzlich im Flyer der Stadt Köln abrufbar: Stromausfall? Hinweise für einen lang anhaltenden Ausfall des Stroms und des Notrufs.

Darüber hinaus sind Schulen zur Einrichtung als Wärmeinseln und zur Unterbringung und Versorgung der Bevölkerung vorgeplant. Als Referenz dient hier das Landeskonzept NRW Betreuungsplatz für 500 Betroffene (BTP-500 NRW). Dieses Konzept wurde schon bei Kampfmittelfunden mit entsprechend hoher Anzahl von Betroffenen im Stadtgebiet Köln mehrfach angewendet. Diese werden durch Einheiten des Katastrophenschutzes (kommunal als auch überörtlich) besetzt und betrieben. Weitere Einrichtungen zur Unterbringung können bei Bedarf eingerichtet werden.

Treibstoffversorgung durch nicht betroffene Stadtteile sichergestellt

Eine Treibstoffversorgung für Netzersatzanlagen ist durch nicht betroffene Stadtteile sichergestellt. Alternativ ist auch eine überörtliche Versorgung sowie die Nutzung von Bundesreserven vorgesehen. Mobile Netzersatzanlagen werden durch den Energieversorger sowie den Gefahrenabwehrbehörden (Feuerwehr und THW) vorgehalten. Weitere Anlagen können bei einem lokalen Ereignis überörtlich zugeführt werden.

Kritische Infrastrukturen sind in der Regel mit entsprechenden Netzersatzanlagen ausgestattet, oder haben entsprechende Evakuierungskonzepte. Diese würden dann durch die Gefahrenabwehr unterstützt werden. Die Einrichtung einer operativen (Einsatzleitung Feuerwehr) und administrativen Führung (Krisenstab der Stadt Köln) ist in einem solchen Fall vorgeplant.

Betroffene werden außerdem über die städtische Website Stadt Köln, die Social-Media-Kanäle der Stadt Köln, der Feuerwehr Köln sowie der Polizei Köln und bei Radio Köln (UKW 107,1 MHz) fortlaufend über die Entwicklungen im Notfall informiert.

Die Versorgung der Bevölkerung bei Krisen und Katastrophen durch die zuständigen Behörden umfasst eine allgemeine Bereitstellung von lebensnotwendigen Verbrauchsgütern sowie Energieaufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur, keine Individualbetreuung einzelner Personen(-gruppen). Hier verweist die Stadt Köln auf die Handlungsempfehlungen des Bundesamtes für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz (BBK): Ratgeber: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen - BBK

Weitere Antworten auf Fragen zum Thema Stromausfall sind auf der Website der Stadt Köln abrufbar: Fragen und Antworten zum Thema Stromausfall - Stadt Köln

trotz der heftigen Auswirkungen in Berlin – das deutsche Stromnetz ist eines der sichersten in Europa. Durchschnittlich gibt es pro Haushalt nur wenige Minuten Ausfallzeit im Jahr. (susa)